Tycoon City: New York
Kurzweilige Wegweiser
Detailliert dargestellte Menschenmengen schaffen großstädtische Atmosphäre.
Da dem Spieler die Gefahr droht, in der Fülle der Bauoptionen verloren zu gehen wie ein Spaziergänger im nächtlichen Central Park, weisen eingestreute Aufgaben den Weg. Zwei Hochschüler raten etwa: Mit Pinsel- und Buchhandlungen sollen Sie Künstler und Studenten beglücken; später, in Little Italy, stampfen Sie für einen Koch eine Edelrestaurant-Kette aus dem Boden.
Solche Missionen, "Chancen" genannt, leiten die Höhepunkte von Tycoon City ein: Den Vorgaben folgend schießt eine erste Konzernzentrale in die Höhe und Sie errichten Sehenswürdigkeiten wie die Börse, die Freiheitsstatue oder die Stadtverwaltung. "Magische Momente" wie diese überstrahlen die Schattenseiten: Wie ein richtiger Mogul fühlt sich, wer einen ganzen Häuserblock kauft und dem Erdboden gleich macht, nur um Platz für ein neues Hauptquartier zu schaffen. Mit Stolz erfüllt den Bauherrn, wenn eingespielte Sequenzen im Stil einer Nachrichtensendung selbst errichtete Wahrzeichen feiern.
Massiv profitiert Tycoon City auch von der detailgespickten Optik, die die Größenverhältnisse fühlbar umsetzt. Nah mit der Kamera an einen Bürgersteig herangefahren, erkennen Sie die Gesichter von tausenden Fußgängern; ein Blick nach oben zeigt majestätische Hochhäuser, die wie Wände eines Canyons senkrecht in den Himmel ragen. Karg und trist sind einzig die unbebauten Gebiete. Vegetation oder Hügel - irgendetwas außer platter, grüner Wiese - hätten das Umland erfreulich belebt.
Ohne Zeitdruck oder tatsächliche Herausforderungen ist Tycoon City eine Wonne für Spieler, die das Tempo des Voranschreitens gern selbst bestimmen. Dass Entdeckungslust die einzige Triebfeder ist, minimiert jedoch den Wiederspielspaß.
