Nach der Early-Access-Phase ist endlich Teil 3 der Jump&Run-Reihe mit Puzzle-Einschlag erschienen. Im Test stellt sich heraus: Trine 3 ist noch schöner als die Vorgänger, doch der Sprung in die dritte Dimension und nachlässige Qualitätskontrolle torpedieren den Spielspaß in Einzelspieler- und Koop-Modus.
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Trine 3: Rätseln mit Physik
Das bildhübsche und einfallsreiche Level-Design von Trine 3 macht zum Glück viele der aufgezählten Ärgernisse wett. Wie die Vorgänger dreht sich das Spiel wieder um physikbasierte Puzzles. Viele davon sind sehr clever angelegt und erfordern im Koop-Modus Teamwork. Wer seinen Schädel mal richtig zum Qualmen bringen will, ist aber an der falschen Adresse. Kopfnüsse vom Kaliber eines The Talos Principle gibt es in Trine 3 nicht. Die meisten Aufgaben lassen sich durch Ausprobieren lösen, zumal die Helden ja nur noch über wenige Fähigkeiten verfügen.
So lassen sich mit Trine 3 letztlich doch einige sehr spaßige Stunden verbringen. Vier bis fünf, um genau zu sein. Dann findet die Kampagne ein abruptes Ende. Die Story hört nämlich just in dem Moment auf, als das Heldentrio eins von insgesamt drei magischen Artefakten findet, um die es in Trine 3 geht - das riecht nach einer Fortsetzung per DLC!
Trine 3: Achtung, Käfer!
Bevor sich Frozenbyte an dieses wohl schon geplante Add-on macht, sollten die Finnen aber erst einmal am technsichen Unterbau ihres neuesten Spiels arbeiten. Denn Trine 3 ist zum Release ganz schön verbuggt!
Quelle: PC Games
Bug: Dieser Gigant bewegte sich nur bei einem von zwei Koop-Spielern. Auf dem anderen Rechner stand er still.
Quelle: PC Games
Die Physik-Engine produziert stellenweise seltsame Ergebnisse, gerade in Verbindung mit Seilen kommt es häufig zu unschönen Glitches.
Für diesen Test spielten wir den Koop-Modus, in dem es alle paar Minuten zu seltsamen Glitches in Zusammenhang mit der Physik-Engine kam. An Seilen hängende Objekte zappelten etwa wie wild durch die Luft. Dazu kommen schwer wiegende Fehler in Verbindung mit der Steuerung: Stellenweise wollte unser Krieger partout nicht seinen Schild zum Gleiten einsetzen und mit der Diebin ließ sich kein Pfeil verschießen, während wir das Xbox-360-Gamepad verwendeten. Ein Spiel-Neustart behob die Probleme.
Quelle: PC Games
Physik, die Spaß macht: Mit der Eisenkugel bricht der Zauberer Wände ein.
Weniger Bug als fragwürdige Design-Entscheidung: Stirbt ein Held, müsst ihr ihn mit einem seiner Kollegen wiederbeleben. Tut ihr das nicht und lauft stattdessen wie in den Vorgängern zum nächsten Speicherpunkt, steht der Verstorbene von selbst auf - allerdings am Todesort. In Trine und Trine 2 wurde der Charakter noch automatisch zum Speicherpunkt gebeamt. Warum das ein Problem ist? Im Test mussten wir durch einen Physik-Bug einen unserer Mitspieler hinter einem Gitter zurücklassen. Egal ob tot oder lebendig: Der Zurückgelassene war hinter diesem Gitter gefangen und der Level ließ sich zu zweit nicht abschließen.
Es kommt aber noch toller: Beim nunmehr nötigen Level-Neustart kam es zu einem weiteren Bug, durch den das Heldentrio vom Startpunkt direkt in einen Abgrund fiel, weil sich eine Plattform in Luft aufgelöst hatte! Darüber hinaus hatten wir immer wieder Probleme, mehrere Spieler in einem privaten Match zu organisieren, und mussten den im Spiel sichtbaren Windows-Cursor jedes Mal mit einem Kommando in der Entwicklerkonsole deaktivieren. Und das sind nur ein paar Beispiele für die vielen Probleme, die Trine 3 in der Ursprungsversion plagen. Bitte schnellstmöglichst patchen!
Trine 3: Ein vorläufiges Fazit
In diesem Artikel
Was hatten wir uns auf Trine 3 gefreut! Und tatsächlich ist es ja auch wieder ein launiges Spielchen geworden. Doch in dem Bemühen, aus dem flachen Sidescroller ein "echtes" 3D-Spiel zu machen, hat Frozenbyte viel vom Charme der Serie auf dem Altar der Zugänglichkeit geopfert. Umso unbefriedigender, dass sich das Ergebnis trotz all der Kürzungen immer noch nicht eingängig steuert. Im derzeitigen Zustand hat Trine 3: The Artifacts of Power zudem noch mit zu vielen technischen Problemen zu kämpfen. Wir empfehlen: Warten, bis die gröbsten Fehler beseitigt sind!
Trine 3 gibt es aktuell nur für den PC zum Preis von rund 20 Euro. Das Spiel ist auf Steam verfügbar sowie DRM-frei im Humble Store und auf Gog.com.

Aber kaufen werde ich es dennoch, allerdings werde ich auch erstmal ein paar Patches warten.
Selbst ein schlechtes Trine ist immer noch ein gutes Spiel :)