The Dark Pictures Anthology: Man of Medan im Test - Wer früher stirbt, ist länger tot

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The Dark Pictures Anthology: Man of Medan im Test - Wer früher stirbt, ist länger tot
Quelle: PC Games

Mit ihrem Horror-Adventure Until Dawn hatten Supermassive Games großen Erfolg. Nun kommt der nächste Titel des britischen Entwicklerteams und heißt Man of Medan. Das Spiel gehört zu The Dark Pictures Anthology und es sollen sieben weitere Titel in der Sammlung folgen. Jeder mit anderen Charakteren. Jetzt haben wir aber zunächst diesen getestet. Wir verraten euch im Test, ob die Anthologie einen guten Start hinlegt!

Es ist zwar noch ein bisschen Zeit bis Halloween, aber ein wenig Horror kann auch in den Sommermonaten nicht schaden! Ab dem 30. August 2019 ist der erste Teil der Dark Pictures Anthology für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Das Spiel hört auf den Titel Man of Medan und ist von den Until-Dawn-Machern Supermassive Games. Und so müsst ihr euch das Adventure auch ungefähr vorstellen. Mit einer Gruppe von fünf Leuten, von denen ihr jeden steuert, landet ihr auf einem riesigen Schiff in der Mitte des Ozeans, das offensichtlich verlassen ist.

Wir wollen nicht zu sehr spoilern wie ihr in diese prekäre Situation geratet, doch die Aufgabe ist, es wieder von dem Dampfer runter zu schaffen. Leider sind die Charaktere ziemlich uninteressant. Obwohl ihre Beziehungen untereinander wichtig für den Verlauf der Handlung sind, kommt nicht wirklich viel Motivation auf, die Figuren kennen zu lernen. Die Geschichte des Schiffs und die Hintergründe darüber, was dort passiert sein könnte, werden zwar gut erzählt und es gibt auch spannende Wendepunkte, doch auf lange Sicht ist kaum Motivation vorhanden, voranzuschreiten. Sind es Geister? Zombies? Oder doch ein Experiment, das fürchterlich schiefgegangen ist?

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Man of Medan im Test: Wählt weise!

Die Kursrichtung zeigt euch, was eure Entscheidungen bewirkt haben. Quelle: PC Games Die Kursrichtung zeigt euch, was eure Entscheidungen bewirkt haben. Wie auch in Until Dawn ist das ­Gameplay sehr begrenzt. Ihr trefft Entscheidungen, die gewisse Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte haben. Das wird durch Kursrichtungen angezeigt, die sich ändern können, je nachdem, wofür ihr euch entscheidet. Zunächst mag das vielleicht nicht so offensichtlich sein, doch eine Wahl kann sich auch erst sehr spät im Spiel auswirken. Als Hilfe dienen euch Bilder, die ihr in Man of Medan findet. Sie nehmen der Platz der Totems aus Until Dawn ein und zeigen euch Vorahnungen. Das sind quasi kurze Einblicke in zukünftige Szenen. Wenn ihr gut aufpasst, könnt ihr später die richtige Wahl treffen, die vielleicht über Leben und Tod eines Charakters entscheidet. Auch Quick-Time-Events sind mal wieder mit von der Partie- Zudem findet ihr auf dem alten Kahn viele Geheimnisse - Dokumente oder Notizen, die euch mehr Einblick in die Geschehnisse geben, die vor Jahren auf dem Schiff passiert sind und warum die Crew verschwunden ist.

Der Kurator wird auch in den nächsten Teilen der Anthologie vertreten sein. Quelle: PC Games Der Kurator wird auch in den nächsten Teilen der Anthologie vertreten sein. Erinnert ihr euch an den Psychiater aus Until Dawn? Auch in Man of Medan unterbricht ein unheimlicher Kerl die Handlung. Er sitzt in einer alten Bibliothek und nennt sich Kurator. Innerhalb der Handlung taucht er öfter auf, meist kurz vor einem einschneidenden Erlebnis oder Tod. Anders als der Psychiater beeinflusst er das Geschehen nicht, kann euch aber Hinweise geben. Es wirkt, als wäre er eine durchgängige Figur, die auch in den nächsten Teilen der Dark Pictures Anthology wieder auftaucht.

Man of Medan-Review: Eingefroren und verloren

Anders als in Until Dawn haltet ihr nicht mehr den Controller still, sondern drückt einen Herzschlag nach. Quelle: PC Games Anders als in Until Dawn haltet ihr nicht mehr den Controller still, sondern drückt einen Herzschlag nach. Technisch lässt Man of Medan einiges zu wünschen übrig. Auf der normalen PS4 gibt es extreme Ruckler und teilweise sogar Freezes, die vor allem Quick-Time-Events und zeitkritische Entscheidungen negativ beeinflussen können. So fror uns das Bild während eines QTEs ein, wodurch einer unserer Charaktere draufging. Auf der PS4 Pro ist es besser, doch auch dort sind Ruckler vorhanden und das Nachladen der Texturen fällt ebenfalls ex­trem auf. Auch das Steuern der Figuren ist eher stockend. Sie wirken beim Laufen steif und es ist schwierig, sie in den engen Schiffsinnenräumen zu navigieren. In unserer Version gab es keine englische Vertonung, lediglich die deutsche mit entsprechenden Untertiteln. Die Vertonungen sind okay, aber nicht grandios. Die Dialoge sind jedoch oft übersteuert und stimmen nicht immer mit den Untertiteln überein. Dafür sind Stimmung und Atmosphäre sehr passend für ein Horror-­Adventure, denn es herrscht eine Art Grund-Angespanntheit.

Heuert die Crew an!

Im Gegensatz zu Until Dawn gibt es in Man of Medan jetzt sogar einen Multiplayer-Modus in zwei Versionen! Einerseits könnt ihr den Filmabend spielen, wo ihr mit bis zu vier weiteren Leuten von der Couch aus Entscheidungen trefft. Anders als zunächst gedacht, hat dabei aber nicht jeder einen Controller und steuert eine Figur. Ein einzelnes Steuergerät wird zwischen den Mitspielern weitergegeben und jeder navigiert eine Figur in einem Kapitel. Klingt zwar ganz cool, ist aber eher mäßig spannend, wenn man dabei nur zuschaut.

Die andere Version ist der Online-Koop-Modus! Ihr habt richtig gelesen! Dabei spielt ihr mit einem anderen Mitstreiter. Der Host nimmt die Position der Hauptfigur ein, die auch im Einzelspieler-Modus vorgesehen ist und der Koop-Partner navigiert die zweite Figur im Bunde. Wir konnten das im Test leider noch nicht ausprobieren, da das Spiel noch nicht erschienen ist und wir so noch keine Mitspieler hatten, werden das aber sobald wie möglich nachreichen.

Die Geister, die ich rief

Es gibt unglaublich viele Arten, wie die Charaktere sterben können. Quelle: PC Games Es gibt unglaublich viele Arten, wie die Charaktere sterben können. Wenn man Man of Medan als eine Kurzgeschichte mit offenem Anfang und Ende betrachtet, dann ist es durchaus ein gutes Spiel. Die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt, die Geschichte interessant und gut erzählt. Trotzdem führen vor allem die technischen Probleme und die eher irrelevanten Charaktere zu mehr Frust als Spaß. Der Wiederspielwert ist jedoch hoch. Wir haben beim Test allein drei Durchläufe gespielt, Man of Medan ist etwa vier bis fünf Stunden lang. Verschiedene Entscheidungen führten tatsächlich zu unterschiedlichen Ergebnissen, obwohl wir es nicht geschafft haben, alle Charaktere draufgehen zu lassen. Wenn ihr Until Dawn also mochtet, oder allgemein Fans von spannenden Gruselgeschichten mit hohem Jumpscare-Aufkommen seid, dann solltet ihr Man of Medan auf jeden Fall eine Chance geben. Und die kommenden Geschichten sind bestimmt auch einen Blick wert. Wir warten auf jeden Fall schon gespannt darauf!

Update: Die PC-Version gespielt

Zum Release von Man of Medan haben wir uns noch die PC-Version zu Gemüte geführt, um für euch zu prüfen, ob diese ähnliche Probleme wie die PS4-Variante hat, oder besser da steht. Die technischen Macken, die sich auf der Playstation zeigen, sind auch noch beim PC zu erkennen. Zwar ruckelt das Spiel wesentlich weniger und auch die Texturen laden schneller nach, doch richtig flüssig läuft Man of Medan auch hier nicht. Wir haben sogar - anders als auf der PS4 - einen Absturz zu verbuchen! Dafür konnten wir uns nun endlich auch die englische Vertonung anhören. Diese ist zwar natürlich wesentlich besser auf die Mundbewegungen synchronisiert, aber auch nicht gerade herausragend gut gemacht. Aber wenn es euch möglich ist, Man of Medan auf Englisch zu spielen, tut es. Das ist einfach angenehmer für die Ohren. Die Steuerung funktioniert sowohl mit Tastatur und Maus, als auch mit Gamepad unverändert gut. Trotzdem: Der erste Teil der Dark Pictures Anthology glänzt nicht so sehr auf PC, wie erwartet.

Man of Medan im Test: Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu The Dark Pictures Anthology (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu The Dark Pictures Anthology (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu The Dark Pictures Anthology (XBO)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Interessante Geschichte, die spannend erzählt wirdGute Horror-Stimmung, die sich durch das ganze Spiel ziehtSehr hoher WiederspielwertSzenenauswahl nach Ende des Spiels
Technische Probleme: Ruckler, Freeze-Frames, Texturen laden nachCharaktere sind nicht sehr interessantKitschige DialogeDialoge und Untertitel passen oft nicht zusammenUnpraktische Steuerung der Figuren
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    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von OldMCJimBob Mitglied
        Zitat von TheLightningYu
        Muss man denn jeden Hype immer infrage stellen? Ist es denn heute zuviel verlangt oder "schwer zu begreifen" das es nunmal verschiedene Geschmäcker gibt und man einfach mal akzeptiert könnte...
        Ok ok. Du hast Recht!
        Next Time: Nicht gleich an die Decke gehen, wenn jemand eine andere Sicht hat als Du, und diese auch ausdrückt. Genau dazu ist das Forum nämlich da :)
      • Von OldMCJimBob Mitglied
        Zitat von TheLightningYu
        Muss man denn jeden Hype immer infrage stellen? Ist es denn heute zuviel verlangt oder "schwer zu begreifen" das es nunmal verschiedene Geschmäcker gibt und man einfach mal akzeptiert könnte...
        Ok ok. Du hast Recht!
        Next Time: Nicht gleich an die Decke gehen, wenn jemand eine andere Sicht hat als Du, und diese auch ausdrückt. Genau dazu ist das Forum nämlich da :)
      • Von TheLightningYu NPC
        Zitat von OldMCJimBob
        Ich begreife den Hype um Until Dawn nicht.
        Muss man denn jeden Hype immer infrage stellen? Ist es denn heute zuviel verlangt oder "schwer zu begreifen" das es nunmal verschiedene Geschmäcker gibt und man einfach mal akzeptiert könnte, das anderen Leuten etwas gefällt mit den man selbst nichts anfangen kann?!
        Zitat von OldMCJimBob
        Die Charaktere wirkten auf mich sowas von unsympathisch und blöde, von der Story ganz zu schweigen. Mir verging nach etwa zwei Stunden einfach die Lust; etwa da, als ich mit meinem hotten boy und seinem tussigen girl in den verlassenen Minenschacht gehen sollte, um "eine Abkürzung" zu nehmen.
        Tja, das ist halt die Sache mit "Sympathie" nicht jeder Mensch findet jeden Menschen gleich Sympathisch. Wir könnten jetzt sämtliche Spiele durchgehen die wir je gespielt haben, und ich behaupte mal das wir auf sehr viele Figuren treffen werden, bei denen wir anderer Meinung sind ob sie Spannend oder Sympathisch ist. Es gibt sicher natürlich auch den ein oder anderen Sympathieträger der relativ Allgemein als solches aufgenommen wird, aber vorallem wenn eine Figur menschlicher wird und auch aus Fehlern besteht, zweigt sich Sympathie außeinander.

        #Man of Medan muss man aber sagen, das es halt ein 30€ Budget Titel ist, natürlich hat das Spiel nicht soviele Facetten wie ein Until Dawn. Wenn du also mit UD nichts anfangen konntest denke ich ma wirst du mit MoM auch nichts anfangen können.

        Zitat von GoldenGamerXL
        Also ich habe Until Dawn mehrmals durchgespielt mit unterschiedlichen Enden und zumindest anderen zweigen der Story.
        Dabei war der Wiederspielwert und die Entscheidungen die dazu beigetragen haben maßgebend. Die Story fand ich "okay" vom Unterhaltungswert her
        Wobei ich dahingehend soweit gehen würde, das es aber für und nicht gegen die Story spricht, weil diese Entscheidungen und Wiederspielwert Teil der Geschichte sind.

        Zitat von GoldenGamerXL
        Abgesehen davon weiß ich eigentlich auch nicht genau warum das Spiel in meinem Kopf als "gut" hinterlegt ist.
        Ich würde behaupten das es an der Qualität und Spielerfahrung liegt. Natürlich ist vieles von der Story bishin zur Charaktere etwas klischee bzw besser gesagt stereotypisch, aber viele großartige Geschichten arbeiten mit sowas. Der Vorteil an Stereotypen ist halt, das man Charaktere diverse darstellen kann mit einem klaren Bild, und ich würde auch dreist behaupten das das auch an und für sich nichts schlimmes ist. Wichtig ist nur wie gut die Details ausgearbeitet sind und da empfand ich durchaus das Until Dawn, vorallem dank der Entscheidungsmechanik, sehr stark.

        Zitat von GoldenGamerXL
        die Charaktere hingegen fand ich auch größtenteils Klischee.
        Zitat von Nyx-Adreena
        Die Charaktere in Until Dawn waren komplett überzeichnet und spielten auf die üblichen Klischees in Horrorfilmen mit Teenies an.
        Wie bereits erwähnt, finde ich nicht das man so etwas pauschal als Schwäche oder Schlecht bezeichnen kann, weil es halt viel mehr um die Umsetzung drauf ankommt. Wenn ein Spiel gut und qualitativ umgesetzt ist, wenn die Charaktere trotz Klischee oder Stereotypen gut ausgearbeitet sind, vorallem in den Details, dann ist diese Tatsache meines Erachtens nach eher Irrelevant. Wenn ich mir so ein Großteil meiner Favoriten in Punkto Charaktere aus anderen Spielen anschaue, dann sind da auch klischee oder stereotypen drinn. Und auch wenn das jetzt kritisch klingen mag, vorallem weil es sehr viele Leute nicht gerne hören, auch wenn wir Menschen von den Facetten / Detail jeder ein eigenes Individuum ist, im großen und ganzen erfüllen wir auch oft gewissen Rollenmuster, Klischees, Schubladen etc.
      • Von Robertius Mitglied
        Zitat von OldMCJimBob
        Ich begreife den Hype um Until Dawn nicht. Die Charaktere wirkten auf mich sowas von unsympathisch und blöde, von der Story ganz zu schweigen. Mir verging nach etwa zwei Stunden einfach die Lust; etwa da, als ich mit meinem hotten boy und seinem tussigen girl in den verlassenen Minenschacht gehen sollte, um "eine Abkürzung" zu nehmen. Wenn dieses Spiel noch schlechter ist kann es mir gestohlen bleiben.
        Es war halt ok, wenn man irgendwie auf trashige B-Movie Horrorfilme mir klischeehaften Darstellern und schlechten Dialogen steht und selbst dann kommt es über Durchschnitt nicht hinaus. Wenn man da nichts für übrig hat, dann ist das Spiel auch eher nichts für einen.
      • Von GoldenGamerXL Mitglied
        Also ich habe Until Dawn mehrmals durchgespielt mit unterschiedlichen Enden und zumindest anderen zweigen der Story.
        Dabei war der Wiederspielwert und die Entscheidungen die dazu beigetragen haben maßgebend. Die Story fand ich "okay" vom Unterhaltungswert her, die Charaktere hingegen fand ich auch größtenteils Klischee.
        Das beispielsweise die deutsche Sprachausgabe dermaßen asynchron war, hatte mir bei meinem ersten Spieldurchgang die Immersion genommen. Abgesehen davon weiß ich eigentlich auch nicht genau warum das Spiel in meinem Kopf als "gut" hinterlegt ist. Ich hab mir Man of Medan jetzt für 19,99 Euro sichern können für einen neuen Ps4 Titel also mehr als ok, die Spielzeit ist zwar gering aber durch die Wiederspielbarkeit addierbar.

        Also alles in allem sehe ich keinen Grund das ganze nicht mal zu versuchen. Viel mehr als bei Until Dawn sollte man wohl aber nicht erwarten.
      • Von Nyx-Adreena Nerd
        Die Charaktere in Until Dawn waren komplett überzeichnet und spielten auf die üblichen Klischees in Horrorfilmen mit Teenies an.
        Ich fand es erstaunlich, dass am Ende ausgerechnet der großspurige Mike noch den ein oder anderen Sympathiepunkt abräumen konnte, obwohl der zu Beginn genauso nervig war, wie alle anderen.

        Ich freue mich auf das neue Spiel. :)
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