The Quinfall: Nach The Day Before der nächste Scam?

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The Quinfall: Nach The Day Before der nächste Scam?
Quelle: Vawraek Technology Inc.

Noch diesen Monat soll das riesige MMORPG The Quinfall erscheinen, doch laut einigen Nutzern handelt es sich beim Spiel um einen Scam.

2023 konnten Spieler das Drama rund um The Day Before verfolgen. Ist es ein Scam? Ist es doch kein Scam? Anzeichen gab es zuhauf, doch erst zum Release, als sich der Titel dann als äußerst rudimentärer Extraction-Shooter mit gekauften Assets herausstellte, statt als das eigentlich versprochene Survival-MMO mit Top-Grafik, gab es die Bestätigung.

Schon im Januar dieses Jahres könnte die nächste Scam-Geschichte ihren Lauf nehmen, denn Ende dieses Monats soll das riesige MMORPG The Quinfall veröffentlicht werden.

Ganze 2016 Quadratkilometer soll die Karte groß sein. Die Spielwelt aus Skyrim würde damit über 50 Mal in diese gigantische Landmasse hineinpassen und kein anderes MMO auf dem Markt kommt auch nur annähernd an diese Größe heran.

Verschiedene Biome mit unterschiedlichen Wettereffekten und Jahreszeiten, welche die Spielwelt durch Dinge wie Fluten sogar beeinflussen sollen, versprechen die Entwickler ebenfalls.

Dazu kommen die bekannten MMO-Systeme wie Berufe, Klassen, eine offene Welt, PvE- und PvP-Inhalte und eine Menge verschiedener Waffen. Als wäre das noch nicht genug, wollen die Entwickler das Spiel auch noch mit einer atemberaubenden Grafik präsentieren, welche Technologien wie "NVIDIA RTX" benutzt.

Für MMO-Spieler klingt das eigentlich zu schön, um wahr zu sein und damit könnten sie tatsächlich gar nicht so falschliegen. Wie Spieler nämlich herausfanden, starteten die Entwicklungsarbeiten an The Quinfall erst im Jahr 2021.

Beim geplanten Release am 30. Januar 2024 wäre das Spiel also höchstens drei Jahre lang in Entwicklung. In den meisten Fällen brauchen Studios mindestens fünf Jahre, um ein MMORPG auf den Markt zu bringen.

Ein Spieler läuft durch eine mittelalterliche Stadt Quelle: .Vawraek Technology Inc. World of Warcraft, The Elder Scrolls Online, Guild Wars 2 befanden sich allesamt wesentlich länger in Entwicklung, obwohl sie eine viel kleinere Spielwelt besitzen. Auch arbeiten wohl nur etwa 50 Entwickler an The Quinfall, im Gegensatz zu den massiven Studios von Blizzard und Zenimax.

Damit das auch nur ansatzweise möglich ist, setzen die Quinfall-Entwickler laut eigenen Aussagen wohl großflächig auf KI, um ihre Spielwelt und all die anderen Dinge zu kreieren. Interessanterweise änderte das Studio dafür sogar den eigenen Namen von Arena Game Studio zu Vawraek Technology. Sie entschieden sich explizit gegen Vawraek Studios, damit klar wird, dass sie auf verschiedene Technologien bei der Spielentwicklung setzen.

Zusätzlich hat Vawraek bereits ein MMORPG herausgebracht. Vor einigen Jahren veröffentlichte das Studio eine Beta zu Kayra Online für den türkischen Markt. Einen globalen Release gab es nicht und auch aus der Beta-Phase ist Kayra nicht herausgekommen, doch Vawraek entwickelte das MMO angeblich in nur einem einzigen Jahr. Das Spiel war zwar recht rudimentär, aber immerhin ein richtiges, spielbares MMORPG.

2021 wurde Kayra Online dann wieder eingestellt. Möglicherweise verwendete Vawraek den Titel also als eine Art Proof of Concept, um die nötige Finanzierung für The Quinfall zu erhalten. Damit wäre die Entwicklungszeit von etwa drei Jahren zwar immer noch sehr ambitioniert, aber sollten sie etwaige Animationen aus Kayra für ihr neues MMORPG wiederverwenden, wirkt sie zumindest ein wenig realistischer.

Eine Gruppe Spieler bekämpft einen riesigen Sandwurm. Quelle: Vawraek Technology Inc. Würde die Geschichte hier aufhören, wäre The Quinfall lediglich ein sehr ambitioniertes Projekt, das man jedoch mit einer Prise Hoffnung betrachten könnte. Doch als die Community auf diese ganzen Umstände aufmerksam wurde, grub sie natürlich noch weiter. Und so wie es aussieht, könnte es sich bei The Quinfall um einen Scam à la The Day Before handeln.

Beispielsweise verwendete Vawraek Technology Inc. für das eigene Logo ein Stock-Image, welches das Studio lediglich mit Photoshop bearbeitete. Als das ans Licht kam, schmiss Vawraek das ursprüngliche Bild von ihrer Seite und tauschte es mit einem neuen Logo aus. Das spricht natürlich noch nicht dafür, dass es sich bei The Quinfall um einen Scam handelt, ist jedoch seltsam genug, um es hier zu erwähnen.

Bildergalerie

Wesentlich schlimmer ist, dass es sich bei fast allen gezeigten Ausschnitten aus dem Spiel um gekaufte Assets handelt. Ähnlich wie The Day Before etwa das UI, die gesamte Stadt und viele weitere Sachen einfach aus dem Unreal-Store kaufte, finden sich auch in The Quinfall kaum originale Assets wieder.

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    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Paldonhb Mitglied
        Grade seit den letzten Jahren ist spiele Entwicklung einfacher denn je. Das sollte ein Gaming Magazin eigentlich selber wissen.
        Jeder Honk kann heutzutage spiele entwickeln, wenn er es wirklich will. Dazu braucht es nichts weiter als sich einige YouTube-Videos anzusehen. Software dafür bekommt man hinterher geschmissen, die mittlerweile sogar ziemlich einsteigerfreundlich geworden ist. Und sollte man eh schon in der Materie drin sein, noch besser.
        Man sehe sich doch mal Steam an, was da täglich an spielen erscheinen ist schon nicht mehr schön. Die wirkliche Frage ist. wird es ein Erfolg?
      • Von Paldonhb Mitglied
        Grade seit den letzten Jahren ist spiele Entwicklung einfacher denn je. Das sollte ein Gaming Magazin eigentlich selber wissen.
        Jeder Honk kann heutzutage spiele entwickeln, wenn er es wirklich will. Dazu braucht es nichts weiter als sich einige YouTube-Videos anzusehen. Software dafür bekommt man hinterher geschmissen, die mittlerweile sogar ziemlich einsteigerfreundlich geworden ist. Und sollte man eh schon in der Materie drin sein, noch besser.
        Man sehe sich doch mal Steam an, was da täglich an spielen erscheinen ist schon nicht mehr schön. Die wirkliche Frage ist. wird es ein Erfolg?
      • Von hell-fire79 Anwärter/in
        Scam ist wohl das neue Nazi Äquivalent in der Gaming Szene?
        Ich sehe noch keine Scam. Wer Geld für Open Beta oder Earlyaccess ausgibt MUSS damit rechnen das dieses Geld "futsch" ist. Ist bissle wie mit Avocado kauf - da erkauft man sich auch nur die Chance auf eine Avocado.
      • Von Cortex79 Gelegenheitsspieler/in
        Letztendlich funktioniert das solange, wie jemand dafür zahlt! Ich sehe die gesamte Indie- und Early Access "Szene" mittlerweile höchst kritisch, und entscheide mich nur in relativ intensiven Vorrecherchen für den Kauf von EA-Titeln.

        Das sich dieses Muster so etabliert hat, liegt also zum großen Teil an den Spielern selbst. Betrug ist es erst dann, wenn es mit Vorsatz passiert. Und das dürfte den Firmen im Zweifel nur schwer unwiederbringlich nachweisbar sein. Denn nach der Devise "Im Zweifel für den Angeklagten" lässt sich ein solcher Vorsatz bei der Benutzung von Assets oder unprofessionellem Verhalten bei einer Spielentwicklung nun mal schwer zweifelsfrei als solcher beweisen.

        Wie schon mehrfach erwähnt warte ich immer noch auf die "Scam-Gurke des Jahrtausends": Star Citizen. Auch dort wird der "Betrug" oder eher moralisches Fehlverhalten vermutlich nicht offensichtlich oder nachweisbar werden, aber wenn das Game oder Teile davon i-wann überhaupt mal released werden sollten, wird das Ergebnis mitnichten einer Wertung oder Verhältnismäßigkeit der investierten Euros der Backer entsprechen. Was man dann daraus macht, liegt wohl dann immer im Auge des Betrachters.

        Nicht zuletzt, sondern allen voran liegt es eben vor allem an uns Gamern selbst, wie wir mit der Hoffnung nach Content und Entertainment auch hinsichtlich unseres Kaufverhaltens umgehen! Die medialen Hypes tun dazu ihr übriges.
      • Von Skullverton Mitglied
        Ich hab nichts gegen Standard-Assets. Sind ja nicht immer direkt hässlich, nur langweilig vielleicht. Ja, man kann sich Mühe geben, aber wenn es wirklich ein solch ambitioniertes Projekt ist, können sie doch noch gut nachlegen, zumal es auch erstmal eine Beta ist. (Seht doch nur, was aus No Man's Sky wurde).
      • Von s3dr1ck Gelegenheitsspieler/in
        Ganz einfach. Irgendwann kommt es raus oder halt nicht. Das kann so lange kein Betrug sein, solange man kein Geld investiert. Sehe daher kein Problem für niemanden. Wer heute bei Spielen in Vorkasse geht, ist selber schuld oder hat irgendwelche psychischen Probleme.
      Direkt zum Diskussionsende
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