Resident Evil 3 im Test: Fazit und Wertung
Am 3. April ist es bereits soweit: Raccoon City öffnet seine virtuellen Pforten und Capcom stellt euch nicht nur jede Menge Zombies entgegen, sondern hetzt auch noch die Bio-Waffe Nemesis auf euch. Wir haben das Remake von Resident Evil 3 sowie den ebenfalls entahltenen Multiplayer-Modus Resistance getestet und verraten euch, warum der Titel verdammt gut ist, aber nicht an Resi 2 herankommt.
Auf der Flucht
An der allgemeinen Präsentation des Survival-Horror-Remakes gibt es jedoch kaum etwas auszusetzen. Die Inszenierung von Resident Evil 3 ist einfach absolut herausragend. Zwischensequenzen sehen superschick aus und zeigen cool choreografierte Action-Szenen, die Jill sowohl als echtes Bad Ass darstellen, aber auch immer wieder ihre Verletzlichkeit und Verzweiflung zeigen. Story und Charakterzeichnung sind immer noch ein bisschen flach und trashig, aber viel besser erzählt als damals und bei Weitem nicht so peinlich-cheesy wie das in dieser Hinsicht schlecht gealterte Original.
In diesem Artikel
Lediglich die Sprachausgabe ist nicht immer überzeugend. Die meisten Charaktere sind gut getroffen, doch gerade bei der Protagonistin Jill passt die deutsche Stimme nicht so recht. Wer kann, nutzt lieber die englische Tonspur. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau, denn sämtliche Schauplätze werden toll in Szene gesetzt und wirken hinsichtlich des Gameplays enorm durchdacht.
Wenn es dann auch noch zu einer der Begegnungen mit Nemesis kommt, vergisst man ohnehin, dass man sich zuvor über eine unpassende Stimme oder ein fummelig zu bedienendes Ausweichmanöver geärgert hat. Die Aufeinandertreffen mit der wandelnden Biowaffe sind echte Highlights, die einen im Spiel in wohlige Panik versetzen und an die man sich wohl auch noch einige Zeit nach dem Beenden des Spiels erinnern wird.
Quelle: PC Games
Das ganze Spiel ist absolut hervorragend inszeniert, die Konfrontationen mit Nemesis sind jedoch klar die größten Highlights.
Nemesis sieht herrlich widerlich sowie gefährlich aus und wird als echte Tötungsmaschine dargestellt. Nemesis ist einem nicht immer auf den Fersen, sondern nur in bestimmten Abschnitten (man muss also nicht nur weglaufen). Aber wenn er erscheint, bringt das den Puls zum Rasen. Normale Waffen richten kaum etwas aus, sodass man ihn geschickt in Fallen locken muss, um ihn kurzzeitig zu betäuben, damit man etwas Abstand zu der Bestie gewinnen kann.
Mehrmals im Spiel kommt man aber nicht drumherum, sich dem Umbrella-Monstrum zum Kampf zu stellen. Auch hier muss man bestimmte Schwachstellen beharken oder die Umgebung nutzen, um dem hässlichen Verfolger Schaden zuzufügen. Das Biest hat jedoch selbst einige Überraschungen in petto und präsentiert sich durchaus "wandelbar". Während der Bosskämpfe steht man aufgrund der grandiosen Inszenierung ganz schön unter Strom, allerdings fragt man sich später, warum das der Fall war. Die Kämpfe gegen Nemesis sind nämlich eigentlich ziemlich leicht. Hat man die passende Strategie herausgefunden, kann man sie bis zum Ende des Bossfights durchziehen. Bei einer Bestie, die so gefährlich dargestellt wird wie Nemesis, wären durchaus verschiedene Kampfphasen angebracht gewesen.
Hier gilt das Gleiche wie für den Rest von Resident Evil 3: Der Titel macht verdammt viel richtig und zudem auch noch richtig Spaß, aber an allem hängt eben so ein lästiges Aber, an dem mal kleinere, mal größere Ärgernisse oder Elemente, die einfach ein bisschen unrund sind, kleben. Das Resi-3-Remake ist deshalb zwar ein tolles, nervenzerreißendes Spektakel, kommt aber eben nicht ganz an den besseren Vorgänger ran.
Vive la Résistance?
Oder waren wir hier mit unserem Fazit zu voreilig? Schließlich gehen wir jetzt ja noch auf den ebenfalls enthaltenen asymmetrischen Multiplayer-Modus namens Resident Evil: Resistance ein. Spoiler: Nö, passt schon so. Hört man sich so das Feedback der Resi-Fans an, interessiert sich eh kaum einer für die Mehrspieler-Partien und in der momentanen Form ist Resistance auch nicht mehr als ein netter Bonus.
Doch erst mal von vorn: In Resident Evil: Resistance tritt ein Team, bestehend aus vier Überlebenden, gegen einen sogenannten Mastermind an. Der Mastermind hat die Überlebenden gefangen und hetzt sie jetzt durch verschiedene Umgebungen. Die Überlebenden hingegen müssen zusammenarbeiten, um ihrem Peiniger zu entkommen. Dafür müssen sie innerhalb eines Zeitlimits Schlüssel finden, um in den nächsten Bereich zu gelangen.
Quelle: PC Games
Im Multiplayer-Modus kann man Zombies und andere Kreaturen auch selbst steuern. Hier kontrollieren wir G-Birkin.
Die Schlüssel unterscheiden sich jedoch. Im ersten Bereich müssen drei bestimmte Teile gefunden und an einer Statue angebracht werden. Im zweiten Bereich muss man einen Wächter-Zombie töten, diesem die Sicherheitskarte abnehmen, um diese dann an drei verschiedenen Terminals zu scannen. Danach muss man drei Röhren zerschießen, bevor sich die Tür in die Freiheit öffnet.
Der Mastermind beobachtet das Geschehen über Sicherheitskameras und versucht natürlich, die Überlebenden an der Flucht zu hindern. Dafür nutzt er Fallen oder Geschütze, spawnt verschiedene Zombies an bestimmte Stellen und darf sogar auf eine eigene Biowaffe zugreifen. Annette Birkin schickt beispielsweise ihren mutierten Mann in den Kampf, während Daniel Fabron Mister X auf die Überlebenden hetzt.
Insgesamt gibt es vier Masterminds mit unterschiedlichen Biowaffen sowie Fähigkeiten. Diese werden nacheinander freigeschalten, wenn man im allgemeinen Mastermind-Level aufsteigt. Das Schöne ist übrigens, dass man als Mastermind auch selbst die Kontrolle über die eingesetzten Zombies und sogar die Biowaffen übernehmen kann. Für einige Serienfans dürfte also ein Traum in Erfüllung gehen, wenn sie als Mister X durch die Gänge der verschiedenen abwechslungsreichen Maps stampfen.
Quelle: PC Games
Im Überlebenden-Modus muss man Schlüssel finden, um schnell in den nächsten Bereich zu gelangen. Der Mastermind versucht natürlich, dies zu verhindern.
Sadismus und Egoismus
Allein die Möglichkeit, mal ungestraft ein richtiges Ekel sein zu können, ist natürlich verlockend. Damit offenbart sich auch schon ein Problem von Resident Evil: Resistance: Jeder will als Mastermind spielen! Starteten wir ein Match als Überlebender, fanden wir superschnell eine Partie, in die wir einsteigen konnten. Als wir dann nach mehreren Partien mal als Mastermind loslegen wollten, hingen wir über zehn Minuten in der Warteschleife.
Wollt ihr nicht unbedingt als Überlebender spielen, wählt also am besten den Modus "Zufällig", in dem ausgelost wird, wer den Mastermind spielt. Die Erfolgschancen, hier zügig ein funktionierendes Spiel als MM zu starten, sind höher als bei der Direktauswahl. Spielt man dann mal als Mastermind, fällt schnell auf, dass Resistance noch kein perfektes Balancing aufweist. Selbst auf Stufe 1 ist man als Fiesling so mächtig, dass die Überlebenden kaum gegen einen ankommen. Hier sollte noch nachgepatcht werden.
Quelle: PC Games
Als Überlebender kommt es in Resistance auf Teamwork an. Mit Randoms ist das teilweise aber so gut wie unmöglich.
Das Spiel als Überlebender macht dafür mehr Spaß, als wir bei unserem letzten Preview noch dachten. Dank Tutorial und Übungsmodus versteht man schnell, wie man spielen sollte, und lernt die unterschiedlichen Spezialfähigkeiten der Charaktere kennen. Ein Charakter kann beispielsweise einen Feuerstoß aussenden, während ein anderer Überlebender Kameras hacken kann. Vor jeder Runde kann man sich zudem mit gefundenen Credits Waffen und Heilkräuter kaufen, sodass man die eigene Spielweise nicht nur auf die jeweiligen Fähigkeiten des Charakters abstimmen muss.
In einem guten Team machen die etwa 15- bis 20-minütigen Partien durchaus Laune, doch wenn man keine feste Party hat, ist die Gefahr eben auch groß, an berühmt-berüchtigte Random-Dödel zu geraten. Während unseres Tests erlebten wir unter anderem. wie ein Teamkollege, den wir heilen wollten, vor uns wegkroch und wie ein Kamerad nicht zu uns und den anderen ins Ziel kam, sondern meinte, sich vollkommen unnötig mit G-Birkin anlegen zu müssen. Spielt also lieber mit Freunden zusammen! Zudem finden wir es nicht so toll, dass man Credits, um Ausrüstungsboxen zu kaufen, nur im Spiel verdient, dass man Credit-Booster jedoch mit Echtgeld kaufen kann. Auch das wird dem Balancing nicht unbedingt guttun.

Die wenigen positiven Punkte für mich sind, dass es wie gewohnt gut aussieht, dank RE Engine.
Die Inszenierung ist gut gelungen und atmosphärisch und die Action hält einen auf Trab.
Ich will das Spiel eigentlich feiern und ich hatte mich darauf gefreut, aber das war es schon so ziemlich an Dingen, die für mich herausstechend waren.
Das größte Problem für mich ist, dass es zu simpel ist, viel zu wenig Inhalt bietet, zu linear ist und kaum bis gar keinen Wiederspielwert hat. Das herausschneiden vieler Orte des Originals ist da nur der Anfang... Es gibt keinen Clock Tower mehr, keinen Graveyard, Park, Factory, City Hall, Press Office und somit auch deutlich weniger Rätsel und weniger Bosskämpfe = viel weniger Spiel(zeit). Zwar wurde der ein oder Andere Ort ersetzt und bei ein Paar Schauplätze aus dem Orignal gibt es immerhin in einer kleineren Version, aber das hilft auch nicht viel, wenn viele Passagen einfach nur gestreckte Korridore mit Script Event sind...
Die mit unter größte Enttäuschung für mich ist leider der Antagonist des Spiels selbst, Nemesis... Zu viel ist er gescripted, zu leicht ist er auszutricksen und auszuschalten. RE2 hat mit MR. X schon eine verdammt gute Vorlage gehabt und dieser hat auch super funktioniert, aber Nemesis ist ein deutliches Downgrade. Noch dazu cheatet er sich quasi durchs level, weil ist ja fast nur gescripted. Er teleportiert sich ständig hin und her, je nachdem, wie es ihm gerade passt und wo man gerade ist. Das sieht man sehr deutlich bei der ich sag mal dritten Begegnung, ohne spoilern zu wollen. Man rennt um eine ecke, Nemesis ist in diesem Augenblick vllt. 20-30m von einem Entfernt und plötzlich ist er hinter einem ohne verzögerung... ganz billige Teleportation...
Script Events und QTEs gibt es in diesem Spiel übrigens allgemein zu genüge.
Das nächst größere Problem sind die komplett rausgenommenen Entscheidungen, die den Verlauf des Original Spiels geändert haben und verschiedene Enden gibt es auch nicht mehr (Thema Wiederspielwert).
Was u.a. noch entfernt wurde:
- Mercenary Mode
- Enhanced Ammo
- Ice grenades
- sogut wie keine Kostüme
- Ink ribbons
- reduzierte Gore Effekte
Klar wurden im RE2 Remake auch ein paar Dinge rausgeschnitte bzw. reduziert (vor allem die A und B Szenarios) und es hat seine Fehler, aber statt wie in RE3 einfach nur Sachen zu entfernen und extrem zu versimpeln hat man beim 2er Remake noch viel, viel mehr alternativen/Änderungen geboten und Dinge sogar erweitert/verbessert.
Und der Multiplayer Re:Resistance ist für mich kein Ersatz/Trost für den fehlenden Mercenary mode, auch wenn Capcom so gnädig war diesen Modus "kostenlos mit dazu zupacken".
Der MP kam schon in der Beta nicht wirklich gut an und ich habe das Gefühl, dass er nur existiert, um den vollen Preis seitens Capcom zu rechtfertigen. Und natürlich gibt es für den MP Microtransactions, da es ein Grindfest ist und es somit booster zu kaufen gibt... Kosmetische Sachen sollen wohl noch folgen.
Capcom hat mit diesem Spiel bewiesen, dass es sich doch nicht lohnt denen zu vertrauen, was sehr schade ist.
Man hätte dem Ganzen viel mehr Zeit geben müssen und eventuell hätte auch lieber kein zweites Team daran (parallel) arbeiten sollen.
Ich denke nicht, dass es ein furchbares Spiel ist, ich wurde em Ende gut unterhalten, aber es hätte so viel mehr sein können/müssen.
Einfach nur Schade...
Schade ist, dass der Rätselaspekt gering bis nicht vorhanden ist. Alles ist klar vorgegeben. Ist es also so gut wie RE2? Nicht ganz, dennoch ist es jedem zu empfehlen, der den Vorgänger mochte.
Ich hoffe, dass Capcom nun auch noch Code Veronica die Frischzellenchur gibt und endlich die Spinnen zurückkehren lässt!
ich finde, dass man beim 2er einen unterschied zwischen Zwischensequenzen und ingame sah. beim 3er nicht
ich finde, dass man beim 2er einen unterschied zwischen Zwischensequenzen und ingame sah. beim 3er nicht