"In fünf Jahren spielt jeder Blockchain-Games" - das große Gaming-Versprechen im Reality Check
Eigentlich müssten Gamer mit NFTs und Blockchain-Technologie heute alle ihr Geld in "Play-to-Earn"-Spielen wieder reinholen. Wir öffnen die Zeitkapsel des verrückten NFT-Hypes.
- Die Gaming-Industrie befindet sich ständig im Wandel und es entstehen andauernd neue Trends. Wir befassen uns mit neuer Technik und Gerüchten, wie die Zukunft der Videospiele aussehen könnte. Dabei öffnen wir an dieser Stelle eine Zeitkapsel bzw. werfen einen Blick zurück auf einen Trend, der sich (zumindest bisher) trotz vieler Prophezeiungen doch nicht bewahrheitet hat.
Vielleicht habt ihr es nicht mitbekommen, aber laut einigen Experten sollten wir mittlerweile eigentlich zum Großteil alle "Play-to-Earn"-Games zocken und statt für Spiele zu zahlen, Geld mit Games über die Blockchain verdienen.
Nicht alle Trends bewahrheiten sich
Wir öffnen die Zeitkapsel aus dem Januar 2022, als Reddit-Mitbegründer Alexis Ohanian die steile These aufstellt, dass 90 % der neuesten Spiele Blockchain-Games sind, die unsere Zeit wertschätzen und nicht uns das Geld aus der Tasche gezogen wird, sondern wir das System zu unserem Gunsten ausnutzen. Damals sagt er:
"90% of people will not play a game unless they are being properly valued for that time" [...] "In five years, you will actually value your time properly. And instead of being harvested for advertisements or being fleeced for dollars to buy stupid hammers you don't actually own, you will be playing some on-chain equivalent game that will be just as fun, but you'll actually earn value, and you will be the harvester."
Zugegeben, fünf Jahre sind noch nicht ganz vergangen und vor allem im Mobile-Bereich wachsen Blockchain-Games. Bisher zeichnet sich der Trend, der in gut einem halben Jahr in Kraft treten soll, nicht ab. Insgesamt machen "Play-to-Earn-Spiele" im gesamten Spielemarkt nur einen geringen Teil aus. Zwar gibt es immer noch einige Blockchain-Spiele mit "Play-to-Earn"-Faktor (Axie Infinity oder Illuvium), keines davon sprengt aber ansatzweise die Steam-Charts.
Rückblickend wirkt Alexis Ohanians Vorhersage stellenweise wie der Wunsch eines passionierten Gamers: weniger Werbung, kein Schröpfen des Geldbeutels, weniger doofe Ingame-Items, die man gar nicht wirklich besitzt ...
Doch kein Leben im Metaverse
Bereits damals war die Aussage des Reddit-Mitbegründers utopisch. Denn 2022 war abzusehen, dass sich beispielsweise die Konsolen 2026/2027 noch in der PS5- und Series-X-Ära befinden werden. Dass Gamer mit einer Art Token-System hantieren werden, war nicht nur die Idee von Alexis Ohanian.
Quelle: Meta
Wisst ihr noch, das Metaverse ...? In Mark Zuckerbergs Onlinewelt im Clipart-Stil sollten wir alle ein Second Life leben. Das Projekt wurde 2021 eingestellt und soll schätzungsweise bis zu 90 Milliarden Dollar verschlungen haben.
Auch Facebook-CEO Mark Zuckerberg sah die Zukunft des Gamings und überhaupt unseres Alltags in einer Art riesigen Second-Life-Version, dem Metaverse. Erste Bilder des Metaverse (siehe oben) sahen allerdings wenig vielversprechend aus.
Rund 18 Monate und schätzungsweise 90 Milliarden Dollar Verluste später war der Traum aus Online-VR-Leben, Blockchain-Diensten und KI ausgeträumt.
Blockchain-basierte NFT-Spiele wie Axie Infinity oder Illuvium existieren heute, der Hype um NFTs hat jedoch fast so schnell nachgelassen, wie er gekommen ist. Von NFTs in Videospielen hört man heutzutage wenig. Und auch die damals beworbenen NFTs der Promis haben massiv an Wert verloren.
Justin Biebers "Bored Ape", der damals 1,3 Millionen wert war, ist heute rund 12.000 Dollar wert. Der NFT des allerersten Tweets, der damals für fast 3 Mio. Dollar gehandelt wurde, kann heute für 5 Dollar erworben werden.
Quelle: Justin Bieber Instagram
Der Hype um die Bored Ape NFTs - Früher für Millionen Dollar gehandelt, heute teilweise keine 10 Dollar mehr wert.
Prophezeiungen im Gaming-Bereich treten also nicht immer ein. Aber vielleicht kommen die Play-to-Earn-NFT-Games, wie vom Reddit-Mitbegründer prophezeit, in den nächsten Monaten ja doch noch ins Rollen und 90 % der Videospiele werden auf dem Play-to-Earn-Prinzip samt NFTs basieren ...
Was ist eure Prophezeiung für die nächsten fünf Gaming-Jahre? Wir sind auf eure Ideen in den Kommentaren gespannt. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.
Quelle | Forbes

Alles andere ist neumodischer Quatsch. :)
Man muss sich insgesamt eben bewusst machen, dass der wirtschaftliche Druck im Gaming durch seinen Erfolg und seine enormen Umsätze ungleichförmig stark gestiegen ist. Macht man sich dabei noch bewusst, wie "leicht" hier manche Franchises sehr viel Geld verdienen können (man denke an den Auktionshaus-Bronto in WoW), dann wird schnell klar, dass es schier unmöglich ist, zu "guten, alten Zeiten" zurückzukehren.
Ich meine, die Gaming Industrie muss wieder weg kommen vom Aktionärs, Wirtschaftler und Psychologen denken und wieder hin zum "games from gamers for gamers" wechseln und den Devs wieder mehr erlauben, dann bekommen wir wieder schöne Spiele!
Edit zum Thema:
NFT hätte im Gaming schon eine Daseinsberechtigung jedoch sind hier auch wieder geldgierige Wirtschaftler eingefallen und haben ihr Schema drauf gepresst. Leider waren sie damit auch erfolgreich und haben sehr viel Geld damit gemacht, auch wenn der Trend wieder am verschwinden ist.
Wenn die Idee ausschließlich darum handelt, Geld zu machen, wie hier, würde ich zwar nicht behaupten wollen, dass sie automatisch zum Scheitern verurteilt ist, aber sie sollte einen Mehrwert liefern.
Und ich sehe diesen bis heute nicht. Ich will spielen - nicht arbeiten. :)