Tales of Monkey Island im Test - Viele Wünsche bleiben unerfüllt
Unser Test zu Tales of Monkey Island: Launch of the Screaming Narwhal zeigt: Wie man's auch macht, macht man's verkehrt: Lucas Arts erhört die Gebete der Fans, lässt aber einige Wünsche unerfüllt.
Quelle: Telltale Games / LucasArts
Tales of Monkey Island im Test (4)
Klassische Abenteuerkost ohne Highlights oder Überraschungen - viel mehr bietet die grundsolide Pilotfolge nicht. Guybrush erledigt Botengänge, sammelt Items, benutzt sie an anderer Stelle und führt reichlich Gespräche. Das Rätseldesign ist nie unfair oder unlogisch, denn der Schwierigkeitsgrad fällt - typisch für Telltale - deutlich niedriger aus als in früheren Teilen der Reihe. Zusätzlich wurde ein gutes, optionales Hilfesystem eingebaut. Weniger schön: Viele Dialoge bieten nur wenige Antwortmöglichkeiten und laufen ungewohnt linear ab.
Quelle: Telltale Games / LucasArts
Tales of Monkey Island im Test (5)
Auch der Grafikstil dürfte einigen Fans der Klassiker missfallen: Er ist komplett in 3D gehalten und macht mit detailarmen Umgebungen und etwas klobigen Charaktermodellen schmerzhaft deutlich, warum viele Adventure-Anhänger selbst heutzutage noch 2D-Grafik bevorzugen. Doch auch abseits der Ästhetik dämpft die neue Technik den Spielspaß: Die Steuerung bietet nämlich kein gewohntes Point & Click, sondern enttäuscht mit einer ungenauen Mischung aus Tastatur- und Mausbedienung. Eine reine Maus-Steuerung ist zwar ebenfalls möglich, entpuppt sich in der Praxis aber als arg fummelig. Hinzu kommen einige unvorteilhafte Kameraperspektiven und ein umständliches Inventar - Sam & Max spielt sich im Vergleich viel besser.
Trotz der Bedienungsmängel sind die knapp vier Spielstunden der ersten Folge vergnüglich, vor allem dank der englischen Sprecher: Speziell Guybrush ist - wie schon in den Vorgängern - hinreißend vertont. Da sorgen selbst kleine Gags für große Lacher. Allerdings sind gute Englischkenntnisse erforderlich, denn eine deutsche Fassung ist noch nicht geplant.

Wenn ich mal wieder Bock auf MI hab, greif ich zum Original.
Und irgendwie hab ich des Gefühl, dass ich da nicht allein so denke.
Wieso sollte es gleich tabu sein?
"Momentan nicht geeignet" geht doch genauso gut, und signalisiert nicht so stark, dass man partout nicht bereit ist, seine Englischkenntnisse zu verbessern, um dann irgendwann doch die Originalausgabe zu spielen.
Sicher handelt es sich um umgangssprachliches, amerikanisches Englisch, was auch mit guten Kenntnissen aus dem Schulunterricht an manchen (wenigen) Stellen nicht einfach zu verstehen ist, aber dennoch kann man sich ja mal neuen Herausforderungen stellen!
Beim Preis von rund 26 EUR für alle 5 Episoden ist's ja auch nicht so tragisch, wenn man nur 80% der Jokes mitbekommt.
Den Rest kann man ja beim zweiten Durchspielen nachholen, wenn (und falls) das Spiel mit deutscher Sprache raus kommt. Spaß machen wird so ein zweiter Durchgang definitiv.
Ich selber habe jede Episode eh zweimal gespielt, um beim zweiten Mal eben mehr auf sprachliche Feinheiten zu achten, die mir beim ersten Mal verborgen blieben.
(Für Besitzer der Erstversion wird es für eine deutsche Sprachausgabe später bestimmt auch Rabatte geben, da ist Telltale recht generös). Angedacht ist auf jeden Fall, auch fremde Sprachen zu veröffentlichen, aber es wird, selbst wenn es dazu kommt, ganz sicher dauern.
Wer nicht so lange warten möchte, ein definitv gutes, äusserst unterhaltsames, würdiges und kurzweiliges Sequel der MonkeyIsland Reihe zu spielen, der muss halt an seinen Englischkenntnissen feilen. Zum Nachteil für's Leben ist das sicher nicht. Also, wie groß muß ein Anreiz noch werden?
Wenn ich mal wieder Bock auf MI hab, greif ich zum Original.
Und irgendwie hab ich des Gefühl, dass ich da nicht allein so denke.
Wenn man sich mit den Episoden nicht anfreunden will, wartet man eben 6 Monate bis das komplette Spiel fertig is. Sollte kein Problem sein.
Natürlich hatter nicht den Humor gemeint, Herr "Humor kann in seiner Form kaum "light" sein"! Aber ein Adventure besteht nunmal nicht nur aus Rätseln! Das Drumherum ist ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger! Was will ich mit einem Spiel, das wundervoll fordernde Rätsel hat, dafür aber ne beschissene Hintergrundstory, langweilige Charactere und den Humor einer Klobürste?!?
Du hast mit deiner Umschreibung eines gelungenen Spiels natürlich völlig recht, nur wie ich bereits geschrieben habe stimmen hier (für MI-Verhältnisse) weder der Humor noch die Rätsel oder die Charaktere. All diese Punkte hinken den Originalen um Längen hinterher und das ist nunmal eine Tatsache. Und was will ich mit einem Spiel bei welchem weder Humor noch Rätsel noch Charaktere stimmen? ;-)