Total War: Attila im Test - Gameplay, Fazit, Wertung
Die Mischung aus Echtzeit- und Rundenstrategie geht in die neunte Runde. Ob die Mixtur dieses Mal ohne Bugs erscheint, verrät unser Test. Wir haben Total War: Attila auf Herz und Nieren geprüft und klären, ob die neuen Features und das frische Szenario wieder für Aufwind sorgen.
Auf Wanderschaft
Falls man statt den Römern sich für eines der sogenannten Großen Wanderer entscheidet, fängt man sogar ohne eine einzige Siedlung an. Aufseiten der Goten, Alanen und Vandalen haben wir die Möglichkeit, unsere Lager so lange aufzuschlagen, bis wir eine Stadt für uns erobern. Dadurch können wir relativ frei entscheiden, in welchem Teil der wieder einmal absurd großen Strategiekarte wir unser Reich gründen. Doch rosig ist das Leben aufseiten der Großen Wanderer ebenfalls nicht: Wir können zwar dank unserer schlagkräftigen Truppen ziemlich schnell die schlecht befestigten Ländereien der Römer erobern, müssen uns aber anschließend mit Aufständen aufgrund der kulturellen Unterschiede beschäftigen. Um dem vorzubeugen, gilt es folglich, die Bevölkerung milde zu stimmen.
Quelle: PC Games
Als Verteidiger könnt ihr in den Belgarungsschlachten Barrikaden errichten. Tipp: Armbrustschützen können hinter einer solchen Blockade ganze Armeen aufhalten.
Hierbei kommt das neue Statthalter-System von Attila zum Tragen. Für jede Provinz können wir einen Legaten bestimmen, der mithilfe von Erlassen etwa die Verbreitung der eigenen Religion fördert oder die öffentliche Ordnung verbessert. Doch auch hier gibt es einen Haken: Falls ein Statthalter nicht aus der eigenen Familiendynastie stammt, sinkt unser Einfluss innerhalb der Fraktion und am Ende droht sogar ein blutiger Bürgerkrieg auszubrechen. Komplexer, aber auch zugänglicher Ihr merkt: Total War: Attila hat im Vergleich zu Rome 2 noch eine Schippe an Komplexität draufgelegt. Doch die Umsetzung ist Creative Assembly dieses Mal deutlich besser gelungen als noch beim Vorgänger, vor allem was den Komfort und die Übersicht betrifft. So können wir zum Beispiel noch weiter auf der Strategiekarte herauszoomen – ein simples Feature, das beim Regieren von großen Imperien immens hilfreich ist.
Schön ist ebenfalls, dass bei den Charakteren wie Spionen und Generälen der komplette Talentbaum angezeigt wird und man so stets weiß, durch welche Eigenschaft die nächste gewünschte Fertigkeit freigeschaltet wird. Ebenso praktisch ist es, dass bei diplomatischen Verhandlungen auch angezeigt wird, wie hoch etwa die Erlöse aus einem Handelsvertrag sind oder wie die Treue der Bündnispartner im Kriegsfall gegen eine bestimmte Fraktion sind. Diese Detailverbesserungen ziehen sich durch das ganze Spiel und so bekommt man das Gefühl, dass die Entwickler auf die Wünsche der Spieler eingegangen sind und mit Attila das zugänglichste Total War bis dato abgeliefert haben.
Clever und Smart
Quelle: PC Games
Ein Talentbaum hilft euch bei der Wahl neuer Fertigkeiten für die Generäle und Agenten.
Eines der schwerwiegendsten Makel von Rome 2 waren die vielen KI-Fehler. In der damaligen Test-Version durften wir zum Beispiel oft gegen zig Mini-Armeen eines Feindes antreten, anstatt dass der Computergegner seine Einheiten zu einem großen Heer zusammengeführt und uns so vernichtend geschlagen hätte. Auch in anderen Bereichen ließ die KI viel zu wünschen übrig und so wurde Herausforderung beim Vorgänger vor den Updates eher kleingeschrieben. Das ist bei Attila nicht der Fall – ganz im Gegenteil. Die Entwickler haben die mit der Zeit perfektionierten KI-Routinen des Vorgängers für Attila übernommen und so angepasst, dass die anderen Fraktionen trotz der neuen Features zumeist ziemlich klug agieren. Das gilt ebenso für die Strategiekarte wie auch für die Echtzeit-Schlachten.
Auf in die Schlacht!
Apropos Echtzeit-Schlachten: Auch hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. So freut man sich auf der optischen Seite als Besitzer eines High-End-PCs über eine noch detailliertere und realistischere Darstellung der riesigen Gefechte. Aber auch spielerisch hat sich viel getan. Die Auswahl an Einheiten ist zum Beispiel für die Epoche passend und bietet so viele Optionen, dass man auch gegen Ende der Kampagne dank neuer Truppentypen gerne zu neuen Taktiken greift. Auffällig ist, dass die Bedeutung von Erschöpfung und Moral sich auf den Schlachtfeldern deutlich stärker als im Vorgänger bemerkbar macht, wodurch sich auch Serienveteranen neuen Herausforderungen stellen müssen.
Quelle: PC Games
Auch Seeschlachten sind wieder mit an Bord. Die Gefechte im kühlen Nass spielen aber eine eher untergeordnete Rolle.
Wir setzten etwa primär Fernkampfeinheiten wie Armbrustschützen und berittene Plünderer in den Schlachten ein, weil diese zum einen wegen ihrer leichten Rüstungen beziehungsweise ihrer Pferde nicht so schnell aus der Puste kommen und zum anderen mit ihren Pfeilhageln leicht die Moral von feindlichen Einheiten brechen. Gelungen sind zudem die Belagerungsschlachten in Attila. Hier dürfen wir als Verteidiger Barrikaden an bestimmten Stellen einsetzen und so wichtige Bereiche einer Siedlung mit einer Handvoll von Truppen beschützen. Trotzdem verlangt die KI einem vieles ab, da sie gerne von mehreren Seiten angreift und das Schere-Stein-Papier-Prinzip oft in Perfektion anwendet.
Des Anglers Geduld
Insgesamt sind wir sehr angetan von Total War: Attila. Doch ein Ritter ohne Fehl und Tadel ist der neueste Teil nicht. So kommen einige der neuen Features wie etwa die Seuchen kaum zum Tragen, weil die nachteiligen Effekte von Krankheiten viel zu minimal sind. Das ist als solches noch leicht zu verschmerzen, was aber zu einer Geduldsprobe wird, sind die langen Berechnungszeiten der Runden. Hier sehen wir – mal wieder – Patch-Bedarf.
Die wichtigsten Neuerungen
Für eine Art Stand-alone-Add-on kommt Attila mit vielen neuen Features daher. Wir stellen euch die wichtigsten vor. Neben der neuen Zeitepoche, zehn spielbaren Fraktionen und mehr als hundert frischer Einheitstypen bietet Attila auch eine Menge kleinerer Features, die das Spielerlebnis im Vergleich zum Vorgänger stark verändern.
Städte verlassen und niederreißen
Ihr habt nun die Möglichkeit, Städte zu verlassen, bevor sie von einem Feind erobert werden. Man sollte auch beachten, dass Feinde nach einer erfolgreichen Belagerung eine Stadt komplett niederreißen können.
Seuchen
Falls die sanitären Anlagen einer Stadt unzureichend sind, brechen Krankheiten aus. Diese können sich auch verbreiten.
Statthalter
Um hilfreiche Provinzerlässe vergeben zu können, müsst ihr Statthalter einsetzen. Die maximale Anzahl der Legaten hängt von der Größe eures Imperiums ab.
Familiendynastie
In Attila müsst ihr nicht nur darauf achten, dass eure eigene Familie innerhalb eures Reiches vorherrschend ist, sondern etwa auch, wer euer Nachfolger wird oder mit wem ihr eure Töchter verheiratet.
In diesem Artikel
Wandernde Stämme
Einige Fraktionen fangen ohne eine Siedlung an. Dafür können sie Lager aufschlagen, die als eine Art Mini-Stadt dienen.
Barrikaden in den Belagerungen
Um bestimmte Viertel in den Belagerungsschlachten besser zu verteidigen, könnt ihr Hindernisse aufstellen. Die Barrikaden geben den Einheiten hohe Abwehrboni.

Das ist nicht wirklich neu. Diese Möglichkeit gab es bereits zu Total War Medieval II Zeiten.
Es gibt im Artikel noch den ein oder anderen Punkt, der mich als Total War Fan leicht geärgert hat, aber das ist eher die Fanbrille, nehme ich an :) Im Großen und Ganzen jedoch ein recht guter Test. Danke dafür
Das ist nicht wirklich neu. Diese Möglichkeit gab es bereits zu Total War Medieval II Zeiten.
Es gibt im Artikel noch den ein oder anderen Punkt, der mich als Total War Fan leicht geärgert hat, aber das ist eher die Fanbrille, nehme ich an :) Im Großen und Ganzen jedoch ein recht guter Test. Danke dafür
naja werds sowieso schon bald selbst ausprobieren können :D