Review: Rush - Alles für den Sieg

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Review: Rush - Alles für den Sieg
Quelle: Universal Pictures

Mitreißendes und in jeder Hinsicht hervorragend umgesetztes Charakterdrama mit starken Figuren und rasanten Rennszenen.

Der eine ist ein Hans Dampf in allen Gassen, der andere ein besonnener Analytiker: Die Formel-1-Piloten James Hunt und Niki Lauda könnten unterschiedlicher kaum sein. Ihre Rivalität, die sie gegenseitig zu Bestleistungen anspornte, ist zumindest unter Motorsportfans legendär. Schon als die beiden zu Beginn der 70er-Jahre in der Formel 3 aufeinander treffen, entwickeln sie sich schnell zu Kontrahenten, bevor sie ihr persönliches Duell ab 1973 in der Formel 1 austragen. Während der ehrgeizige Lauda nicht nur ein talentierter Fahrer, sondern auch ein gewiefter Mechaniker ist, fährt der Engländer Hunt besonders risikoreich und lässt abseits der Piste nichts anbrennen: Alkohol, Frauen und Partyexzesse interessieren den Lebemann ebenso wie ein Platz auf dem Siegertreppchen. Im Verlauf der WM 1976, zu einem Zeitpunkt als Niki Lauda die Tabelle mit großem Vorsprung anführt, kommt es zu einem dramatischen Unfall. In der Nordschleife des Nürburgrings gerät Laudas Ferrari außer Kotrolle, schliddert gegen die Bande und geht in Flammen auf. Doch schon wenige Wochen später sitzt der Österreicher wieder am Steuer, um Hunt zu schlagen.

Mit Rush, der bis in Einzelheiten auf wahren Begebenheiten beruht, liefert Ron Howard ein erstklassiges Charakterdrama mit tollen Darstellern und spektakulären Rennszenen. Der Schwerpunkt des Films liegt allerdings nicht auf den realitätsnah und rasant inszenierten Formel-1-Sequenzen, sondern auf dem Duell zwischen Niki Lauda und James Hunt. In einprägsamen Szenen zeichnet Howard die Kontrahenten als Gegensatzpaar, das in jeglicher Hinsicht unterschiedlich ist. Ein Beispiel hierfür sind auch die Liebesbeziehungen der beiden. Während Lauda eine gediegene Ehe mit Marlene Knaus führt, lässt sich Hunt mit dem Topmodel Suzy Miller ein, die ihn bald unter großem Presserummel für den Schauspieler Richard Burton verlässt.

Dass Ron Howard einige Jahre Regie-Erfahrung hat, ist Rush in jeder einzelnen Szene deutlich anzumerken. Mit wenigen Strichen zeichnet Howard die vielen Figuren und hält die Spannung mit scheinbarer Leichtigkeit stets aufrecht, auch wenn die Geschichte von Laudas Unfall allgemein bekannt ist. Der donnernde Score von Hans Zimmer und die akkurate 70er-Jahre-Ausstattung tun das Übrige, um Rush eine filmische Goldmedaille zu sichern. Ein weiteres Glanzstück sind die Hauptdarsteller: Daniel Brühl ähnelt dem jungen Niki Lauda nicht nur äußerlich, sondern meistert auch den wienerischen Akzent des Rennfahrers sehr überzeugend – gerade in diesem Punkt hätte die Performance leicht nach hinten losgehen können. Der als Donnergott Thor bekannte Chris Hemsworth funktioniert als Gegenbild zu Brühl hervorragend und beweist, dass er auch anspruchsvolle Rollen meistern kann. So gelingt Ron Howard ein rundum starker Film, der gute Chancen auf einen Oscar hat. (Christian Horn)

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