Steelrising im Test: Gutes Souls-like, aber die Revolution bleibt aus
Steelrising im Test: Wir haben uns durch das alternative Paris am Vorabend der Französischen Revolution gekämpft und liefern euch im Review unsere persönlichen Eindrücke. Die packend inszenierte Atmosphäre liefert ein stimmungsvolles Abenteuer mit vielen historischen Persönlichkeiten und toll inszenierten Boss-Gegnern. Leider sind diese für Souls-Veteranen keine Herausforderung. Ein paar technische Macken trüben zudem den Gesamteindruck.
Die Französische Revolution steht kurz vor dem Ausbruch. Königin Marie-Antoinette verweilt nicht ganz freiwillig im Schloss Saint-Cloud, bewacht von einer Automaten-Armee ihres Gemahls König Ludwig XVI. Sie sorgt sich um ihre Kinder und entsendet ihren persönlichen Leibwächter-Automaten Aegis nach Paris, um den König aufzuhalten. Steelrising entführt den Spieler in eine spannende, alternative Realität im Vorfeld der Revolution in Frankreich. Wild gewordene Roboter attackieren und terrorisieren die Menschen in den Straßen. Die Bewohner haben sich in ihre Häuser zurückgezogen - Bloodborne lässt grüßen - und bieten Dialoge und manchmal auch kleine Quests samt Belohnungen. Wichtige Charaktere wie Robespierre, der Marquis de La Fayette oder Jean-Sylvain Bailly sind ebenfalls Teil des packenden Settings und bieten Nebenquests für die Pariser Schauplätze. Viel mehr wollen wir in Sachen Geschichte gar nicht verraten, da diese über Rückblenden oder Dialoge mit Protagonisten detailliert und spannend erzählt wird.
Im waschechten Souls-like-Abenteuer Steelrising (jetzt kaufen 12,99 € / 42,49 € ) wählt ihr nach kurzem Intro für euren Charakter Aegis eine von vier Startklassen aus. Bereits hier zeigen sich die Parallelen
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Viele Möglichenkeiten zur Charakterindividualisierung gibt es leider nicht.
zum From-Software-Vorbild. Ihr legt lediglich Startwerte sowie Waffengattung zu Spielbeginn fest. Später dürft ihr frei leveln und besorgt euch sämtliche Waffen, die ihr zu Beginn nicht ausgewählt habt. Eure gesammelte Anima-Essenz (Pendant zu den Seelen) investiert ihr an einer Vestalin (Pendant zum Leuchtfeuer) in die Attribute Kraft, Robustheit, Gewandtheit, Elan, Elementare Alchemie und Konstruktion. Diese bestimmen Lebenspunkte, Ausdauermenge,
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kritische Trefferwahrscheinlichkeit, Beutehäufigkeit und mehr. Eine Ölbürette dient als Heilflasche. Später findet und kauft ihr auch Phiolen mit reinem Öl, die Aegis über Zeit heilen.
Unterschiede zu den FromSoft-Spielen
Statt Ringe nutzt Automaten-Dame Aegis in Steelrising Module, die entsprechende Boosts bieten und frei an- und ablegbar sind. Hierbei erhaltet ihr mehr Ausdauer, mehr Lebensenergie, erhöht Resistenzen oder heilt Lebenspunkte bei kritischen Treffern und mehr.
Die insgesamt vier Slots lassen sich upgraden. Danach nutzt ihr dann effizientere Module einer höheren Stufe, um Aegis widerstandsfähiger gegen die mechanische Bedrohung zu machen. Kleine Unterschiede zum Vorbild Dark Souls gibt es in Sachen Gameplay aber trotzdem. So blockt ihr nicht per se mit allen Waffen. Ihr nutzt per Tastendruck vielmehr die waffenabhängige Spezialfähigkeit, die neben einem Block auch eine Parade sowie einen Elementar- oder Distanzangriff auslöst. Hier geht Aegis' Attribut Elementare Alchemie leider etwas unter, da man sich in den Kämpfen gegen die mechanischen Gegner sehr wahrscheinlich für Waffen mit Blocken oder Parade entscheidet. Geht euch beim Schlagen, Ausweichen oder Blocken die Ausdauer aus, überhitzt Aegis' System. Habt ihr das Kühl-Modul ausgerüstet, drückt ihr im richtigen Moment eine Taste und füllt auf Kosten von geringem Frostschaden eure Ausdauer sofort wieder auf.
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Boss-Gegner sind wunderbar inszeniert, leider jedoch viel zu leicht zu besiegen.
Für unseren Testlauf durch Steelrising wählten wir zu Beginn die Klasse Tänzerin samt Startwaffe Gepanzerter Fächer aus. Diese Waffe haben wir maximal aufgelevelt und auch bis zum Ende nicht mehr abgelegt. Für einige Gegner kam ein alternativer Fächer zum Einsatz, der das Parieren möglich macht. Im Spiel findet ihr obendrein auch zahlreiche hübsche Outfits für Aegis, die höhere Elementar-Resistenzen oder Boosts auf Ausdauer ermöglichen. Diese bestehen aus Kopfteil, Gewand, Beinkleid und Schuhen. Schlussendlich haben wir in unserem Spieldurchgang jedoch immer ganz pragmatisch für die Klamotten mit dem höchsten Panzerungswert entschieden. Einen entscheidenden spielerischen Vorteil - besonders in
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Mit Marie-Antoinette oder Ludwig XVI finden sich viele Protagonisten rund um die Französische Revolution im Spiel.
Bosskämpfen - liefern euch Items wie Frost-, Brand- oder Blitz- und Sprenggranaten sowie Ausdauer-Phiolen. Habt ihr genügend Anima-Essenz im Level gefarmt, deckt ihr euch im Shop einer Vestalin mit genügend Granaten ein und habt somit leichtes Spiel.
Tolle Atmosphäre mit historischen Persönlichkeiten
Enorme Pluspunkte in Sachen Atmosphäre liefern die bildhübsch gestalteten und atmosphärisch inszenierten Pariser Schauplätze. Egal ob Tuilerien-Palast, Louvre, Les Invalides oder später auch Versailles, die Level samt Umgebungen sorgen für eine spannungsgeladene Atmosphäre. Bei den Streifzügen durch die Gassen und Paläste kann man die Revolution förmlich spüren. Abgerundet wird das Erlebnis noch durch Charaktere wie Robespierre, Mirabeau, Marquis de La Fayette und mehr. Während eurer Reise durch Paris begegnet ihr den NPCs und löst später auch Nebenquests, die euch zum Backtracking verleiten. Diese Beutezüge lohnen sich, da sie auch den Verlauf und Ausgang der Story am Ende etwas beeinflussen. Bevor ihr ins letzte Gebiet reist, solltet ihr ein Auge auf einige Nebenquests werfen, da diese auch scheitern können. In unserem Durchlauf sind trotz intensiver Suche zwei Sidequests kurz vor Spielende leider gescheitert.
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Die wunderschönen Schauplätze erzeugen eine dichte Atmosphäre.
Eine offene Spielwelt wie beispielsweise in Elden Ring dürft ihr in Steelrising jedoch nicht erwarten. Vielmehr reist ihr im späteren Spielverlauf mittels Kutschen-Automat in die einzelnen Gebiete der französischen Hauptstadt. In den Levels schnetzelt ihr euch durch eine überschaubare Anzahl an feindlich gesinnten Automaten. Dabei fehlt es leider schnell an Abwechslung, denn die Gegnertypen wiederholen sich schnell in leicht abgewandelter Form. Instabile Automaten stellen Minibosse dar und liefern ein paar wichtige Ressourcen. Pro Level findet ihr einen großen Boss, der Automaten-Heldin Aegis auch mit Spezialfähigkeiten ausstattet. Ihr erhaltet hierbei einen Greifhaken sowie einen feurigen Kick, um Wände einzureißen. Damit kehrt ihr auch in frühere Levels zurück und öffnet so neue Wege zu versteckter Beute.

Ich mag das Setting, den Grafikstil und der einstellbare Schwierigkeitsgrad kommt mir, als Controller-Legastheniker und Frustverweigerer, auf jeden Fall entgegen. Lies of P sieht in der Hinsicht auch nicht uninteressant aus.
Aber generell sind Souls Likes immer so Dinger, die ich grundsätzlich zwar interessant finde, die ich selbst aber eben, aus oben genannten Gründen, nicht gerne spiele. Kampfsysteme, Setting, Grafikstil, Leveldesign usw. toll, aber der Frustfaktor ist mir in den meisten Fällen einfach zu hoch. Eine Möglichkeit zu speichern und laden, ohne dass alle Gegner respawnen, wäre für mich DAS Feature, um doch mal sowas zu versuchen.
Performance Probleme (PC bei hohen Einstellungen) hab ich keine.
Was ich über den einstellbaren Schwierigkeitsgrad gelesen habe klang sehr gut. Da kann From Software noch was lernen.