Rainbow Six: Lockdown
Dabei gehört die Befehlsverweigerung noch zu den harmlosen Delikten. Frustrierender ist es, wenn mal wieder eine Handgranate direkt vor Ihre Füße kullert, statt in den Raum voller Gegner. Bei dieser künstlichen Intelligenz wundert es auch nicht, dass die Anti-Terror-Spezialisten an Wänden hängen bleiben und nicht in der Lage sind, von selbst Deckung zu suchen. Stattdessen bleibt die Regenbogentruppe stupide auf offenen Arealen stehen und lässt sich reihenweise abschlachten.
Würden doch nur die Klonkrieger aus Star Wars: Republic Commando an Ihrer Seite kämpfen die haben wenigstens Grips unter den Helmen. Ihre Widersacher stellen sich übrigens keinen Deut besser an. Da wird ein Magazin nach dem anderen in eine Mauer verfeuert, nur weil der Terrorist zu dumm ist, daran vorbei zu schießen. Und manche Feinde bleiben regungslos stehen, obwohl Sie gerade deren Beine perforieren.
Angesichts dieser Tatsache ist taktisch geschicktes Vorgehen überflüssig. Wer im Alleingang durch die linearen Levels hetzt, erfüllt die einfallslosen Ziele, die sich auf "Bomben entschärfen" und "Geiseln befreien" beschränken, ohne größere Probleme. Immerhin bringen die 42 originalgetreu nachgebildete Knarren etwas Abwechslung ins Spiel.
Vor einem Fiasko retten Rainbow Six: Lockdown letztendlich die stimmungsvoll in Szene gesetzten Schauplätze. Ob Sie im schottischen Parlament, den Häuserschluchten Marseilles oder in einem amerikanischen Krankenhaus unterwegs sind, jeder der 16 Levels wurde mit einer enormen Liebe zum Detail gestaltet und fasziniert durch großartige Licht- und Schatteneffekte. Die hakeligen Charakter-Animationen passen allerdings weniger gut in die Prachtkulissen.
