Shadowrun Returns und Retro-Special - Windows-PC
Die Veröffentlichung des Kickstarter-Rollenspiels Shadowrun Returns steht bevor! Wir erklären euch die komplexe Spielwelt, blicken auf die Vorgängerspiele zurück und verraten, warum Fans von taktisch angehauchten RPGs mit diesem Titel viel Freude haben werden.
Der Tiefpunkt: Shadowrun als Shooter für Windows
Für das Sega Mega-CD erschien 1996 in Japan (und wirklich nur dort) ein obskures Shadowrun-Manga-RPG mit Adventure-Elementen. Der Titel hatte aber mit den westlichen Shadowrun-Vorlagen wenig gemeinsam. Böse Zungen behaupten dasselbe vom 2007 von Microsoft veröffentlichten Mehrspieler-Shooter, der – wie oben angedeutet – auch einfach nur Shadowrun hieß. Das Teil war in Sachen Gameplay zwar durchaus gelungen (PC-Games-Wertung in der Ausgabe 08/07: 80%), stellte sich für Fans der Pen&Paper-Rollenspiele als seelenlose Lizenzenttäuschung heraus.
Hier stand zwar Shadowrun drauf, aber es war praktisch kein Shadowrun drin. Um die Unzufriedenheit der Fans mit dem Shadowrun-Shooter wissen natürlich auch die Shadowrun Returns-Entwickler von Harebrained Schemes. Und so ist Team um Erfinder des Shadowrun-Pen&Paper-Spiels Jordan Weisman seit dem Start der Kickstarter-Aktion bis heute stets bemüht, den starken Story-Fokus und die Lizenztreue (nicht die Regeltreue!) des neuen Spiels in den Vordergrund zu stellen.
Die Shadowrun-Wiedergeburt: Ein Cyberpunk-Taktik-Rollenspiel zum Verlieben
Shadowrun Returns ist ein Rollenspiel, bei dem ihr eure Spielfigur aus einer isometrischen Vogelperspektive heraus steuert - mit rundenbasierten, taktischen Kämpfen inklusive Deckungssystem. Euer Abenteuer beginnt rollenspieltypisch mit der Erstellung eines Charakters. Zur Wahl stehen dabei (wie auch in Pen&Paper-Vorlage) fünf Völker: Elfen, Menschen, Zwerge, Orks und Trolle. Außerdem sucht ihr euch noch einen Klassen-Archetypen aus (z.B. Straßensamurai, Magier, Decker).
Wie ihr euren Helden von da ab weiterentwickelt, liegt bei euch, denn Shadowrun Returns ist ein sogenanntes klassenloses Rollenspiel. Die Entwickler orientieren sich grob an den Regeln der zweiten und dritten Edition der Pen&Paper-Vorlage. Bedeutet: ihr habt zwar viel Freiheiten bei der Charakterentwicklung, seit aber an ein paar nötige Grundregeln gebunden. Ein Beispiel: Wer gerne (erfolgreich) einen Magier spielen möchte, der sollte den Körper seines Helden nicht zu sehr mit High-Tech-Implantaten vollkleistern. Shadowrun ist zwar eine Welt voller Technik und Magie, aber in der Regel vertragen sich diese beiden Extreme nicht allzu gut.
Auftragsarbeit: "Gestatten, mein Name ist Johnson, Mr. Johnson!"
Quelle: Harebrained Schemes
Screenshot aus Shadowrun Returns
Eine typische Mission in Shadowrun Returns läuft so ab: Ein Mr. Johnson (der typische Name für einen Auftraggeber, der gerne anonym bleiben möchte) kontaktiert euch wegen eines Auftrags. Ihr sollt eine Team von Spezialisten (= Shadowrunnern) zusammenstellen, um bei einem Mega-Konzern einzubrechen und etwas zu stehlen. Wie ihr diese Abenteurertruppe zusammenstellt, bleibt euch überlassen und hängt natürlich auch ein wenig davon ab, welche Fähigkeiten eure eigene Spielfigur mitbringt.
In der Regel ist es eine gute Idee, Chummer (Shadowrun-Umgangssprache für Kumpel) dabeizuhaben, mit denen ihr möglichst viele Eventualitäten abdecken könnt. Wer auf Flexibilität setzt, hat oft auch mehr Lösungsmöglichkeiten für Hindernisse. Mit der richtigen Verkleidung, einem hohen Charisma-Wert und besonderen sprachlichen Fähigkeiten könnt ihr euch beispielsweise an Wachposten vorbeimogeln und so gefährliche Feuergefechte umgehen. Das Zusammenspiel der Team-Mitglieder ist eine mehrdimensionale Angelegenheit: Schamanen bewegen sich durch die Geisterwelt, Magier nehmen Auren wahr und Decker bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit durch die Computerwelten der Matrix.
Nur wenn ihr zum richtigen Zeitpunkt die entsprechenden Fähigkeiten der einzelnen Charaktere in deren Spielrealität einsetzt, führt das am Ende zum Erfolg. Ein wichtiger Bestandteil des Gameplays sind die Kämpfe. Sobald ihr Kampfhandlungen beginnt, wechselt das Spiel vom freien Bewegungsmodus in den rundenbasierten Kampf-Modus, bei dem Aktionspunkte bestimmen, was eure Charaktere pro Runde machen können. Wer Fallout 2 oder XCOM: Enemy Unknown gespielt hat, wird sich hier sehr schnell zurechtfinden. Durch die verschiedenen Klassenarchetypen (Feuerkraft, Magie, Drohnenkampf usw) ist das Kampfsystem aber deutlich dynamischer und variantenreicher als in den beiden oben genannten Vergleichstiteln.
Viel Spiel und Mega-Editor für wenig Geld
Shadowrun Returns soll am 25. Juli erscheinen und auf Steam gerade mal 20 Euro kosten (interessant für alle, die sich nicht an der Kickstarter-Aktion beteiligt haben). Dafür bekommt ihr eine umfangreiche Story-Kampagne, mehrere Nebenquests und einen Editor mit dem sich ohne größere Probleme neue Geschichten und Missionen basteln lassen. Entwickler Harebrained Schemes will aber auch selbst per DLC neue Abenteuer nachschieben.
