Star Wars: Zero Company zwischen Kanon und Freiheit - Lucasfilm als Partner statt Aufpasser

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Special Matthias Dammes - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Star Wars: Zero Company zwischen Kanon und Freiheit - Lucasfilm als Partner statt Aufpasser
Quelle: Electronic Arts / Lucasfilm

Ein neues Star-Wars-Spiel bedeutet immer auch die Frage: Auf welche bekannten Orte und Figuren werden wir treffen? Wir haben bei den Machern von Zero Company nachgefragt.

Wenn ein Studio an einem Star-Wars-Spiel arbeitet, dann ist immer automatisch auch Lucasfilm Games mit im Boot. Als Herr der Marke hat Lucasfilm bei allem, was rund um Star Wars passiert, das letzte Wort. Die sogenannte Lucasfilm Story Group ist der Hüter des Kanons und achtet genauestens darauf, dass alle neu entstehenden Star-Wars-Geschichten ins Universum passen und zusammen ein kohärentes Bild ergeben.

Über diesen spannenden Aspekt bei der Entwicklung von Star Wars: Zero Company konnten wir während unseres Studiobesuchs mit verschiedenen Entwicklern von Bit Reactor, aber auch mit Vertretern von Lucasfilm sprechen. Dabei interessiert uns die Form der Zusammenarbeit, wie neue Elemente des Star-Wars-Universums entstehen und auf welche bekannten Elemente sich Fans freuen können.

Zusammenspiel mit Lucasfilm

Für die Entwickler von Bit Reactor war es ein Glücksfall, dass sie auf die Erfahrungen von Respawn Entertainment zurückgreifen können. Die haben durch die Arbeit an Star Wars Jedi: Fallen Order und dessen Nachfolger Jedi Survivor bereits eine eingespielte Zusammenarbeit mit Lucasfilm Games entwickelt. Der Narrative Director von Zero Company, Aaron Contreras, kommt zum Beispiel direkt von Respawn und brachte seine Erfahrungen mit der Jedi-Reihe mit.

Durch die enge Zusammenarbeit profitiert Bit Reactor von den Erfahrungen, die Respawn bereits durch die Arbeit an der Jedi-Reihe gesammelt hat. (Bild aus Star Wars Jedi: Survivor) Quelle: Electronic Arts Durch die enge Zusammenarbeit profitiert Bit Reactor von den Erfahrungen, die Respawn bereits durch die Arbeit an der Jedi-Reihe gesammelt hat. (Bild aus Star Wars Jedi: Survivor) Auf Seiten von Lucasfilm begleitet unter anderem Kelsey Sharpe das Projekt, die als Creative Executive der Story Group auch bereits an den Jedi-Spielen mitgewirkt hat. Sie erklärt uns ein wenig, worum es den Hütern des Kanons bei solch einer Kollaboration geht.

Kelsey Sharpe, Creative Executive bei Lucasfilm Story Group

"Das Ziel von Lucasfilm, wenn es um Dinge wie die Kontinuität der Geschichte und den Kanon geht, ist sicherzustellen, dass jemand, der ein Star-Wars-Spiel spielt, das gleiche Gefühl bekommt, das man bekommt, wenn man einen Star-Wars-Film sieht oder ein Star-Wars-Buch liest. Es geht nicht nur um die Kontinuität der Charakterdetails. Es geht um die Kontinuität des Erlebnisses. Man will, dass sich eine Star-Wars-Geschichte wie eine Star-Wars-Geschichte anfühlt, egal in welchem Medium sie erzählt wird."

Dabei agiert Lucasfilm aber nicht als der strenge Aufseher, der alles vorschreibt. Teams, die eine Star-Wars-Geschichte entwickeln, sollen größtmögliche Freiheiten bekommen. Die Story Group ist in diesen Prozess dann in Diskussionsrunden eingebunden, um mit den Autoren herauszufinden, welche Elemente des Universums sich für ihre Geschichte anbieten. Auch Bit-Reactor-Chef Greg Foertsch beschreibt die Zusammenarbeit als ein fruchtbares Geben und Nehmen.

Greg Foertsch, CEO/Creative Director bei Bit Reactor

"Diese Beziehung ist großartig. Sie ist auch sehr kooperativ. Wir tauschen uns gegenseitig aus. Wir stellen Fragen, Lucasfilm stellt Fragen, und wir kommen zu einer Antwort, die für uns alle im Allgemeinen funktioniert. Es ist eine ziemlich gesunde Beziehung."

Die Entwickler zeigen sich sogar ziemlich begeistert, dass Lucasfilm in erster Linie vor allem Fragen stellt, um herauszufinden, was das Team von Zero Company benötigt, um sich im Universum zurechtzufinden. Das Team der Story Group versteht sich bei dem ganzen Prozess in erster Linie als Tippgeber, die auch nur das Ziel verfolgen, das Spiel so gut wie möglich zu machen.

Egal ob Gefährten wie die Mandalorianerin Cly im Verlauf der Handlung sterben, alles ist Teil des Kanons. Quelle: Electronic Arts / Lucasfilm Egal ob Gefährten wie die Mandalorianerin Cly im Verlauf der Handlung sterben, alles ist Teil des Kanons.

Zero Company im Star-Wars-Kanon

Nun handelt es sich bei Zero Company um eine Geschichte, die sich je nach Spieler in unterschiedliche Richtungen entwickeln kann. Das beginnt schon damit, dass abgesehen vom Protagonisten Hawks alle storyrelevanten Gefährten jederzeit im Gefecht sterben können. Wie das mit einem kohärenten Kanon zusammenpasst, haben sich zu Beginn auch die Entwickler von Bit Reactor gefragt.

Orion Kellogg, Executive Producer bei Lucasfilm Games

"In diesem Bereich war Bit Reactor meiner Meinung nach anfangs vielleicht etwas nervös. Sie fragten uns: Hey, dürfen wir Leute töten? Und wir sagten: Ja, wir töten schon seit den 70ern Leute. [Gelächter] Aber ja, wir wollen bedeutungsvolle Entscheidungen. Wir wollen den Spieler in die Lage versetzen, Entscheidungen zu treffen, die wichtig sind."

Für den Kanon sind diese Details aber erst einmal gar nicht so wichtig. Stattdessen werden die Ereignisse aus einem größeren Blickwinkel betrachtet. So wird es ab sofort Teil der Star-Wars-Geschichte sein, dass es während der Klonkriege eine Truppe von Söldnern namens Zero Company gab. Diese Truppe versuchte im Auftrag der Republik, den Separatisten-Kult Infinite Coil daran zu hindern, die Schattenplage auf die Galaxie loszulassen.

Und wer mehr wissen wolle, müsse das Spiel spielen und sich selbst ein Bild davon machen, wie sich die eigenen Entscheidungen auf die Details dieser Geschichte auswirken. Lucasfilm verspricht in jedem Fall, niemandes Erfahrung auszulöschen oder zu ignorieren. Zero Company ist Kanon und die Details eures Durchlaufs sind für euch passiert, auch wenn sie vermutlich unterschiedlich zu anderen Spielern sein werden.

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