Cozy Games: Kleine Pixelwelten, große Wirkung auf unser Wohlbefinden
Vergesst Bosskämpfe und Highscores - Cozy Games sind der "neue" Weg, um runterzukommen. Ob ihr Blumen hegt und pflegt, Häuser dekoriert oder einfach mal schlichtweg nichts tut: Diese Spiele schenken euch Ruhe in turbulenten Zeiten.
Vielleicht kennt ihr das Gefühl: Der Kopf raucht, der Terminkalender platzt aus allen Nähten und die Welt scheint sich immer schneller zu drehen - und irgendwo zwischen all dem wünscht ihr euch einfach nur einen Moment, in dem mal nichts von euch verlangt wird.
In genau solchen Lebenssituationen kommen Cozy Games ins Spiel. Sie sind keine Herausforderung, kein Wettkampf, sondern lediglich eine Einladung, loszulassen: leicht zugänglich, stressfrei und oft von realen Momenten inspiriert.
In diesem Artikel
Statt Explosionen und Bosskämpfen gibt's hier Sonnenuntergänge, statt endlosen und schwierigen Missionen erwarten euch kleine Alltagsaufgaben. Wer schon mal das erste Jahr in Stardew Valley an sich vorüberziehen lassen hat, der weiß, wie befreiend das sein kann.
Aber was steckt hinter diesem Trend? Und warum hat die Nachfrage danach besonders in den letzten Jahren so stark zugenommen?
Mehr Gefühl als ein Genre
Cozy Games sind kein streng definiertes Genre, sondern vielmehr eine Stimmung. Sie sind wie ein Gefühl, das entsteht, wenn alles langsam entschleunigt. Die Tage vergehen gemächlich und Fortschritt misst sich nicht in Punkten, sondern durch persönliche Zufriedenheit.
Quelle: ConcernedApe
Wer sich gut um seine Farm kümmert, dem wird später eine gute Ernte beschert. Aber auch die verschiedenen Farmtiere wollen in Stardew Valley gut versorgt werden.
In den Paradebeispielen des Genres wie Stardew Valley, Animal Crossing: New Horizons (jetzt kaufen / 17,55 € ), Unpacking und Palia geht es nicht darum, zu gewinnen. Stattdessen pflanzt ihr Obst und Gemüse, dekoriert Häuser, führt Gespräche mit den unterschiedlichsten NPCs oder erkundet eine Welt, die nur so auf euch wartet.
Und das vielleicht Schönste an alledem: Hier gibt es keinen Zeitdruck und keine Strafen, wenn man mal nichts tut. Diese Spiele laden dazu ein, sich einfach treiben zu lassen.
Eskapismus als Selbstfürsorge
Das Genre beschreibt eine Art stillen Widerstand gegen die Schnelllebigkeit der modernen Medienkultur. In einer Welt, in welcher sogar Freizeit zur Leistung geworden ist, bieten Cozy Games die Möglichkeit, sich diesem Druck bewusst zu entziehen.
Gleichzeitig sind sie außerdem auch barrierefrei sowie inklusiv und ziehen so inzwischen auch Leute an, die sich früher selbst nie als Gamer bezeichnet hätten.
Eskapismus hat im ersten Moment oftmals einen negativen Beigeschmack. Doch vielleicht ist genau dieser Eskapismus heute wichtiger denn je. Dort, wo Produktivität zum Maß aller Dinge geworden ist, darf Flucht auch Fürsorge bedeuten. So gesehen sind diese Spiele also keine direkte Flucht vor der Realität, sondern eher eine Pause davon.
Wer in Stardew Valley sein Feld gießt oder in Palia das eigene Haus nach Lust und Laune gestaltet, erlangt das Gefühl von Kontrolle - etwas, was im echten Leben mittlerweile oft viel zu kurz kommt. Die digitalen Rückzugsorte sind fast wie ein Reset-Knopf: Sie erlauben uns, loszulassen, Kraft zu tanken und danach gestärkt ins wahre Leben zurückzukehren. Auf der nächsten Seite erfahrt ihr mehr darüber, wieso uns Cozy Games guttun und wie sie für Gemeinschaft sorgen können.
Denke da jetzt an Euro Truck Simulator oder im Moment Infinity Nikki weil es sowas wie ein Ruhepol für mich ist, mit den Möglichkeiten die mir das Spiel gibt die Welt zu erkunden, Aufgaben zu lösen und einfach nur mit dem Editor für Charakter und Hausbau zu experimentieren.
Ich habe nun in Animal Crossing auf der Switch 1/2 um die 500 Stunden auf der Uhr und werde nicht fertig. Klar, ist auch Absicht.
Ich habe soviel verändert und ändere permanent Dinge, manchmal die ganze Insel, baue um, versetzte Häuser, dekoriere nach Jahreszeiten oder Anlässen, züchte Blumen und Büsche, werfe auch manches wieder übern Haufen, aber ich stehe halt nicht unter irgendeinem Druck.
Aber…alles, wirklich alles lässt sich ändern, nur eine Sache verändert sich nie, das bin ich, bzw. mein Charakter. Der bleibt ab der ersten Minute für alle Ewigkeit derselbe. Der hat keine Werte, keine Stats, keine Skills oder irgendwas veränderbares, außer der Kleidung.
Klar, ich finde neue Emotionen, neue Rezepte, neue Bastelanleitungen und so weiter, kann mein Haus erweitern, umbauen, dekorieren und so weiter.
Aber ich bin nach rund 500 Stunden immer noch exakt derselbe wie am Anfang und werde es auch in 500 Stunden immer noch sein. Das ist die einzige Konstante in solchen Spielen. ;)
Das alles zielt nämlich darauf ab, möglichst anspruchslose, einfache Mechaniken zu erleben, die zwar schon eine gewisse strategische Tiefe haben (Gieße ich die Blumen zuerst oder das Gemüse?), aber den Spieler mit einfachen Aufgaben fordern, über die man nicht allzu viel nachdenken muss. Dazu ist die Anzahl an Features bzw. der Spielumfang stets überschaubar und nicht so aufgebläht wie z.B. in Diablo 4 oder Lost Ark. Im Endeffekt will man als Spieler in Ruhe gelassen werden, mit allem was einem belasten könnte und so hat sich dieses Genre mit der Zeit auch ein Stück weit etabliert.