Spider-Man - Homecoming: Die Pros und Contras des ersten Trailers!
Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft schwingt sich wieder durch New York - diesmal sogar als offizieller Teil des Marvel Cinematic Universe. Der erste Trailer ist frisch erschienen, weswegen wir mal herausarbeiten, was uns daran gut gefällt und was eher nicht.
Nach seinem Auftritt in "The First Avenger: Civil War" bekommt Tom Holland nun seinen ersten Solo-Film als Spider-Man. Was viele Fans freut: Endlich ist der erste Film mit einem neuen Spidey-Darsteller mal keine Origin-Story, d.h. das ganze Zeug rund um den Spinnenbiss bekommen wir hier nicht zusehen. Der Titelheld in "Spider-Man: Homecoming" schwingt sich schon seit längerem durch die Straßen von New York. Was uns an den ersten etwa zweieinhalb Minuten Bewegtbildmaterial gut bzw. eher weniger gut gefallen hat, erfahrt ihr hier.
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Quelle: Sony; Disney; Marvel
Tom Holland ist der jüngste Peter Parker, den es bisher auf der Kinoleinwand gab.
Pro: Tom Holland ist der bisher glaubwürdigste Peter Parker
Mit gerademal 20 Jahren ist der Brite Tom Holland zwar etwas älter als sein Charakter Peter Parker, gleichzeitig ist er aber auch der jüngste Spidey-Darsteller, den wir bisher hatten. Tobey Maguire und Andrew Garfield waren beide schon fast 30, als sie das erste Mal in die Rolle des frechen Wandkrabblers schlüpften - was ihre Auftritte als nerdige High-School-Schüler oft eher unglaubwürdig machte.
Ganz anders sieht es da bei Holland aus: Als Außenseiter-Schüler sowie ganz allgemein als jugendlicher Superheld, der seinen Platz in der Welt noch finden muss, kann Holland in den bisherigen Trailer-Ausschnitten durchaus überzeugen. Sein Spider-Man wirkt aufgrund seines deutlich jüngeren Alters viel verletzlicher als seine Vorgänger in der Rolle. Holland spielt nicht einfach einen jungen Superhelden - er ist wirklich noch ein Junge, fast noch ein Kind! Diese Facette haben wir bei Spidey im Kino bisher noch nicht gesehen.
Quelle: Sony; Disney; Marvel
Der Oscar-nominierte Michael Keaton spielt den Bösewicht Vulture.
Pro: "Birdman" Michael Keaton als Vogel-Fiesling "Vulture"
Gut zwei Jahre nach seiner Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller in "Birdman" breitet Ex-Batman Michael Keaton in "Spider-Man: Homecoming" erneut die Flügel aus - als Schurke "Vulture"! In den Comics ist es der brillante Elektronik-Ingenieur Adrian Toomes, der in dem futuristischen Flug-Anzug steckt und aus verschiedenen Gründen Rache an seinen Vorgesetzten nehmen will.
In der kurzen Szene, in der Vulture Spider-Man warnt, sich nicht mit ihm anzulegen, kann Keaton bereits als diabolischer Fiesling überzeugen - hoffentlich sind seine Motive im Skript nicht allzu klischeehaft. Denn sind wir mal ehrlich: Abgesehen von Loki haben die Marvel-Filme noch keinen besonders guten Bösewicht hervorgebracht - trotz guter Schauspieler wie Jeff Bridges, Lee Pace, Daniel Brühl oder Robert Redford. Das Talent, einen einprägsamen Schurken zu spielen, hat ein Michael Keaton allemal.
Quelle: Sony; Disney; Marvel
Iron Man und Spider-Man: Eine neue "Superhelden-Familie"?
Pro: Iron Man als Ersatz-Vater für Spider-Man
Wir alle lieben den egoistischen, arroganten Tony Stark alias Iron Man. Doch gleichzeitig sind wir uns auch sicherlich einig, dass Robert Downey Jrs. Charakter in den bisherigsten Filmen am interessantesten war, wenn seine harte Schale durchbrochen wurde und seine innere, menschliche Seite ans Licht kam. Sei es seine Beziehung mit Pepper Potts oder seine Auseinandersetzungen mit Captain America in "Civil War" - Tony Starks emotionale Momente sind auch seine stärksten.
In diesem Trailer wirkt es so (und was war in "Civil War" auch schon leicht vorauszuahnen), als ob Tony für Peter Parker eine Art Ersatz-Vater-Rolle übernimmt. Tony brachte Spider-Man überhaupt erst zu den Avengers, er fühlt sich für ihn verantwortlich - und für Peter, der seine Eltern und seinen Onkel verloren hat, ist Iron Man natürlich nicht nur eine Vaterfigur, sondern natürlich auch ein Idol.
Wenn Tony im Trailer beispielsweise Peter davon abhalten will, Vulture nachzujagen, oder ihm im Auto Ratschläge gibt, wie er sich als Held zu verhalten hat, dann deutet das auf eine möglicherweise sehr feinfühlig inszenierte Vater-Sohn-Beziehung hin. Natürlich versucht Tony bei all dieser Emotionalität noch, seine coole Fassade zu wahren - und tarnt eine Umarmung mit Peter mehr oder weniger geschickt als Versuch, die Autotüre zu öffnen.
Quelle: Sony; Disney; Marvel
Stiehlt Robert Downey Jr. als Tony Stark dem eigentlichen Titelhelden die Show?
Contra: Zu viel Tony Stark
Und mit diesem Punkt springen wir auch direkt über zu Contra-Seite: So schön diese Idee von Tony Stark als Ersatz-Vater für Peter auch sein mag - das hier ist immer noch ein "Spider-Man"-Solo-Film! Die Menge an Tony-Stark-Auftritten in diesem Trailer gibt Grund zur Befürchtung, dass die Präsenz von Iron Man vom eigentlichen Titelhelden ablenken könnte. Vor allem der finale Shot des Trailers, in dem Spidey und Iron Man zusammen durch New York schwingen bzw. fliegen, bekräftigt diesen Eindruck. Lasst Spider-Man in seinem ersten MCU-Standalone-Streifen doch alleine gegen die bösen Buben kämpfen und macht kein weiteres Helden-Mashup daraus. Dafür habt ihr doch die "Avengers"-Filme!
Natürlich ist es auch gut möglich, dass Downey Jr. nur aus Vermarktungsgründen so oft im Trailer auftaucht, um mehr Leute ins Kino zu locken. Hoffen wir's mal.
Quelle: Sony; Disney; Marvel
CGI und Mistkäfer-Spinne - Spideys Outfit kann nicht komplett überzeugen.
Contra: Spideys Outfit
Ja, die dynamischen Augen, die durch die Veränderung ihrer Größe etwas mehr Emotion in Spideys Gesichtsausdrücke bringen, sind ganz cool, aber die gab es ja auch in "Civil War" bereits. Was hier bisher von Spider-Mans Kostüm zu sehen ist, wirkt doch eher ernüchternd.
Zum einen sieht der Anzug hier im Trailer noch ziemlich digital und computeranimiert aus. Vor allem in der ersten Szene des Trailers, als Spider-Man die als Avengers verkleideten Diebe verkloppt, hat man fast das Gefühl, hier sorgt ein CGI-Spider-Man für Recht und Ordnung - und nicht ein realer Typ in einem realen Outfit.
Auch das Spinnensymbol auf seiner Brust sieht doch etwas lächerlich aus - durch den großen, runden Hinterleib sieht das Viech eher aus wie ein Mistkäfer.
Quelle: Sony; Disney; Marvel
Ein Jugendlicher will sich beweisen - geht es noch klischeehafter?
Contra: Klischeehafte Charakterentwicklung
Bei diesem Punkt könnte man zwar auch fragen, welche Motive ein jugendlich-kindlicher Held denn auch sonst haben sollte, dennoch: Wenn Spider-Man am Ende meint, das wäre seine Chance, sich zu beweisen, dann wird dadurch schon ziemlich klar, worauf es in diesem Film hinausläuft - Peter Parker will allen anderen, vor allem wahrscheinlich seinem Ersatz-Papa Tony Stark, beweisen, wozu er fähig ist. Wenn Tony Peter sagt, sich mit Vulture anzulegen, wäre für jemandem in seinem Alter zu gefährlich, dann macht es Peter erst recht, um zu zeigen, dass er durchaus in der Lage ist, alleine gegen solche Schurken anzutreten.
Diese Art der Charakterentwicklung ist mittlerweile völlig ausgelutscht - das Kind bzw. der Jugendliche, der das Gefühl hat, dass niemand ihm etwas zutraut, versucht mit allen Mitteln, Anerkennung zu bekommen. Wetten, dass diese Versuche die ersten Male schiefgehen, weswegen Peter und Tony mehrere Streitgespräche führen werden? So etwas kann sehr schnell sehr nervig werden. Hätten Sie sich da nicht vielleicht etwas anderes ausdenken können?
Was haltet ihr vom ersten Trailer zu "Spider-Man: Homecoming"?
