Star Wars: Das Erwachen der Macht - Der Sternenkrieg macht endlich wieder Spaß
Star Wars: Das Erwachen der Macht startet am 17. Dezember offiziell in deutschen Kinos. Bereits gestern hatten wir die Chance den neuen Star-Wars-Film im Rahmen einer Pressevorführung zu sehen. In dieser SPOILERFREIEN Kolumne schreibt Christian Dörre, warum ihm der Film von J.J. Abrams sehr gut gefallen hat, er aber trotzdem nicht total begeistert ist.
Star Wars. Eine Marke, die für so viele Dinge steht: Hervorragende Abenteuer, sympathische Charaktere, coole Lichtschwert-Kämpfe, epische Schlachten im Weltraum und auf diversen Planeten. Doch genauso steht die Marke mittlerweile auch für Lizenz-Ausschlachtung, Jar Jar Binks, grottige Dialoge oder ganz einfach (und nett ausgedrückt) die weit hinter den Erwartungen zurückgebliebene Prequel-Trilogie. Mit Episode 7 sollen die zuletztgenannten Punkte nun wieder glattgebügelt werden. George Lucas kann keine weiteren Schlappohr-Nervensägen mit gestörter Grammatik kreieren, da nun Disney die Lizenz besitzt.
J.J. statt Jar Jar
Als Regisseur wurde J.J. Abrams engagiert, der bereits dem Star-Trek-Franchise zu einem gelungenen Comeback verhalf, indem er es an das Mainstream-Kino anpasste und trotzdem die Tradition der Reihe nicht aus den Augen verlor. Eine gelungene Wahl, schließlich ist Abrams nicht nur bekennender Star-Wars-Nerd, sondern bewies mit seinen anderen Filmen bisher auch immer, dass er sein Handwerk versteht.
Quelle: Lucasfilm / Disney
Star Wars: Das Erwachen der Macht - Fazit zu Episode 7 (4)
Dementsprechend hatte ich vor dem gestrigen Kinobesuch ein richtig gutes Gefühl, dass Das Erwachen der Macht keine Enttäuschung wird. Ich muss jedoch auch gestehen, dass ich trotz meiner Liebe zu Star Wars die Filme relativ nüchtern betrachte und kein absoluter Geek der Sternenkrieg-Saga bin. Ich liebe die ursprüngliche Trilogie für ihr tolle Abenteuer-Atmosphäre in einer fremden Galaxie, ich liebe sie für die sympathischen Figuren, ich liebe sie für das kreativ gestaltete Universum genauso wie für die cool inszenierte Action. Die alte Trilogie ist wahre Kino-Magie. Ich liebe sie kurz gesagt einfach dafür, dass sie sehr gut gemachte und unterhaltsame Filme sind. Klar, unzählige Zitate, die man besser nicht beim ersten Date sagen sollte, um nicht als Voll-Nerd dazustehen, haben sich auch mir unweigerlich ins Hirn gebrannt. Dennoch kann ich sagen, dass Star Wars keinen großen Einfluss auf mein Leben hatte, wie viele Leute gerne mal erklären, außer dass mir die Filme schon viele Stunden Spaß zu bescheren wussten. Star Wars war für mich einfach immer eine grandiose Film-Marke. Das Expanded Universe und sein Wegfall haben mich also relativ kalt gelassen und von Diskussionen über die CGI-Serie, die sich klar an Kinder richtet, habe ich mich immer bewusst ferngehalten.
Dementsprechend konnte ich auch den Hass einiger Star-Trek-Fans (Trekkies? Trekker?) auf die neuen Filme nie so ganz nachvollziehen. Abrams hatte schließlich nichts anderes gemacht, als Kirk, Spock und Co. unterhaltsam und modern zu verpacken.
Man könnte also sagen, dass ich mich gestern recht emotionslos in den Kinosessel setzte, während um mich herum Gesprächsfetzen wie "Oh Gott, ich bin so aufgeregt, ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen" zu vernehmen waren. Obwohl es das Wort "entspannt" vielleicht noch eher trifft. Ich war mir einfach sicher, dass Abrams einen handwerklich gut gemachten und spaßigen Film abliefert, der dem großen Franchise nach den Prequel-Katastrophen wieder gerecht wird. Und genau so war es dann auch. Die kompletten 135 Minuten wurde ich super unterhalten und ging mit einem dümmlichen Grinsen aus dem Kinosaal, das mir seit den ersten Tönen von John Williams' bekannten Theme im Gesicht klebte.
Quelle: Lucasfilm / Disney
Star Wars: Das Erwachen der Macht - Fazit zu Episode 7 (7)
Spiel auf Nummer Sicher
Dennoch bin ich trotz aller Zufriedenheit nicht restlos begeistert. Die Film-Magie der alten Trilogie konnte Das Erwachen der Macht nämlich doch nicht so ganz einfangen. Der Streifen macht des Öfteren den Eindruck, als wäre man in der Produktion ein wenig zu sehr auf Nummer Sicher gegangen. Der Grund dafür ist jedoch recht paradox, denn er sorgt auch gleichermaßen dafür, dass Das Erwachen der Macht das gewohnte Star-Wars-Feeling super transportiert.
Episode 7 orientiert sich nämlich hinsichtlich Story-Aufbau (nicht der Story selbst!) und Darstellung einiger Charaktere sehr stark an Eine neue Hoffnung. Dadurch wirken einige Szenen so, als habe man sie schon einmal gesehen und auch der Plot selbst ist für Fans relativ leicht vorhersehbar. Zudem gesellen sich ein paar Logiklöcher hinzu. Wie kommt es zum Beispiel dazu, dass die Jedi und die Macht scheinbar in Vergessenheit geraten sind und Han erstmal erklären muss, dass doch alles wahr ist (das war schon im Trailer zu sehen, also KEIN Spoiler). Das wirkt ein wenig unglaubwürdig. Die Geschehnisse gegen Ende des Films deuten jedoch darauf hin, dass im nächsten Teil viele Dinge, die jetzt noch unklar sind, besser erklärt werden.
Das Erwachen der Macht verschwendet ohnehin nicht viel Zeit mit Erklärungen und fährt von Anfang an ein hohes Tempo. Das heißt jetzt nicht, dass der Film nur aus Action besteht. Immer wieder werden ruhige Momente eingestreut, die uns an die neuen Charaktere binden oder altbekannte Figuren glänzen lassen. Da sowohl die Rebellen als auch die First Order um Kylo Ren jedoch auf der Suche nach einem bestimmten Gegenstand sind, halten sich unsere Helden eben nicht mit zu vielen Pausen oder unnötigen Dingen auf. Jede Szene hat ihre Relevanz und geht niemals zu lang. Hier macht sich das cineastische Grundverständnis von Regisseur Abrams klar bemerkbar. Überhaupt fängt er den Look und die Atmosphäre der alten Trilogie hervorragend ein. Farbfilter, Kostüme, Set-Design, Effekte - alles wirkt wie aus einem Guss und zelebriert den alten Look gekonnt.
Quelle: Lucasfilm / Disney
Star Wars: Das Erwachen der Macht - Fazit zu Episode 7 (3)
Charaktere, die ans Herz wachsen
Zudem gelingt Abrams der Spagat zwischen den alten und neuen Charakteren. Han Solo, Leia und Chewie bekommen ihre großen Auftritte, überstrahlen aber niemals die neuen Protagonisten Finn und Rey. Ohne die Figuren zu sehr zu charakterisieren (das würde zu sehr in Richtung Spoiler gehen) lässt sich sagen, dass sie sofort sympathisch sind und man problemlos mit ihnen mitfiebern, sich sogar mit ihnen identifizieren kann. Ein Punkt, bei dem die Prequel-Trilogie vollkommen versagte. Selbst BB-8, der hauptsächlich als lustiger Sidekick eingesetzt wird, funktioniert im Kontext des Films sehr gut. Ja, der kleine Kugel-Droide ist zuweilen etwas albern, driftet dabei aber nie ins Lächerliche oder gar Nervige ab und wird auch den erwachsenen Zuschauern mit seiner goldigen Art das eine oder andere Lächeln abtrotzen. Zudem nehmen seine humoristischen Auftritte nicht Überhand. Die Autoren Kasdan, Arndt und Abrams zeigen hier, wie man gekonnt einen lustigen und kinderfreundlichen Charakter schreibt, so dass dieser auch von Zuschauern akzeptiert wird, welche das zwölfte Lebensjahr schon lange hinter sich haben. Kein Vergleich zum schrecklichen Jar Jar Binks, für den sich George Lucas auch heute noch schämen sollte.
Besonders der neue Bösewicht Kylo Ren gefiel mir persönlich sehr gut. Kylo ist nicht einfach nur ein Abklatsch von Darth Vader, sondern geht mit der Macht etwas anders um. Der junge Sith ist weitaus weniger beherrscht und versteht es kaum, seine Wut und seinen Hass zu zügeln. Selbst sein Lichtschwert spiegelt diese Charaktereigenschaften wider. Es wirkt ungeschliffen, fast so als würde der Zorn seines Besitzers aus der Klinge lodern. Kylo wirkt unberechenbar und dadurch unfassbar gefährlich. Die machtvolle Präsenz eines Darth Vader erreicht er jedoch nicht.
Die von Gwendoline Christie (bekannt aus Game of Thrones) gespielte Captain Phasma bleibt allerdings etwas hinter den Erwartungen zurück. Der Charakter bekommt viel zu wenig Screentime und ist für die Handlung nicht sonderlich relevant. Hier hoffe ich, dass die Rolle in den nächsten Episoden etwas mehr in das Geschehen eingebunden wird.
Echter Kino-Bombast
Quelle: Lucasfilm / Disney
Star Wars: Das Erwachen der Macht - Fazit zu Episode 7 (6)
Nichts zu meckern gibt es hingegen an der Action im Film. Das Erwachen der Macht ist inszenatorisch allererste Sahne. Die Luftkämpfe sind rasant geschnitten und die Lichtschwertduelle wirken wieder richtig wuchtig. Hier gibt es kein irres und überzogenes hin- und herspringen mehr wie noch in der Prequel-Trilogie, sondern knallharte Duelle, die wieder mehr an den Original-Dreiteiler erinnern. Zudem merkt man, dass bewusst auf zu viel CGI-Effekte verzichtet wurde. Konnte man bei Episode 1 bis 3 den Greenscreen in jeder einzelnen Szene förmlich riechen, wirkt Das Erwachen der Macht viel geerdeter.
Insgesamt kann ich voller Überzeugung sagen, dass Das Erwachen der Macht ein echter Kracher geworden ist. Der Film sorgt dafür, dass Star Wars wieder richtig Spaß macht und ich mich jetzt schon auf die nächste Episode freue. Die Magie der ersten Teile ist dennoch nicht so ganz übergesprungen. Ob das nun doch ein wenig an nostalgischer Verklärung liegt oder doch eher daran, dass der Film sich etwas zu sehr an Eine neue Hoffnung anlehnt, kann ich nicht genau sagen. Vermutlich eine Mischung aus beidem. Bei einer Sache bin ich mir allerdings sehr sicher: Star-Wars-Fans werden gute zwei Stunden hervorragend unterhalten.

Warum denn nicht? Es ist auch nur eine Nahkampfwaffe im Endeffekt und es spricht absolut nichts dagegen dass Finn sie auf einem gewissen Niveau führen kann. Und das ist ja nicht einmal ein sonderliches gutes, er verliert sowohl gegen den Trooper als auch gegen Kylo Ren relativ schnell, die Kritik ist also unnötig.
Warum denn nicht? Es ist auch nur eine Nahkampfwaffe im Endeffekt und es spricht absolut nichts dagegen dass Finn sie auf einem gewissen Niveau führen kann. Und das ist ja nicht einmal ein sonderliches gutes, er verliert sowohl gegen den Trooper als auch gegen Kylo Ren relativ schnell, die Kritik ist also unnötig.
Dass er sehr gut war geht aus dem Zusatzmaterial hervor, ist aber unerheblich für den Film.
Man muss nicht das Zusatzmaterial gelesen haben, es kann einem doch egal sein gegen wenn Finn genau kämpft bzw. ob der Falke eine Küche hat.
Alles was man wissen musste erschließt sich, auch kann man sich denken das bei recht kleinen Arme der First Order eine Personen so viel kann wie möglich.
Man muss nicht das Zusatzmaterial gelesen haben, es kann einem doch egal sein gegen wenn Finn genau kämpft bzw. ob der Falke eine Küche hat.
Alles was man wissen musste erschließt sich, auch kann man sich denken das bei recht kleinen Arme der First Order eine Personen so viel kann wie möglich.
Dass er sehr gut war geht aus dem Zusatzmaterial hervor, ist aber unerheblich für den Film.