Für Fans von Hotline Miami ein Muss: Der Geheimtipp für alle Action-Freaks
Der Geheimtipp dieser Woche richtet sich an alle Gamer, die richtig die Action-Sau rauslassen wollen - und sehnsüchtig auf Hotline Miami 3 warten. Denn hierbei handelt es sich offiziell um einen Liebesbrief an ebendiese Reihe - und Liebe steckt hier definitiv drin.
Es gibt Spiele, die ihr eigenes Genre erschaffen oder zumindest so ikonisch sind, dass sie ihr eigenes Genre richtig dominieren. Und ein Musterbeispiel dafür ist ganz klar Hotline Miami, der legendäre Top-Down-Shooter, der die Atmosphäre des Kultfilms "Drive" praktisch zum Spiel gemacht hat. Seit Teil 2 ist es aber still geworden um die Reihe. Die Entwickler bei Dennaton Games arbeiten zwar an einem neuen Spiel, doch es gibt keine Bestätigung eines Hotline Miami 3.
Wer aber trotzdem nach einem neuen Top-Down-Fiebertraum sucht, der euch gnadenlos oft ins digitale Nirwana schickt, für den habe ich diese Woche einen ganz klaren Geheimtipp: Jackal!
Jackal ist ein Liebesbrief an Hotline Miami - und das merkt man schnell
Das stilvolle Game des Indie-Studios Transhuman Design ist nach Aussage von Lead Developer Michal Marcinkowski als ganz klarer "Liebesbrief an Hotline Miami" konzipiert, mit Hommage an "Fear and Loathing in Las Vegas" und Scorseses Crime-Dramen. Und als jemand, der sich eingehend mit Jackal beschäftigt hat? Ich hoffe, dass Hotline Miami diesen Liebesbrief irgendwann erwidert.
In Jackal schlüpft ihr in die Rolle eines drogensüchtigen Womanizers und Auftragskillers, der auf absurde Weise auch vom Gott der Toten Anubis begleitet wird. Nur unser Protagonist kann ihn sehen und vor allem mit ihm streiten. Unsere schlimmste Seite bekommen aber trotzdem nur Mafiosos, Polizisten und ahnungslose Leute im Kreuzfeuer ab: Ihr könnt eure Feinde mit Fäusten und Nahkampfwaffen bearbeiten, mit Schusswaffen ausschalten oder auch mit Kicks und geworfenen Gegenständen zu Fall bringen, um sie dann bombastisch mit Finishern auszuschalten.
Dabei bekommt ihr es mit normalen Gangstern, aber auch flinken Ninjas, tödlichen Vierbeinern und sogar Bossen zu tun, die mehr als 1-2 Hits einstecken können.
Ägyptische Zauber, Kicks und viel Blei in der Luft
Bei diesen blutigen Ausflügen bekommen wir trotz aller Kabbelei immer wieder Hilfe vom gespenstischen Schakal, der sich über Extra-Seelen fürs ägyptische Totenreich freut. Zu Beginn jeder Mission dürft ihr nämlich aus einem immer größer werdenden Sammelsurium von Zaubern wählen, die über das Standard-Gameplay hinaus für Würze sorgen.
Kämpfe in Jackal
Was für Zauber, fragt ihr jetzt? Kickt immer besonders hart, haltet einmal auf Knopfdruck die Zeit an, lasst Zeit nur laufen, wenn ihr euch bewegt (SUPER. HOT.), zwingt Gegner, ihre Waffen zu droppen, hebt auf Wunsch in einer Mission Waffen beidhändig auf (Akimbo - John Woo und "Matrix" lassen grüßen!) oder lasst Feinde sogar wie Berserker gegeneinander kämpfen.
Quelle: Transhuman Design
Neue Zauber in Jackal gibt es über Finisher, also das Erledigen eines betäubten Gegners, den ihr mit Rutschen, Kicken oder sonstigem Schubsern aus dem Gleichgewicht gebracht habt.
Besonders das Upgrade Super-Kicks hatte es mir durchs unbegrenzte Repertoire an Tritten (statt limitierten Spells) extrem angetan. Es fühlt sich einfach fantastisch an, eine Tür einzutreten und direkt den nächsten armen Wicht via Schuhsohle gegen eine Wand zu befördern. KICK ALL THE THINGS; selbst große Billardtische werden so zu tödlichen Geschossen.
Dabei wird das Spiel aber keineswegs einfach, im Gegenteil. Unser psychodelischer Killer kann nämlich nur 1-2 Treffer einstecken, schon müsst ihr eine Mission von vorn beginnen. Aus dem Attentatsgeschäft wird also schnell eine Art mörderisches "Und täglich grüßt da Murmeltier" ... etwas "Edge of Tomorrow" also, nur ohne Aliens, dafür mit mehr Kicks.
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Aber auch zwischen den wilden Scharmützeln in Bars, Hotels, Apartments und sogar Straßen außerhalb von Las Vegas, bleibt das adrenalingeladene Spiel mit der kurzen "Laufzeit" (etwa 2-3 Stunden) faszinierend. Die Handlung wird in rudimentären "Sequenzen" (eher 3D-Modelle, die als Comic-Seiten herhalten) erzählt, glänzt aber dank einer gehörigen Portion Mysterium und starker Vertonung für Schakal & Auftragskiller. Dabei ist das Ganze noch etwas humoristischer und entspannter als der wirklich düster-absurde Albtraum von Hotline Miami gehalten.
Die Story in Jackal
Auch wenn das Spiel, wie gesagt, kurz ausfällt, gibt es in, ja fast schon Oldschool-Manier, etliche Extras freizuschalten, die später noch für frischen Wind sorgen können. Wer das Spiel abgeschlossen hat, kann etwa die Platzierung von Gegnern sowie das Level-Layout nach jedem Respawn zufällig auswürfeln lassen, um eben nicht den simplen "Murmeltier"-Effekt zu haben, bei dem man alles auswendig lernt.
Obendrein lassen sich Modifikatoren wie langsameres Laufen, Kick-Only, kein Rutschen, Akimbo für jede Waffe, Zeitlimits & Co. freischalten - teilweise übers Meistern von bestimmten Schwierigkeitsgraden oder auch über 1000 erfolgreiche Finisher.
In diesem Sinne bleibt mir nichts anderes zu sagen: Wer nach absolut wilden Schießereien sucht, die teilweise Sekunden dauern, aber auch mal 20 Anläufe bis zum abgeschlossenen Level brauchen, ohne dass Frust aufkommt? Der ist hier einfach 1A aufgehoben. Ihr bekommt Jackal für 14,79 € auf Steam, insofern viel Spaß in Vegas, Baby!
