Shape of Water: Unsere Kritik zum Oscar-Topfavoriten
Die stumme Elisa arbeitet als Putzfrau in einem Hochsicherheitslabor, in dem auch an einer exotischen Kreatur experimentiert wird. Sie entwickelt Gefühle für das Wesen und versucht es aus seiner qualvollen Gefangenschaft zu befreien. Für "Shape of Water" konnte sich Grusel-Regisseur Guillermo Del Toro 13 Nominierungen bei den kommenden Oscars sichern. Damit geht er als absoluter Top-Favorit ins Rennen um den begehrten Goldjungen. Im Januar hatte der Film bereits zwei Golden Globes für die beste Regie und die beste Filmmusik gewinnen können.
Schon die schwerelose Eröffnung entführt in eine entrückte Welt: Die Kamera gleitet durch eine geflutete Wohnung, Möbelstücke treiben im Wasser, darunter eine Couch mit einer schlafenden Frau darauf. Die Frau heißt Elisa und lebt als Stumme wie unter einer Taucherglocke. Ihre Einsamkeit teilt sie mit dem älteren Maler Giles. Abends schauen die Nachbarn Filmklassiker, tagsüber arbeitet Elisa als Putzfrau in einem geheimen Forschungslabor, wo sie mit ihrer afroamerikanischen Kollegin Zelda via Zeichensprache plaudert. Die Routine endet, als ein Wassertank Elisas Neugier weckt. Darin wird ein Amphibienmann aus dem Amazonas gefangen gehalten, an dem der Wissenschaftler Hoffstetler Experimente durchführt. Dessen Vorgesetzter Strickland treibt die Forschungen mit brutaler Hand voran, da mitten im Kalten Krieg - die Geschichte spielt Anfang der 1960er-Jahre - der Rüstungswettlauf mit den Russen tobt.
Man spürt in jeder Szene, dass hier der Hollywood-Auteur Guillermo del Toro das Zepter führte. Wie in seinem Meisterwerk Pans Labyrinth kombiniert der Mexikaner eine fantastische Geschichte mit einem realen historischen Hintergrund. Inspiriert von einschlägigen Gummimonsterfilmen der 1950er-Jahre versprüht sein Film zwischen Stepptanz und Grammophon jede Menge Charme und Nostalgie, was schon damit beginnt, dass Elisas Wohnung über einem Kino liegt, in dem noch ganz altmodisch der Projektor rattert. Der Stil des mit dem Goldenen Löwen von Venedig prämierten Fantasyfilms erinnert an eine dunkle Amelie-Variante. Mit seinem typischen Blick für Details kreiert del Toro eine hinreißend melancholische Atmosphäre, bei der das aufwändige Set-Design, der wunderbare Score von Alexandre Desplat und der facettenreiche Auftritt von Sally Hawkins Hand in Hand gehen
Fazit:
Guillermo Del Toros Außenseitermärchen steckt voller erzählerischer und inszenatorischer Poesie - Kino, wie es sein soll!

werde mir den Film Mal auf Blueray anschauen wenn er rauskommt und melde mich dann.
Gruß
BF2-Veteran
Hallo Riesenwiesel,
nachdem ich Shape of Water nun gestern endlich auch gesehen habe, muss ich dir zustimmen: da gehört ein Erotik-Stern hin. Je nach Vorlieben sogar zwei ... ;-)
Was ich hiermit nachgeholt habe. Warum Kollege Christian das anders gesehen hat? Keine Ahnung, vielleicht lag's an der unerotischen Atmosphäre in der Pressevorführung? Ich traue mich jedenfalls nicht, ihn nach seinen sexuellen Vorlieben zu fragen ... ;-)
Übrigens fand ich den Film auch ganz hervorragend, vor allem in Sachen Atmosphäre und Flair. Ein wunderschönes modernes Märchen. Ich hätte auch 5 Sterne gegeben.
Das mit dem Projektor ist ja nicht als Kritik oder Beschwerde von Christian zu verstehen, sondern einzig als ein Beispiel für jene Aspekte des Films, dank deren dieser nostalgischen Charme versprüht.
Danke für deinen Hinweis, Riesenwiesel, und viele Grüße
Tim
Das mit dem Projektor hab ich auch nicht verstanden. Wenn der Film 1960 spielt, dann ist der ratternde Projektor doch State of the Art.
Bei dem Film bekommt man fast schon das Gefühl, er wäre zwanghaft darauf getrimmt, Oskars zu gewinnen. Ich stimme der Kritik weitestgehend zu, aber die zum Teil übertrieben dargestellten Gewaltszenen, empfand ich in dem Fall fast schon als störend. Soll wohl künstlerisch irgendwie wertvoll sein, die ansonsten melancholische Atmosphäre zwischendurch so derbe zu zerfetzen.
Insgesamt würde ich 3,5 oder vielleicht 4 von 5 Sternen geben.
Achja...
"Erotik: 0 von 3 Sternen", wirklich? ;-)