Unsere liebsten Retro-Klassiker: The Dig - Kolumne

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Special Katharina Pache - Autorin Maria Beyer-Fistrich Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Unsere liebsten Retro-Klassiker: The Dig - Kolumne
Quelle: PC Games

The Dig ist Survival-Training auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad: Überlebt auf einem fremden Planeten und findet den Weg zurück zur Erde!

Meine ersten Adventure-Erfahrungen hatte ich mit Fritzi Fisch. Ein bisschen weniger kindisch ging es weiter mit The Dig (jetzt kaufen 5,89 € ) von Lucasarts. Gemeinsam mit Fritzis Unterwasserabenteuer hat das Sci-Fi-Game das SCUMM-Code-Gerüst. SCUMM ist eine Art Hybrid aus Programmiersprache und Engine, die Lucas­arts seit 1987 zum Erstellen diverser Adventures nutzte (The Dig ist das elfte Spiel auf dieser Basis). Schon wieder was gelernt!

Stille des Weltalls

Anders als die eher schrägen ­Adventures dieser Zeit, wie etwa Maniac Mansion, The Secret of ­Monkey Island und ja, auch Fritzi Fisch, umspielt The Der Beginn des Abenteuers: Beim Sprengen des Asteroiden entdecken die drei Astronauten Hinweise auf außerirdische Intelligenz. Mysteriös ... (PC) (1) Quelle: PC Games Der Beginn des Abenteuers: Beim Sprengen des Asteroiden entdecken die drei Astronauten Hinweise auf außerirdische Intelligenz. Mysteriös ... (PC) (1) Dig eine mysteriöse, ­melancholische Aura. Und das trotz der eifrigen Sprücheklopferei des Helden Commander Boston Low. Der erfahrene Astronaut wird begleitet vom Archäologen Ludger Brink und der Journalistin Maggie Robbins. Das Trio soll Sprengladungen an einem nahenden Asteroiden befestigen, um diesen vom Kollisionskurs mit der Erde zu abzubringen. Aber: Im ­Inneren des Himmelskörpers finden sich Hinweise auf die Anwesenheit außerirdischer Intelligenz. Beim Erforschen des Innenlebens des Asteroiden aktivieren die Drei eine Art Mechanik und werden an einen völlig fremden Ort in einer anderen Galaxie transportiert. Dort ist von lebendigen Außerirdischen - abgesehen von ein paar schildkröten­artigen Echsen und einem Seemonster - keine Spur zu finden. Allerdings scheint eine Art Geist herumzuspuken, der die Raumfahrer auf eine gewisse Fährte locken will. Ob diese nach Hause führt, oder eher ins Verderben?

Soll ich?

Ich habe lange überlegt, ob ich an dieser Stelle die Handlung spoilern sollte oder nicht - einerseits ist das Spiel über zwanzig Jahre alt, andererseits möchte der eine oder andere das Abenteuer vielleicht nun selbst erleben? Lagebesprechung: In der fremden Welt angekommen ist die Gruppe unschlüssig über das weitere Vorgehen – und wie man je wieder zur Erde kommen soll. (PC) Quelle: PC Games Lagebesprechung: In der fremden Welt angekommen ist die Gruppe unschlüssig über das weitere Vorgehen – und wie man je wieder zur Erde kommen soll. (PC) Deshalb hier eine Art Kompromiss: Während der Erforschung der fremden Welt kommt es zu einem Unglück, das durch die Entdeckung von Alien-Technologie ungeschehen gemacht werden kann. So heilbringend, wie es zunächst anmutet, ist diese Option jedoch nicht. Sogar eine wichtige Entscheidung am Ende des Spiels basiert auf diesem Plotdetail. Auch wenn die Idee hinter dem Konflikt und der Verlauf der Handlung nicht besonders originell sind, so fesselt The Dig doch die ganzen acht Stunden über, die man durchschnittlich benötigt, um zum Ende der Erzählung zu gelangen. Als besonders wohltuend empfand ich, dass die fremde Alien-Welt melancholisch, archaisch und trist statt hyper-modern und grell wirkt. Das unterstreicht die Einsamkeit und Fremdheit der menschlichen Besucher umso mehr, und wenn dann wirklich mal ein lebendiges Wesen auftaucht, dann hat das eine viel faszinierendere Wirkung auf den Spieler. Auch, dass sich die Gruppe im Verlauf der Handlung trennt, trägt zum Feeling bei.

Wirr und kompliziert

Ich muss gestehen, dass ich The Dig als Kind nicht durchgespielt habe. Einige der Rätsel waren mir zu hoch. Die meisten Aufgabenstellungen sind Grüne Kristalle: Diese Steine haben besondere Eigenschaften. Und sie liegen so schön abgriffbereit in diesem Bottich herum. Wieso nicht die Taschen damit füllen?  (PC) Quelle: PC Games Grüne Kristalle: Diese Steine haben besondere Eigenschaften. Und sie liegen so schön abgriffbereit in diesem Bottich herum. Wieso nicht die Taschen damit füllen?  (PC) zwar einfach zu verstehen oder mit ein bisschen Herumprobieren zu lösen, einige davon habe ich aber auch heute nur mit Nachschauen bewältigt. Etwa die Schaltereingabe (siehe Bild unten), bei der man verschiedene Farbtasten drücken muss und bei der mir bis heute nicht klar ist, wie man auf die Lösung kommen soll, ohne zufällig die richtigen Knöpfe zu betätigen (oder einfach nachzusehen). Vielleicht gibt es ja eine Herleitung - sollte diese jemand von euch kennen, dann lasst es mich wissen. Die Puzzles sind meiner Ansicht nach die Schwachstelle des Spiels, was bei einem Adventure natürlich recht ungünstig ist.

Nichtsdestotrotz hatte ich beim erneuten Zocken viele Jahre später wieder Gänsehaut, weil ich das Setting so liebe, und weil die Orchesteruntermalung perfekt zum Spiel passt. Gleichzeitig muss ich die für die Zeit herausragende deutsche Synchronisation loben, die mit der markanten Stimme von Scully aus Akte X aufwartet. Grafisch ist das Adventure ganz gut gealtert, natürlich sollte man keine Allergie gegen den Pixellook haben. Wenn ihr nun Interesse habt, selbst auf Alien-Suche zu gehen, dann lest ihr folgenden Abschnitt, wie ihr eurem Begehren einfach und günstig nachgehen könnt. Ist The Dig ein perfektes Adventure? Nein. Lustig wie Monkey ­Island oder einfallsreich wie Maniac Mansion ist es auch nicht. Die ­Atmosphäre aber, die ist wirklich etwas Besonderes - und auch heute noch einen Blick wert!

Wo bekomme ich das heute noch her?
Wenn ihr einen PC besitzt, ist es ein Leichtes, The Dig auch heute noch zu spielen. Auf Steam kostet The Dig momentan 4,99 Euro, bei gog.com sind es außerhalb der aktuell laufenden Weihnachstangebote 5,29 Euro. Durch Rabattaktionen können diese Preise schwanken. Vorsicht: Nur die DRM-freie Version von gog.com bietet die sehr gute deutsche Synchronisation sowie deutsche Texte (auf Wahl auch Italienisch, Französisch und Spanisch). Auf Steam ertönen die Stimmen in Englisch. Die Mindestanforderungen des Spiels sind sehr niedrig, es läuft auch auf Mac und Linux.

Bildergalerie

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    • Kommentare (13)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Zitat von Spiritogre
        Da fällt mir sofort Loom ein, das ich persönlich 1000 Mal besser als The Dig finde, tatsächlich ist insbesondere die Story von The Dig ziemlich schwach und auch viele Rätsel sind eben nicht wirklich auf Lucas Arts gewohntem Niveau.

        Insgesamt sehe ich The Dig zusammen mit dem letzten damaligen Monkey Island als so ziemlich mieseste LA Adventures überhaupt. Vollgas wiederum ist irgendwo so dazwischen, das war eben mal für einen langen Nachmittag lustig ist aber eben kein Vergleich zu den anderne Lucas Arts Games, wo man viele Tage dran knobelt.
        Loom war halt sehr speziell, die Mechanik mit den Musiknoten fürs Auslösen von Aktionen war eine schöne Idee. Ich mag Loom sehr, auch wegen seiner unkonventionellen Geschichte. Gehörte allerdings auch zu den sehr kurzen LA-Spielen.

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      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Zitat von Spiritogre
        Da fällt mir sofort Loom ein, das ich persönlich 1000 Mal besser als The Dig finde, tatsächlich ist insbesondere die Story von The Dig ziemlich schwach und auch viele Rätsel sind eben nicht wirklich auf Lucas Arts gewohntem Niveau.

        Insgesamt sehe ich The Dig zusammen mit dem letzten damaligen Monkey Island als so ziemlich mieseste LA Adventures überhaupt. Vollgas wiederum ist irgendwo so dazwischen, das war eben mal für einen langen Nachmittag lustig ist aber eben kein Vergleich zu den anderne Lucas Arts Games, wo man viele Tage dran knobelt.
        Loom war halt sehr speziell, die Mechanik mit den Musiknoten fürs Auslösen von Aktionen war eine schöne Idee. Ich mag Loom sehr, auch wegen seiner unkonventionellen Geschichte. Gehörte allerdings auch zu den sehr kurzen LA-Spielen.

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      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von MrFob
        Cooles Spiel auf jeden Fall. Wahrscheinlich mein liebstes LA Adventure, weil es halt auch so ziemlich das einzige mit einer eher ernsten Story ist.
        Da fällt mir sofort Loom ein, das ich persönlich 1000 Mal besser als The Dig finde, tatsächlich ist insbesondere die Story von The Dig ziemlich schwach und auch viele Rätsel sind eben nicht wirklich auf Lucas Arts gewohntem Niveau.

        Insgesamt sehe ich The Dig zusammen mit dem letzten damaligen Monkey Island als so ziemlich mieseste LA Adventures überhaupt. Vollgas wiederum ist irgendwo so dazwischen, das war eben mal für einen langen Nachmittag lustig ist aber eben kein Vergleich zu den anderne Lucas Arts Games, wo man viele Tage dran knobelt.
      • Von MiK69 NPC
        Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich über eine remastered Version freuen würde! :)
      • Von MrFob Nerd
        Zitat von sauerlandboy79
        Ich meine sogar dass es als Episoden-Story zu Spielbergs "Amazing Stories"-Serie angedacht war, wohl aber aus Budget-Gründen nie zustande kam.

        Gesendet von meinem 6070K mit Tapatalk
        So ungefähr. Die ganz grobe Idee für die Prämisse war wohl von ihm in den 80ern mal für einen Film angefacht aber nie umgesetzt worden. Mit der (recht dünnen) Verbindung zu Spielberg haben sie damals auch ordentlich Werbung für das Spiel gemacht.

        Auch interessant: Einer der Autoren war Orson Scott Card, der z. B. das Buch „Ender‘s Game“ geschrieben hat.
      • Von sauerlandboy79 Mitglied
        Zitat von FelixSchuetz
        Soweit ich weiß, war das ursprünglich auch geplant. Später wurde zumindest noch ein Roman daraus. Den hab ich sogar irgendwo im Schrank.
        Ich meine sogar dass es als Episoden-Story zu Spielbergs "Amazing Stories"-Serie angedacht war, wohl aber aus Budget-Gründen nie zustande kam.

        Gesendet von meinem 6070K mit Tapatalk
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