The Guilty: Filmrezension zum packenden Drama aus Dänemark
"The Guilty" ist ein spannendes Drama, das an den Nerven zerrt. Polizist Asgers einzige Waffe beim Versuch, eine entführte Frau zu retten, ist das Telefon. Und das, obwohl er herausfindet, dass es sich um ein weitaus größeres Verbrechen handelt, als er zunächst angenommen hat. In seinem Spielfilm Debüt spannt Regisseur und Drehbuchautor Gustav Möller den Zuschauer zusätzlich auf die Folter, indem die Kamera das Gesicht des Protagonisten und dessen Arbeitsplatz während des gesamten Films kein einziges Mal verlässt. Außerdem verläuft die Handlung des Films in Echtzeit, sodass der Zuschauer den Vorfall gefühlt live miterlebt. Der Film erwartet uns ab dem 18. Oktober in den deutschen Kinos.
Aufgrund eines offenbar schief gelaufenen Einsatzes schiebt Polizist Asger Innendienst in der Notrufzentrale - und Frust wegen eines bevorstehenden Verfahrens. Als er den Anruf einer spürbar verstörten Frau erhält, die ihn mit Schätzchen anspricht, denkt er erst, es seien Drogen im Spiel. Doch als er durch routiniertes Fragen herausfindet, dass die Frau entführt wurde und mit ihrem Peiniger in einem Auto auf irgendeiner Schnellstraße unterwegs ist, versucht Asger im Kampf gegen die Zeit alles, um sie zu retten - auch wenn es gilt, seine Kompetenzen dabei zu überschreiten.
The Guilty (jetzt kaufen 7,99 € ) beschränkt sich die kompletten 88 Minuten auf einen Schauplatz: Die Notrufzentrale mit Asger und seinem Headset. In Echtzeit entfaltet sich so ein Krimidrama, das wegen seines eingeengten Handlungsspielraums die Anspannung und zeitweilige erdrückende Hilflosigkeit Asgers umso augenscheinlicher macht. So bewegt sich der gekonnt gemachte dänische Krimi in einer Tradition mit Filmen wie Locke, All Is Lost oder zuletzt Searching.
FAZIT: Fesselndes Kammerspiel, bei dem die Verzweiflung regelrecht greifbar wird. Ein einfacher, aber erstaunlich effizienter Nägelkauer.
