Creative Sound Blaster X AE-5 - Die Soundkarte für Spieler & Audiofans gleichermaßen?
Vor mehr als 5 Jahren erschienen die letzten integrierten Soundkarten des Audiospezialisten Creative unter dem Z-Label. Eine lange Zeit, selbst wenn wir in Betracht ziehen, dass Audio-Hardware weitaus langsamer veraltet als beispielsweise Grafikkarten oder gar eine verhältnismäßig langlebige CPU. Doch nun ist die Sound Blaster X AE-5 erschienen, eine rundum erneuerte Soundkarte mit einer Vielzahl Gaming-Features samt virtuellem Surround und optionaler RGB-Beleuchtung - doch kann der AE-5 auch High-End-Audiofans zufrieden stellen?
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Eine Soundkarte - braucht es eine solche heutzutage überhaupt noch? Eine berechtigte Frage, schließlich hat die Soundkarte in vergangenen Jahren viel ihres ehemaligen Stellenwerts eingebüßt. Zu einem früheren Zeitpunkt herrschte in Spielen entweder Stille oder der quäkende PC-Speaker wurde von den Entwicklern für eine eher primitiv-abstrakte Klanguntermalung genutzt - beziehungsweise für diese zweckentfremdet. Eine dedizierte Soundkarte machte einen gewaltigen Unterschied und war in den späten 80ern und 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts für viele PC-Spieler ein absolutes Muss.
Heutzutage ist die Ausgangsstellung eine andere: Die grundsätzlichen Aufgaben einer Soundkarte übernimmt die Audiosektion des Onboard-Sounds, welcher in verschiedenen Ausführungen auf der Hauptplatine vorinstalliert ist. Die Qualität des Onboard-Audios kann dabei von Mainboard zu Mainboard stark schwanken, doch im Großen und Ganzen hat sich der Onboard-Sound in den letzten Jahren deutlich verbessert. Viele Hersteller insbesondere zusammen mit ihren eher teureren Mainboards bieten außerdem zusätzliche Features wie beispielsweise einen Equalizer oder virtuellen Surround, auch dedizierte Kopfhörerverstärker sind auf gut ausgestatteten Boards zu finden. Streng genommen ist eine zusätzliche, dedizierte Soundkarte damit überflüssig.
Creative Sound Blaster X AE-5 - Wozu braucht man noch eine Soundkarte?
Braucht man zur heutigen Zeit also gar keine Soundkarte mehr? Nun, ganz so einfach ist es nicht. In den allermeisten Fällen bleibt der Onboard-Sound qualitativ deutlich hinter einer Soundkarte zurück - selbst exorbitant teure Mainboards jenseits der 500 Euro mit massiv ausgebauten Audio-Sektionen können in praktisch allen Fällen nicht mit einer dedizierten Soundkarte mithalten - und dies gilt bereits für relativ günstige Klangbretter wie beispielsweise die Sound Blaster Z (ab ca. 60 Euro). Selbst wenn bei der Technik alle wichtigen Häkchen wie ein zusätzlicher DAC und dedizierter Kopfhörerverstärker gesetzt sind und ein moderner Audio-Codec wie der Realtek ALC 1220 verbaut wurde, ist nicht gewährleistet, dass solch ein Board einen guten Ton zu liefern imstande ist. Häufig bietet es trotz "600-Ohm"-Kopfhörerverstärker außerdem nicht genügend Leistung für anspruchsvolle Hifi-Hörer. In diesem Fall klingen die Hörer nicht nur leiser, sondern außerdem nicht voll - bei nicht ausreichender Verstärkung werden vor allem die tieferen Frequenzen in Mitleidenschaft gezogen, der Höhen klingt dann harsch, blechern und flach. Neben der generell eher schlechteren Qualität des Onboard-Sounds ist die häufig mangelnde Verstärkung ein guter Grund, zu einer Soundkarte zu greifen.Neben der generell eher schlechteren Qualität des Onboard-Sounds ist die häufig mangelnde Verstärkung ein guter Grund, zu einer Soundkarte zu greifen.
Es gibt noch weitere Vorteile auf Seiten der Soundkarte, beispielsweise (wirksamere) Mikrofon-Verbesserungen wie eine aktive Rausch- und Echo-Unterdrückung, außerdem ist die (aktive) Mikrofonverstärkung einer guten Soundkarte jener der meisten Hauptplatinen deutlich überlegen. Muss bei Onboard-Sound in vielen Fällen eine zusätzliche Software-Verstärkung für das Mikro zugeschaltet werden, welche wiederum auch Rauschen und Störgeräusche verstärkt, ist eine ordentliche Soundkarte fast immer in der Lage, Stimmen laut, verständlich und sauber aufzuzeichnen - ein mäßiges Mikrofon wird so zwar nicht zu einem guten, doch kann ein gutes Mikrofon mit einer Soundkarte auch wirklich ausgenutzt werden, während dies aufgrund häufig mangelnder Verstärkung und nicht immer überzeugender Aufnahmequalität des Onboard-Sound nicht zwangsweise gegeben ist.
Um es also kurz zu machen: Zur heutigen Zeit benötigen (!) Sie vielleicht keine Soundkarte mehr. Die benötigte Hardware zur Audiowiedergabe ist mit dem Onboard-Sound bereits vorhanden, Sie können Ihrem PC auch ohne dedizierte Hardware Klänge entlocken. Doch bringt eine gute Soundkarte noch immer Vorteile, was insbesondere die Audio-Qualität und Verstärkung betrifft. Diese Vorteile werden wiederum besonders dann offensichtlich, wenn hochwertige Audio-Komponenten angeschlossen werden, beispielsweise anspruchsvolle Hifi-Kopfhörer oder eine analoge Anlage samt sehr guten Lautsprechern. Und auch beim Spielen kann eine gut ausgestattete Soundkarte dank umfangreicher Feature-Liste punkten. Werfen wir daher einmal einen genaueren Blick auf die Hard- und Software der Sound Blaster X AE-5.
Creative Sound Blaster X AE-5 - Neue Platine, neuer DAC und viele nützliche Features
Entfernen wir das metallerne EMI-Schild des neuen Sound Blaster AE-5, so offenbart sich unseren Augen eine im Prinzip komplett neu entwickelte Soundkarte. Die AE-5 ist also nicht nur ein lauer Aufguss vergangener Sound-Blaster-Generationen. Natürlich fallen zuerst die hinzugekommene RGB-Beleuchtung und die für den Betrieb der bunten LED-Lichter nötige Stromversorgung via Molex-Stecker ins Auge. Ein weiterer Stecker an der Oberseite der Karte bietet auf Wunsch die Option, einen weiteren LED-Streifen mit 10 zusätzlichen LEDs anzuschließen. Diese LEDs können dann per Klebestreifen oder den integrierten Magneten im Gehäuse untergebracht werden, die Software lässt umfangreiche Abstimmungen sowohl für das beleuchtete Logo der Karte als auch den LED-Streifen gesondert zu. Wem dies noch nicht bunt genug ist, kann zudem die sogenannte "Pure Edition" der AE-5 ordern, dieser weiß lackierten Variante liegen insgesamt 4 LED-Streifen bei. Weitere (vor allem qualitative) Unterschiede zwischen den beiden Varianten gibt es indes nicht. Wenn Sie auf das leuchtende Logo und die LED-Beleuchtung im Generellen verzichten können, entfällt die Notwendigkeit für die zusätzliche Stromversorgung über den Molex-Stecker.
Doch natürlich haben die LEDs absolut nichts mit der Qualität der eigentlichen Soundkarte zu tun, schauen wir uns daher lieber die klangrelevanten Bauteile der neuen Sound Blaster genauer an. Auf der Platine entdecken wir den von Creative bekannten Soundchip beziehungsweise DSP CA0132-4AN, besser bekannt unter dem Namen SoundCore3D. Auch der Controller-Chip CA0113-4AG ist bereits von früheren Creative-Soundkarten bekannt. Der große Rest der Bauteile ist neu. Dazu zählt insbesondere der DAC, welcher für die eigentliche Klangwandlung zuständig ist. Der ESS ES9016K2M Sabre Ultra Digital-Analog-Wandler stammt von ESS und kann bis Audio-Streams mit bis zu 32 Bit bei 384 KHz wiedergeben. Der DAC verfügt über einen hohen Signal-/Rauschabstand von 122 dB (im Grunde die theoretische Dynamikreichweite eines Audiosignals, eine CD liefert maximal[!] ~98 dB), sowie eine niedrige harmonische Verzerrung (Total Harmonic Distortion) von 0,0003%. Des Weiteren integriert der ES9016K2M Sabre Ultra über einen Jitter-Schutz, um Taktzittern bei schwankender Spannungsversorgung zu minimieren. Um Letztere möglichst stabil zu halten, wurden auf der Sound Blaster X AE-5 hochwertige Konsendatoren verbaut, darunter vier knallrote WIMA-Kondensatoren.
Um die Kopfhörerverstärkung kümmern sich gleich vier LM4562 Operational Amplifier (Op-Amps; nicht wechselbar) von Texas Instruments. Beide Kanäle werden getrennt verstärkt. Die Vorverstärkung lässt sich in der umfangreichen Software in drei Stufen wählen und treibt auf Wunsch auch sehr anspruchsvolle Hörer mit Vehemenz an. In der Software kann zudem die Ausgabe konfiguriert werden, die AE-5 bietet neben Kopfhörer- außerdem Anschlüsse für Stereo-Lautsprecher, analoge 5.1 Systeme sowie einen optischen Toslink-
Ausgang für digitale Anlagen.
Creative Sound Blaster X AE-5 - Überzeugender Klang
Die umfangreiche Klangmodulation übernimmt auf Wunsch der verbaute DSP alias SoundCore3D, allerdings sind mit Verwendung des kleinen doch potenten Audioprozessors maximal 32 Bit bei 96 KHz möglich - was allerdings vollkommen ausreichend für praktisch sämtliche Medien ist. Der DSP kann aber für die maximale Audioqualität (32Bit bei 384 KHz) auch umgangen werden. Viele Features des DSPs sind schon in dieser oder leicht anderer Form von anderen Creative-Soundkarten bekannt, darunter etwa die sehr gute Surround-Virtualisierung, die ausgezeichnete Rausch- und Echo-Unterdrückung für das Mikrofon (die beim Zuschalten allerdings eine leichte Latenz verursacht) oder die etwas ausgebaute Stimmmodulation. Der sehr gute Equalizer, Crystalizer, Bassboost sowie der Scout-Modus sind ebenfalls mit an Bord. Letzterer kann nun zudem in Kombination mit einem mobilen Gerät genutzt werden und zeigt dort mittels Display-Einblendung die Richtung von Sounds an - ein Feature zwischen Cheat und Hörhilfe. Mit der App lässt sich zudem die Aufstellung von Lautsprechern justieren, was durchaus praktisch ist.
Eine Vielzahl vordefinierter Klang-Profile sowie die Möglichkeit, eigene anzulegen, existieren in der Sound Blaster Connect 2 getauften Software obendrein. Die neue Oberfläche wirkt ähnlich wie die LED-Beleuchtung ein wenig verspielt, doch bündelt sie die wichtigsten Funktionen bequem auf einer Seite und lässt Sie außerdem sämtliche Konfigurationen direkt über die Software regeln - Umwege über Windows Audio sind nicht wirklich vonnöten, die Umschaltung von Lautsprecher auf Kopfhörer und/oder (virtuellen) Surround geht bequem über die Connect-Oberfläche vonstatten. Im Spiel gefällt die AE-5 mit einer sehr ansprechenden, nun bis zu 7.1 Audio-Kanäle verarbeitenden, virtuellen HRTF-Surround, dessen Stärke Sie zudem selbst festlegen können. Der Bassboost lässt Ihnen frei, ob Sie lieber Tief- Kick-, oder Oberbass betonen möchten, der Crystalizer verbessert schlechte MP3-Files oder Youtube-Audio, der Scout-Modus kann Vorteile bei der Gegnerortung bringen. Feintuner freuen sich des Weiteren über den sehr guten, fein abstimmbaren Equalizer.
Quelle: PC Games Hardware
Creative Sound Blaster AE-5 - Die neue Soundkarte für Spieler und Audiofans gleichermaßen? (2)
Neben massig Features und einer klanglich irrelevanten, breit konfigurierbaren RGB-Beleuchtung, bietet der AE-5 außerdem einen sehr überzeugenden guten Klang. Auch wenn die 32 Bit bei 384 KHz eher Overkill denn wirklich nützlich sind, beim Musikhören entfaltet der neue Sound Blaster ein volles und sehr dynamisches Klangspektrum. Klanglich wirkt die AE-5 ein wenig auf der warmen Seite, die Höhen treten gegenüber den Mitten und dem Tiefton minimal in den Hintergrund. Ein solches Klangbild ist häufig bei Creative-Soundkarten zu hören, die AE-5 ordnet sich in Sachen Klangbild zwischen dem etwas dumpf klingenden Sound Blaster Z und der luftiger wirkenden, detaillierter aufspielenden ZxR ein - wobei Sie natürlich mittels Equalizer, den Profilen oder bei der Wahl Ihres Kopfhörers und/oder Lautsprecher Einfluss auf dieses Klangbild nehmen können. Qualitativ gibt es auch mit hochqualitativer Audio-Hardware kaum etwas zu bekritteln, der Sound ist sehr sauber. Selbst sehr empfindliche In-Ear-Kopfhörer werden nahezu rauschfrei angetrieben, der niedrige Ausgangswiderstand der AE-5 von 1 Ohm begünstigt außerdem einen verzerrungsarmen Betrieb von komplexeren (und zumeist teuren) Multi-Driver-Modellen.
Creatice Sound Blaster X AE-5 - Fazit
Creatives neue Sound Blaster X AE-5 kann uns voll überzeugen. Im direkten Vergleich kommt sie klanglich beinahe an die High-End-Soundkarte ZxR heran und kann die beiden anderen (baugleichen) integrierten Klangbretter der Z-Reihe (Z, Zx) recht komfortabel schlagen. Auch gegenüber Creatives USB-Soundkarten G1, Omni und G5, hat die AE-5 klangliche Vorteile und außerdem eine deutlich potentere Verstärkung. Die vielen und zumeist auch nützlichen (Software-)Features der Z-Generation werden allesamt unterstützt und zu Teilen weiter ausgebaut. Die Sound Blaster X AE-5 bringt zudem schon mit guter Mittelklasse-Audio-Komponenten relativ deutliche Vorteile gegenüber Onboard-Sound, eine wirklich hörbare Qualitätssteigerung ist spätestens mit einem guten Kopfhörer nahezu garantiert (z.B. Beyerdynamic DT 770, 880, 990 - ab ca. 140 Euro). Der aktuelle aufgerufene Preis von rund 120 Euro ist für eine solch gut ausgebaute, Feature-reiche und toll klingende Soundkarte sehr fair. Wenn Sie mit einer guten Soundkarte liebäugeln, sei Ihnen der Sound Blaster X AE-5 ans Herz gelegt.
Dem Stimm ich zu!
Kommt da auf die Kopfhörer an also bei meiner Bayerdynamic MMX 300 merkt man schon einen deutlichen Unterschied zwischen Onboardsound und Soundkarte.
Meiner Meinung nach je hochwertiger die Kopfhörer oder auch Anlage desto mehr Sinn macht eine Soundkarte.
Ich hab auch noch Meinungen im PCG Hardware Forum gelesen aber das ist seperat merke ich gerade.
Eine HiFi-Anlage hab ich zwar. Aber da ich ausschließlich mit Kopfhörern zocke, wäre der subjektive Vergleich für mich hiermit nur sinnvoll.
Ich probiere sie jetzt einfach mal aus. Wenn ich denke ich hab einen positiveren Eindruck behalte ich sie ansonsten mach ich vom Umtauschrecht gebrauch.
Ich hab auch noch Meinungen im PCG Hardware Forum gelesen aber das ist seperat merke ich gerade.
Eine HiFi-Anlage hab ich zwar. Aber da ich ausschließlich mit Kopfhörern zocke, wäre der subjektive Vergleich für mich hiermit nur sinnvoll.
Ich probiere sie jetzt einfach mal aus. Wenn ich denke ich hab einen positiveren Eindruck behalte ich sie ansonsten mach ich vom Umtauschrecht gebrauch.
Mal eine technische Frage meinerseits. Oftmals kommt eine schlechte Tonqualität ja auch durch schlechte A/D Wandler bzw. billige Klinkenstecker mit schlechtem Klirrfaktor.
Wie ist es jetzt eigentlich, wenn man bei (Onboard-) Soundkarten stattdessen einfach den Ton einfach digital über HDMI ausgibt und dann die Boxen am Monitor angeschlossen hat. Kann man da noch einen Qualitätssprung rausholen?