Stronghold: Legends

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Obwohl der Riese bereits eine Bresche geschlagen hat, kümmert er sich um die unwichtige Mauer. Obwohl der Riese bereits eine Bresche geschlagen hat, kümmert er sich um die unwichtige Mauer. Nichts davon passiert in den drei Legenden-Kampagnen. Egal, ob Sie auf den Spuren der Ritter der Tafelrunde die Burg Camelot neu aufbauen und König Arthur begleiten, in der Walachei das Aufleben von Draculas blutleckenden Geschöpfen erleben oder im Geiste germanischer Drachentöter Geschichten erleben wollen, die Sie trotz Streichhölzer in den Augen im Deutschunterricht immer verpasst haben: die Feldzüge, über gesprochenen Text und Mini-Videos vorangetrieben, fesseln so gut wie nie an den Monitor.

Das liegt zum einen daran, dass die Helden im Spiel weit weniger authentisch wirken als etwa Johanna von Orleans in Age of Empires 2. Wenigstens ein paar Spezialaktionen im Stile von Schlacht um Mittelerde sind für die jeweiligen Heroen verfügbar - etwa das Herbeirufen eins Rudels Werwölfe oder ein Wälle zum Einsturz bringendes Horn.

Wenn schon die Helden - die Sie im freien Spiel auch rekrutieren können - nicht überzeugen, wäre ja zumindest ein passables Missionsdesign ein erfreulicher Lichtblick. Doch auch hier folgt viel Schatten auf wenig Licht. Es gibt spannende, temporeiche "Indoor"-Missionen, wie die Zerstörung des Rosengartens König Laurins und "Haltet die Burg"-Aufträge, die entfernt an das brillante Szenario zu Helms Klamm in Schlacht um Mittelerde erinnern. Doch während in den bloßen Missionszielen zumindest leidliche Abwechslung über den Burgfried rollt, spielen sich die zahlreichen Aufbaumissionen zäh und gleichen einander in einem Maße, dass die Troubadoure Trauersänge anstimmen.

Mittelalterliches Trauerspiel

Stronghold: Legends Zumeist gibt es genau zwei Zustände im Burgherrenleben. Entweder Sie stehen sich die Beine in den Bauch, weil ewig nichts passiert und die Karte auch keinen Raum für Expansion erlaubt - und trotzdem erwartet Sie nur ein kümmerliches Häufchen anstürmender Leiternträger. Oder aber Sie sind permanent damit beschäftigt, Missionen neu zu starten, flugs Gebäude zu platzieren und angespannt auf die Fertigstellung Ihrer Waffen zu warten, weil Streitmächte Sie ständig angreifen. Dieses Wechselbad der Gefühle ist unabhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad - Stronghold Legends ist hoffnungslos unbalanciert.

Bei diesen Kritikpunkten könnte man Gnade vor Recht ergehen lassen, würde Stronghold Legends nicht selbst bei den Grundmauern eines Strategiespiels unverzeihliche Fehler begehen. Dazu gehört ein indiskutables Einheitenverhalten: Ihre Pfahlschleudern lassen trotz aggressiver Einstellung seelenruhig feindliche Truppen passieren. Gleichzeitig laufen mitunter Truppenverbände ohne ersichtlichen Grund über die Karte, nachdem in der Kaserne ein neues Regiment erstellt wurde.
Auch Ihre Gegner haben die Weisheit nicht als Festmahl genossen. Angreifende Riesen machen sich erst einmal ausführlich über ein paar zur Ablenkung platzierte Mauerteilstücke vor der Burg her - Legendenatmosphäre kommt da nicht auf.

Wertung zu Stronghold: Legends (PC)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Nette Idee in passendem SzenarioViele Gebäude für die eigene Burg
Miserables EinheitenverhaltenÜbersetzungsfehler und BugsSchwaches Kampagnendesign

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