Silent Storm
Jetzt wird's echt Zeit
Je drei Soldaten werden links und rechts vom Eingang in Stellung gebracht. Sobald ein Naseweis seinen Kopf durch die Pforte steckt, wird abgedrückt.
Die Taktik-Scharmützel funktionieren nach dem altbewährten Runden-Prinzip. Das heißt, Sie bewegen Ihre Einheiten, feuern oder gehen in Deckung, danach kommt die andere Seite an die Reihe. Ausnahme: Wenn Ihre Schützlinge Aktionspunkte aufsparen und ihnen ein Feind vor die Flinte läuft, gibt es eine Unterbrechung und Sie dürfen in der gegnerischen Runde ziehen. Perfekt, um beispielsweise Hinterhalte zu legen. Wenn keine Gefahr droht, wechselt das Programm in den Echtzeit-Modus. So dauert Kisten-Durchsuchen oder Wunden-Verarzten keine Ewigkeit. Gerade Letzteres ist bei Silent Storm wichtiger denn je. Treffer ziehen nämlich nicht nur Gesundheitspunkte ab, sondern führen oft zu schweren Verletzungen wie vorübergehender Taub- oder gar Blindheit. Falls kein Sanitäter mit der richtigen Ausrüstung in der Nähe ist, fallen die Opfer für ein paar Runden aus oder verbluten unter Umständen sogar.
Physik, die Spaß macht
Die Taktik war erfolgreich. In den höheren Schwierigkeitsstufen lassen sich die Verteidiger allerdings nicht ganz so schnell aufs Kreuz legen, da sie weniger aggressiv sind.
Nicht nur das Schadenssystem ist auf Realismus getrimmt, auch die Physik-Engine wirkt - wir erwähnten es bereits - extrem echt. Getroffene sacken anatomisch korrekt zusammen, werden manchmal gar über den halben Bildschirm geschleudert und bleiben mit verrenkten Gliedmaßen liegen. Granaten kullern Gefälle hinunter, Explosionen lösen Kettenreaktionen aus. Und das ist nicht nur schöner Schein, sondern hat echte Auswirkungen auf den Spielablauf. Wenn Ihre Agenten beispielsweise im Stockwerk über sich ein Geräusch vernehmen, kann eine kurze Salve durch den Fußboden lebensrettend sein. Keine Deckung ist sicher, mit der richtigen Kanone und ausreichend Munition lassen sich sogar Betonmauern zerbröseln und ganze Häuser in Schutt und Asche legen. Entsprechend realistisch verhalten sich die Waffen. Ein Feuerstoß aus einer Maschinenpistole mag auf kurze Distanz verheerend sein, für weiter entfernte Gegner muss es schon ein Karabiner mit Zielfernrohr sein. Mehr als 75 Schießeisen, Granaten und Ausrüstungsgegenstände wie Dietriche und Verbandspäckchen finden sich im Arsenal, wobei die besten Modelle meist auf dem Schlachtfeld zu finden sind.
Detailreiche Diashow
Getarnt schleicht sich Sanitäter Gari (schwarze Färbung) an eine gegnerische Patrouille an.
In einer 2D-Welt würde die Spielphysik nur halb so viel Sinn machen, in den 3D-Landschaften von Silent Storm kommt sie richtig zur Geltung. Verschneite Dörfer in Sibirien, mehrstöckige Fabrikgebäude in der Schweiz, englische Landsitze inmitten einer Hügellandschaft - die Szenarien sind ebenso abwechslungsreich wie schick. Die Wettereffekte wie Schnee und Regen oder Tageszeitwechsel tun ein Übriges. Die Entwickler haben allen Kommandos individuelle Gesichtszüge und eigene Uniformen spendiert, an denen sichtbar Gewehre und Granaten baumeln. Allerdings hat die Schönheit ihren Preis: Selbst auf absoluten High-End-Maschinen wird ein Kameraschwenk mit vollen Details mit sekundenlangem Ruckeln bestraft, egal in welcher Auflösung. Das macht Silent Storm zwar nicht unspielbar - schließlich kommt es in einem Runden-Taktikspiel nicht auf Geschwindigkeit an -, aber doch ausgesprochen unkomfortabel. Die gute Nachricht: Auch mit der geringsten Detailstufe und abgeschalteten Filtern sieht die Grafik noch hübsch aus.
Die Meldungen von der Sound-Front klingen nicht ganz so rosig. Zwar sorgt die der Situation angepasste Musik für Stimmung, die Waffeneffekte sind glaubwürdig und die Sprecher erledigen ihren Job tadellos. Jedoch haben sie nur eine Hand voll Sprüche drauf. Nie wachsen einem die Schützlinge so sehr ans Herz wie etwa Fidel, Scope und Gus im Konkurrenten Jagged Alliance 2 mit ihren Streitereien, Komplimenten und ihrem Liebesgeflüster. Keiner entwickelt so viel Persönlichkeit wie Minsc oder Yoshimo aus Baldur's Gate 2 mit ihren bissigen Kommentaren. Hier haben die Entwickler leider viel Potenzial verschenkt.
Schwer bis unmöglich
Getarnt schleicht sich Sanitäter Gari (schwarze Färbung) an eine gegnerische Patrouille an.
Ebenfalls eher negativ fällt das Balancing auf. Von den Schwierigkeitsgraden "Normal", "Schwer" und "Unmöglich" tragen nur die letzten ihren Namen zu Recht. Der erste ist für erfahrene Taktiker viel zu einfach, was vor allem daran liegt, dass der IQ der computergesteuerten Opponenten irgendwo zwischen Knäckebrot und Filzlaus anzusiedeln ist. Sobald sie ein Geräusch hören, rennen sie schnurstracks auf die vermutete Quelle zu - und lassen sich so kinderleicht ins Kreuzfeuer nehmen. Dass sich auf ein und demselben Fleck zwei Dutzend Bildschirmleichen türmen, ist keine Seltenheit. In den beiden anderen Spielmodi fällt das Problem nicht mehr so sehr auf, da die meisten Wachen sich an ihrem vorgesehenen Platz verschanzen und einfach darauf warten, dass ahnungslose Spieler in die Falle tappen. Allerdings sind die Aufgaben nicht nur deshalb schwerer zu knacken, sondern vor allem auch, weil die Speicherfunktion eingeschränkt wird. Unter "Schwer" darf der Spielstand nur gesichert werden, wenn gerade keine Gefahr droht, unter "Unmöglich" nur noch, wenn zwischen den Einsätzen ein Besuch im Hauptquartier ansteht. Zu allem Überfluss gibt das Programm dann auch keine Hinweise mehr auf die Missionsziele - was einen erfolgreichen Abschluss der Kampagne wirklich so gut wie unmöglich macht.

Hast du denn schon mal mit einem MG42 geschossen? Oder wo nimmst du diese Erkenntnisse her? Also erstmal heißt es nicht "Lauf" sondern "Rohr". Und das Rohr kann nicht angefasst werden, da es sich in einem Gehäuse befindet. Und ja....man kann sehr wohl mit dem MG 42 bzw. MG3, wie es beim Bund bezeichnet wird, auch im stehen schiessen und treffen (ich spreche aus Erfahrung)....das schaffen aber nur richtige Männer mit ordentlich Kraft ;-). ...alle anderen schießen mit Pistole :-)
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]Heiß wird das Ding trotzdem, ist ja schließlich ein Metallrahmen als Schutz und Wärmeleitung drum, da hat er schon recht.
Und in der Haltung in der der Knilch auf dem Bild schießt trifft man auf Distanzen die über ca. 10 Meter rausgehen, grad mal nix.
Auch ein "richtiger Mann" nicht, die meisten würden aus der Hüfte/ohne zu zielen nichtmal mit dem (zu meiner Bundeswehrzeit) G3 was treffen, geschweige denn mit dem MG3....
Mit einem MG3 habe zumindest ich genauso ausgiebig geschossen wie mit dem G3, der Uzi und der P1, von 1985 bis 1986 ;)
Und das Ding *wird* sehr heiß, wenn man ein bissel damit schießt, genauso wie übrigens das G3 auch und das hat einen wenig wärmeleitenden Kunststoff-Handschutz.
Nope. Im Spiel ist das praktisch nur aus dem Liegen möglich. Und klar kann mit im Prinzip mit jeder Waffe, die man heben kann auch aus dem Stand schießen. Man trifft halt nur nix, außer vielleicht auf allernächste Distanz.
Ja gut, aber der Lauf des MG42's wird extrem schnell sehr heiss, somit müsste man es wenigstens am Zweibein anfassen, hat dadurch aber noch einen höheren Streufaktor... :(
Aber nun genug Off-Topic! ;)
Nope. Im Spiel ist das praktisch nur aus dem Liegen möglich. Und klar kann mit im Prinzip mit jeder Waffe, die man heben kann auch aus dem Stand schießen. Man trifft halt nur nix, außer vielleicht auf allernächste Distanz.
Ja gut, aber der Lauf des MG42's wird extrem schnell sehr heiss, somit müsste man es wenigstens am Zweibein anfassen, hat dadurch aber noch einen höheren Streufaktor... :(
Aber nun genug Off-Topic! ;)
Nope. Im Spiel ist das praktisch nur aus dem Liegen möglich. Und klar kann mit im Prinzip mit jeder Waffe, die man heben kann auch aus dem Stand schießen. Man trifft halt nur nix, außer vielleicht auf allernächste Distanz.
Ja gut, aber der Lauf des MG42's wird extrem schnell sehr heiss, somit müsste man es wenigstens am Zweibein anfassen, hat dadurch aber noch einen höheren Streufaktor... :(
Aber nun genug Off-Topic! ;)