Meilensteine der Spielgeschichte: Sonys Angriff auf Nintendo

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Die 80er-Jahre waren bewegte Zeiten für die Spiele-Industrie: Angefangen mit dem Videogame-Crash, ersten Skandalen um Sex-Spiele und Nintendos Einstieg in den Spiele-Markt. Die 90er gelten wahrscheinlich als das bisher wichtigste Jahrzehnt der Spiele-Geschichte, heben sie die Spiele doch auf ein neues Level. Der Schritt von 2D auf 3D wird vollzogen, das WorldWideWeb geht an den Start und Sony holt mit der Playstation die Spiele aus den Kinderzimmern.

Die Playstation entsteht aus einer misslungenen Kooperation zwischen Nintendo und Sony. Eigentlich sollte das Super Nintendo nur ein CD-ROM-Laufwerk bekommen. Stattdessen entsteht ein mächtiger Konkurrent, der den Markt auf den Kopf stellt. Quelle: Sony Die Playstation entsteht aus einer misslungenen Kooperation zwischen Nintendo und Sony. Eigentlich sollte das Super Nintendo nur ein CD-ROM-Laufwerk bekommen. Stattdessen entsteht ein mächtiger Konkurrent, der den Markt auf den Kopf stellt. Im Bereich der Konsolen wird der Markt Mitte des Jahrzehnts spannender. Die CD wird ab Anfang der 90er zum wichtigsten Datenträger und bietet mit dem enormen Speicherplatz im Vergleich zur Diskette viele neue Möglichkeiten für Spiele. Die CD-Rom ist unerlässlich für 3D-Spiele. Eine Kooperation zwischen Nintendo und Sony sollte dem Super Nintendo ein CD-ROM-Laufwerk spendieren und so die Konsole für ein paar Jahre zukunftsfähig halten. Die Unternehmen zerstritten sich aber und lösten die Kooperation wieder auf. Sony arbeitete alleine an dem Projekt weiter und brachte zwischen 1994 und 1995 die Playstation weltweit auf den Markt. Sie ermöglichte erstmals aufwendige 3D-Grafik auf Heimkonsolen und war damit ein direkter Angriff auf das veraltete Super Nintendo. Sony fuhr eine aufwendige Marketingkampagne zur Markteinführung und baute damit einen Hype um die Konsole auf. Gleichzeitig positionierten sie die Playstation nicht als reine Konsole für Kinder, sondern verpassten ihr ein sehr erwachsenes Image. Konsolen wurden aus den Kinderzimmern geholt und unter die Fernseher ins Wohnzimmer gestellt. Neue Käuferschaften wurden erschlossen und PC-Spieler auf die Konsolen geholt.

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Mit dem Nintendo 64 versucht der Konzern die Einführung der Playstation zu kontern. Das falsche Speichermedium und ein kindliches Image lassen die Konsole aber ins Hintertreffen geraten. Quelle: Nintendo Mit dem Nintendo 64 versucht der Konzern die Einführung der Playstation zu kontern. Das falsche Speichermedium und ein kindliches Image lassen die Konsole aber ins Hintertreffen geraten. Nintendo verliert mit der Einführung der Playstation erstmals Marktanteile im Konsolenmarkt und reagiert erst spät mit dem Nintendo 64. 1996 wird sie in Japan und den USA eingeführt, im März '97 in Deutschland. Die Konsole setzt nicht auf die CD-ROM, sondern weiterhin auf Steckmodule. Der - im Vergleich zur CD - geringe Speicherplatz der Module und das weiterhin kindliche Image von Nintendo, lässt die Konsole gegenüber der Playstation ins Hintertreffen geraten. Sega, als dritter im Bunde der Konsolenhersteller, kann kaum mehr gegen die Übermacht von Sonys Playstation bestehen. Sie versuchen 1998 mit der Konsole "Dreamcast" im Konsolensegment erneut Fuß zu fassen. Obwohl mit einem ordentlichen Spiele-Lineup ausgestattet, technisch Playstation und Nintendo 64 überlegen und von den Fans heiß geliebt, kann die Konsole nur kurzfristigen Erfolg verzeichnen. Der bevorstehende Launch der Playstation 2 im Jahr 2000 und eine damit verbundene aggressiv gefahrene Marketingkampagne von Sony erstickt die Hoffnungen Segas im Keim. Es ist die bisher letzte Konsole von Sega, danach fokussiert sich der Konzern nur noch auf die Spieleentwicklung. Die Dreamcast wird allerdings bis heute von einer lebendigen Fanszene unterstützt und geliebt. Vielen gilt das Spiel "Shenmue" für die Dreamcast als das beste Spiel aller Zeiten. Dennoch ist das Jahrzehnt im Videospielbereich stark von Sony geprägt. Die Playstation ist ein gigantischer kommerzieller Erfolg. Es erscheinen wichtige Titel, wie Final Fantasy 7 und Metal Gear Solid für die Konsole, beide Titel werden in Europa und den USA auch für den PC veröffentlicht.

Half Life wirkt bis heute nach: Aus dem Spiel entstand Counterstrike. Quelle: PC Games Hardware Half Life wirkt bis heute nach: Aus dem Spiel entstand Counterstrike. Auf dem PC beginnt ab 1995 ebenfalls der große Sprung auf 3D: Erste 3D-Karten mit den schönen Namen Matrox Millenium, 3Dfx und Voodoo erscheinen. Damit kann 1996 erstmals der, speziell für Männer, ersichtliche plastische Vorteil von 3D genutzt werden: Lara Croft geht in Tomb Raider erstmals auf Schatzsuche und wird die erste weibliche Spielikone. Ein wichtiger Schritt wird auch im Bereich der Ego-Shooter gegangen: Mit Quake bestehen die Gegner erstmals aus Polygonen und nicht wie vorher nur aus 2D-Texturen. Der Nachfolger Quake II erscheint ein Jahr später und unterstützt von Anfang an 3D-Karten. Beide Teile liefern einen Mehrspielermodus mit, der sowohl über LAN, als auch über das Internet gespielt werden kann. Die Erkenntnisse aus der Quake-Engine machte sich Valve 1998 zu eigen und entwickelte daraus die Half Life-Engine. Benannt nach dem Spiel, das sowohl das Storytelling, als auch das Gameplay in Ego-Shootern revolutionierte und bis heute nachwirkt: Half-Life. Valve liefert ein Entwicklungskit mit und gibt den Spieler damit Werkzeuge in die Hand, die Engine zu nutzen. Unzählige Anpassungen oder Modifikationen, kurz Mods, werden erstellt, getauscht und vor allem gespielt. Die Modderszene war geboren. Einige Mods wurden so erfolgreich, dass aus ihnen eigenständige Spiele wurden. Und in einem Fall überragte es in Sachen Beliebtheit sogar das Hauptspiel: Es geht natürlich um Counterstrike. 1999 wurde diese Mod veröffentlicht und bis heute wird sie gespielt. Vor allem der elektronische Sport-Bereich erfährt durch Counterstrike einen ungeahnten Aufschwung: Es ist bis heute das beliebteste und meistgespielte Spiel im E-Sport.

Everquest ist lange Zeit das erfolgreichste MMORPG. Everquest ist lange Zeit das erfolgreichste MMORPG. Gerade die explosionsartige Verbreitung des Internets ab Mitte der 90er ermöglichte auf einmal unzählige Spiele gegen tausende andere Menschen. Ego-Shooter profitierten mit ihren Mehrspielermodi am meisten davon, aber auch Spiele wie Diablo, Starcraft und Warcraft von Blizzard setzen stark auf die Internetfähigkeit der Spiele und verhalfen so den Spielen zu neuem Ansehen. Auf einmal war es in Ordnung Samstagabends zuhause zu bleiben und harte Online-Gefechte auszukämpfen. Auch bekannte Spiel-Ideen aus den Anfängertagen des WWW erleben eine Auferstehung: 1997 wird Ultima Online veröffentlicht und verbindet die Multi User Dungeons aus früheren Zeiten mit den Rollenspielelementen der Ultima-Reihe. Massively Multiplayer Online-Roleplaying-Game, kurz MMORPG nennt es sich und erlaubt tausenden von Menschen gleichzeitig an einem Spiel teilzunehmen. Wirtschaftlich ermöglicht sich dadurch auch auf einmal eine neue Möglichkeit: Monatliche Gebühren für das Spielen von Ultima Online werden verlangt - Und von den Spielern bereitwillig bezahlt. Everquest setzt das Genre 1999 fort und führt es lange Zeit an. Bis ins neue Jahrzehnt hinein ist es das erfolgreichste MMORPG, dann wird allerdings ein neues Online-Spiel veröffentlicht und schreibt die Geschichte der Spiele eindrucksvoll weiter.

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Bildergalerie

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  1. Seite 1 Meilensteine der Spielgeschichte: Der Sprung in die Tiefe
  2. Seite 2 Meilensteine der Spielgeschichte: Sonys Angriff auf Nintendo
    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MarcoBodensee Stille/r Leser/in
        Ach Herrje.. die "gute, alte Zeit" ... schöner Artikel!!!

        Habe Dune 2 damals durchgezockt und ebenso Wolfenstein 3D und Doom. Doom haben wir damals, als es rauskam, im Wohnheim mit 12 Leuten über Netzwerk gezockt. Lang, Lang ist's her!!!

        Hatte erst vor ein paar Tagen Streit mit meiner Mutter, weil Sie meine gesammelten ASM Hefte (glaube, das erste war 1986) weggeschmissen hat. Habe ALLE Hefte aufgehoben und bei meinen Eltern im Keller deponiert. Leider :)

        War von Anfang an dabei und bin jetzt 33. Mein Bruder hat die ersten ASM gekauft, weil ich da ca. 6-8 Jahre war (wenigstens habe ich noch den C128 zur Erinnerung und 3 100er Diskettenboxen mit 5 1/4 Disks).

        Als mein Vater dann einen 286er gekauft hat für 3000 DM war ich hin und weg von der Hercules Grafik. Hatte dann irgendwann eine Adlib Soundkarte drin. Weiss noch wie heute, wie man die Autoexec.bat und Config.sys tunen musste, um Speicher für die Spiele rauszukitzeln. (Emm386 für Expanded Memory ... oder wie was das :) ). Oder wer erinnert sich noch an "Simcga" ;) .

        Bitte mehr Artikel wie diese *schwärm*

        :-)
      • Von MarcoBodensee Stille/r Leser/in
        Ach Herrje.. die "gute, alte Zeit" ... schöner Artikel!!!

        Habe Dune 2 damals durchgezockt und ebenso Wolfenstein 3D und Doom. Doom haben wir damals, als es rauskam, im Wohnheim mit 12 Leuten über Netzwerk gezockt. Lang, Lang ist's her!!!

        Hatte erst vor ein paar Tagen Streit mit meiner Mutter, weil Sie meine gesammelten ASM Hefte (glaube, das erste war 1986) weggeschmissen hat. Habe ALLE Hefte aufgehoben und bei meinen Eltern im Keller deponiert. Leider :)

        War von Anfang an dabei und bin jetzt 33. Mein Bruder hat die ersten ASM gekauft, weil ich da ca. 6-8 Jahre war (wenigstens habe ich noch den C128 zur Erinnerung und 3 100er Diskettenboxen mit 5 1/4 Disks).

        Als mein Vater dann einen 286er gekauft hat für 3000 DM war ich hin und weg von der Hercules Grafik. Hatte dann irgendwann eine Adlib Soundkarte drin. Weiss noch wie heute, wie man die Autoexec.bat und Config.sys tunen musste, um Speicher für die Spiele rauszukitzeln. (Emm386 für Expanded Memory ... oder wie was das :) ). Oder wer erinnert sich noch an "Simcga" ;) .

        Bitte mehr Artikel wie diese *schwärm*

        :-)
      • Von nikiburstr8x Mitglied
        Zitat von Denis10
        Und die Spiele waren länger, es war nicht der Normalfall, ein Actionspiel zu entwickeln, das man in unter 10 Stunden durchspielen konnte.
          
        Neenee, früher waren die Spiele ähnlich lang wie heute, nur war der Schwierigkeitsgrad sehr viel höher, was dich an bestimmten Stellen des Spiels schier zur Verzweifelung brachte, mangels Alternativen hast du aber solange gespielt, bist du es schafftest, so war das zumindest bei mir. :B

        Wenn ein Spiel mir heute zu langweilig oder zu schwer wird, zocke ich ein anderes, es gibt ja genug Alternativen - das war früher anders. ;)
      • Von radinger Hobby-Spieler/in
        Zitat von Herbboy
        beim Sitchwort Dune2 fällt mir auch noch dieses Endzeit-Strategie-Spiel ein, wie hieß das noch... irgenwas mit ner Abkürzung aus 4 Buchstaben oder so, in der Art wie "KKND" oder so was... das war auch recht witzig

        ja, KKND (Krush, Kill 'N' Destroy), das war mein erstes selbst gekauftes spiel und ich habe es geliebt (tu ich immer noch), habs voriges jahr auf meinem alten PC mit Win98 für Retro-Spiele mal wieder gespielt, da wars aber irgendwie bei weitem nicht mehr so schwierig wie damals :ugly: Crazy Harry ftw
      • Von berserk3r Anwärter/in
        War ne schöne Zeit und ich freu mich Teil dieser Zeit gewesen zu sein. Wenn ich mir überleg, dass ich mit 26 jetzt nicht so alt bin aber die "Jüngeren" den Duke z.b. theoretish gar nicht mehr kennen dürften das is schon krass. Auch Insider am Arbeitsplatz wie "ich geb mal fix iddqd oder idclip ein", das peilt heut keiner mehr. Da lacht der Kollege mit 32 und alles anfang der 20er verstummt.

        Auch wieviel sich in knapp 10-15 Jahren verändert hat is der pure Wahnsinn. Es wär echt interessant mal festzustellen wie die verschiedenen Generationen so die Games von heute wahrnehmen, Spielzeit und so. Ich kann nur zustimmen, wenn man viel gesehen hat, steigen die Ansprüche. Auch damals hat ich schon n guten PC Konsum, aber da saß man wirklich lange lange an spielen. Wenn ich mir da Dune II anseh, das hat ne gefühlte Ewigkeit gedauert die 3 komplett unterschiedlichen(!!) Fraktionen zu spielen. Als ich vor einiger Zeit n Retro-Flash hatte war das Game glaub an nem halben Tag durch.

        Auch an die zig Stunden Baldurs Gate kommt heute nichts mehr dran, auch wenn ich heute versuche sämtliche Subplots mitzunehmen (wozu ich teilweise auch gar nicht mehr so die Lust hab um ehrlich zu sein), komm ich da bei weitem nicht hin. Das liegt aber auch daran, dass die Industrie versucht alles für den Casual Gamer oder niedriger, jeden Idioten, spielbar zu machen. Bietet ein Spiel dann keine akkuraten Schwierigkeiten isses für regelmäßige Spieler einfach zu kurz. Modern Warfare 2 auf höchster Stufe waren glaub 10-12h auf 2ter Stufe 3-5h. Ich seh auch ein Problem darin das einfach soviel Geld in die Grafik, Renderszenen und ähnliches gesteckt wird, das dann im Endeffekt an der Länge gespart wird. Was ich mittlerweile sehr schade finde, obgleich ich doch immer wieder fasziniert bin wie sich die Grafik entwickelt.

        Der DLC ist jetzt der nächste Schritt noch mehr Kommerz zu Lasten des Spielgefühls zu bringen... schade schade. Mal gespannt wie es dem Gaming in weiteren 10-15 Jahren geht.

        Gruß
      • Von Denis10 Mitglied
        Zitat von Herbboy
        Man darf auch nicht vergessen, dass "man" früher oft stundenlang an einer Mission saß, weil man da noch kein Internet hatte und selbst wenn doch: es gibt reltiav gesehen erst seit sehr kurzer Zeit brauchbare Foren und websites... wenn man heute nicht weiterkommt, schaut doch so gut wie jeder nach 10Min schnell mal bei google vorbei, oder nicht? ;) zB "Z" hab ich mangels Tipps irgendwann einfach aufgegeben...


        Das stimmt allerdings. Ich erinner mich da noch an Half Life. Ich hatte da nicht heraus gefunden, wie man den Endgegner besiegen kann. Internet hatte ich noch nicht und auch keine Möglichkeit, irgend wie online zu kommen.

        Eine Möglichkeit wäre gewesen, die Hotline anzurufen, aber das war eine 0190 Nummer. Deshalb hatte ich mich entschlossen, mir das Lösungsbuch zu holen, nur um heraus zu finden, wie der Endgegner besiegt werden kann.

        Das Internet verleitet schon dazu, mal einfach zu googeln, wenn man wo stecken bleibt, statt wie früher lange zu suchen, was zu tun ist.

        Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass früher alles neu war, weil man gerade eben mit dem Hobby PC Spiele angefangen hat, während man heute den Eindruck hat, es gibt nichts Neues mehr.
        Aber andererseits stimmt es schon, dass früher die Qualität besser war. Da gab es noch weniger Spiel xy Teil 7, da hatten die Entwickler noch mehr Mut, mal was Neues auszubrobieren. Und die Spiele waren länger, es war nicht der Normalfall, ein Actionspiel zu entwickeln, das man in unter 10 Stunden durchspielen konnte.

        Beim ersten Test zu Max Payne (in der PC Games) wurde ja auch diskutiert, ob eine kurze Spielzeit ein Wertungsabzug gerechtfertigt. Heute ist so was normal in diesem Genre. Über die Qualität sagt das natürlich nichts aus.
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