Remnant 2 im Test: Soulsiger Koop-Shooter für eiserne Nerven

5
Test Stefan Wilhelm - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Remnant 2 im Test: Soulsiger Koop-Shooter für eiserne Nerven
Quelle: Gunfire Games / Gearbox

Was wäre, wenn Soulslike, aber mit Schusswaffen? Ein solider Shoter ist die Antwort! Im Test erfahrt ihr, ob ihr schon mal eure Freunde versammeln solltet.

Beim Design der Kampagne setzt Gunfire Games auf das Prinzip des Auswürfelns. Ihr seht bei eurem ca. 15-stündigen Durchgang zwar alle Biome, aber die Gebiete in diesen Biomen und damit auch manche Bosse und NPCs werden beim Spielstart zufällig aus einer Auswahl gezogen. Somit ist es nicht möglich, in einem Durchgang alles zu erledigen. Abhilfe schafft hier ein praktischer Abenteuermodus: Habt ihr ein Biom zum ersten Mal abgeschlossen, dürft ihr es separat neu auswürfeln lassen, ohne gleich die ganze Kampagne neu starten zu müssen. Weil sich einige der reizvollsten Belohnungen hinter versteckten Quests und Rätseln in den Biomen verstecken, ist der Wiederspielwert hoch. Über zu wenig Spiel fürs Geld kann man sich bei Remnant 2 also nicht beklagen!

Die Kampagne: Jedes Mal ein bisschen anders

Unterstützt wird das noch vom Schwierigkeitssystem, das sich an Diablo orientiert: Die ersten beiden Stufen sind für frische Charaktere gedacht, danach solltet ihr mit bereits hochgerüsteten Figuren einsteigen. Beim Vorgänger war der unausgegorene Schwierigkeitsgrad noch ein Kritikpunkt, der ließ euch nämlich gerne mal plötzlich gegen Wände laufen. Remnant 2 ist, Solo und auf der ersten Stufe, aber meistens recht zahm. Standardfeinde sind nur wegen ihrer Masse gefährlich und Elitemonster überlebt ihr durch den klugen Einsatz von Waffen-Mods und der Ausweichrolle.

Ein Remnant-2-Charakter steht einem Monster mit Axt gegenüber. Im Hintergrund brennt eine Stadt. Quelle: Gunfire Games / Gearbox

Die Bosskämpfe: Stressspitzen

Etwas anders sieht die Sache bei den Bossen aus. Die Kämpfe sind oft beeindruckend inszeniert und spielen sich abwechslungsreich, den Chaosfaktor dreht das Spiel aber gerne mal ein paar Stufen zu hoch. Das gilt besonders, wenn ihr allein antretet und die ganze Bandbreite der Angriffe abbekommt.

Wegen der zusammengewürfelten Kampagne gibt es keine festgelegte Reihenfolge für die Bossgegner, folglich bekommt ihr schon zu Beginn sehr viele Mechaniken auf einmal um die Ohren gehauen. Neben Unmengen an Projektilen, Nahkampfangriffen, Flächenschaden und Instakill-Manövern beschwören viele Bosse auch noch Minions, mit denen ihr eure Munition aufstockt.

Teils fühlen sich das an, als wärt ihr statt in Remnant 2 versehentlich in Returnal gelandet, allerdings ist eure Spielfigur in Remnant 2 viel schwerfälliger unterwegs. In Kombination mit der nahen Kameraperspektive wirken die Kämpfe dadurch häufig überladen. Das gilt ganz besonders für den letzten Endgegner der Kampagne. Ohne zu spoilern: Hier haben es die Entwickler dermaßen übertrieben, dass ihr euch danach vorkommt, als hättet ihr gerade mit drei entsicherten Handgranaten jongliert.

Die Nachtweberin, einer der Bosse aus Remnant 2, liegt ausgemergelt in einem dunklen Haus. Quelle: Gunfire Games / Gearbox

Der Koop: Geteilter Struggle ist halber Struggle

Abhilfe schafft natürlich vorwiegend der jederzeit nutzbare Koop-Modus. Zwar werden die Gegner der Spieleranzahl entsprechend skaliert, die Kämpfe sind aber um einiges entspannter, wenn sich die Aggression auf mehrere Ziele verteilt. Zudem müsst ihr Bossgegner nicht direkt neu starten, wenn einer von euch mal wieder per One-Hit-Kill zerlegt wird.

Die Waffen-Mods und Klassenfähigkeiten sind im Team noch mächtiger und befriedigender. Sämtlicher Loot wird außerdem komfortabel an alle Spieler verteilt. Aber Vorsicht: Friendly Fire ist immer aktiv, zudem wird der Kampagnenfortschritt nur für den Host gespeichert, da jeder Spieler ohnehin seine eigene Kampagne zusammengebaut bekommt.

Und apropos zusammengebaut: Beim Leveldesign ist Remnant 2 solide, aber auch recht unspektakulär. Die einzelnen Gebiete fühlen sich zumindest nicht an wie aus dem Zufallsgenerator, durch die beliebige Abfolge wirkt die Welt aber nicht besonders lebendig oder konsistent. Gelegentlich gibt's mal ein Rätsel oder eine Abkürzung, ansonsten sind die Levels aber meistens nur Kulissen, in denen ihr thematisch passende Feinde niedermäht.

Hübsch und abwechslungsreich sind sie aber durchaus, diese Kulissen. Remnant 2 bietet im Vergleich zum ersten Teil eine aufgebohrte Grafik mit verbesserter Beleuchtung, Charaktermodellen und Effekten. Dass ihr mit diesen Effekten in den Bosskämpfen gerne mal erschlagen werdet, haben wir schon erwähnt.

Beim Test hat uns die PC-Version aber auch mit ihrem Hardware-Hunger überrascht: Mit einer RTX 3060 Ti (empfohlen wird nur eine RTX 2060) erzielte das Spiel in WQHD (mit DLSS auf "Ausgeglichen") bei hohen Einstellungen keine konstanten 60 Fps. Das Herunterregeln von Details schaffte zwar Abhilfe, trotzdem sollte Gunfire Games hier noch etwas optimieren. Dafür geht Remnant 2 mit Maus und Tastatur genauso gut von der Hand wie mit Controller.

Wertung zu Remnant 2 (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Remnant 2 (PS5)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Mit seiner verbesserten, aber sehr ähnlichen Formel holt Remnant 2 vor allem Fans des ersten Teils ab - wer gerne Builds bastelt und dabei herausgefordert werden möchte, wird hier solo und im Koop glücklich. Für die Bosskämpfe braucht ihr aber ein gewisses Maß an Frusttoleranz.

Insgesamt ist Remnant 2 ein sauber spielbarer, motivierender und fordernder Shooter. Innovationstechnisch werden zwar keine Bäume ausgerissen, aber durch seine Zufallskampagne, die große Klassenauswahl und den Koop-Modus bietet es Fans des Vorgängers locker genug neues Futter für ein paar Dutzend Stunden. Wenn euch die Eigenheiten des ersten Teils aber schon abgeschreckt haben oder ihr großen Wert auf eine Story legt, dann unternimmt Remnant 2 wenig, um euch von sich zu überzeugen.

5
    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von UltimateFRODO Stille/r Leser/in
        Das Spiel ist mM nach nah dran am Masterpiece. Fans des Optimierens,Lootens und Bastelns kommen voll auf ihre Kosten, dauernd gibt es genügend an Waffen, Rüssis, Schmuck und weiterem zu basteln, diese auszutauschen oder hochzuleveln. Die Welten sind schön dargestellt, die Charaktere toll entworfen und das bescheidene Maß ab Story soulslike umgesetzt und sehr atmosphärisch (wie auch das gesamte Spiel). Solo ist man gruseliger und vom Schwierigkeitsgrad her tougher unterwegs. Im Koopmodus hüpft das Shooterherz vor Freude, da weniger Finesse und Tricks nötig sind um am Leben zu bleiben und sein Ziel zu erreichen (Dennoch sind beide Modi gleichwertig gut!). Tolle Rätsel und Ideen für Verstecke von Loot und Infos runden das Gesamtpaket ab. Seit über 10 Jahren die erste Nicht-Standart-Version eines Spiels, welches ich gekauft habe und bin sehr froh darüber. Obwohl ich vorher noch locker 100 Std. reinstecken werde (bisher ca 35) freue ich mich schon sehr auf die DLCs. Unbedingten Tip für alle Shooter- und/oder Dark -Souls-Freunde!!
      • Von UltimateFRODO Stille/r Leser/in
        Das Spiel ist mM nach nah dran am Masterpiece. Fans des Optimierens,Lootens und Bastelns kommen voll auf ihre Kosten, dauernd gibt es genügend an Waffen, Rüssis, Schmuck und weiterem zu basteln, diese auszutauschen oder hochzuleveln. Die Welten sind schön dargestellt, die Charaktere toll entworfen und das bescheidene Maß ab Story soulslike umgesetzt und sehr atmosphärisch (wie auch das gesamte Spiel). Solo ist man gruseliger und vom Schwierigkeitsgrad her tougher unterwegs. Im Koopmodus hüpft das Shooterherz vor Freude, da weniger Finesse und Tricks nötig sind um am Leben zu bleiben und sein Ziel zu erreichen (Dennoch sind beide Modi gleichwertig gut!). Tolle Rätsel und Ideen für Verstecke von Loot und Infos runden das Gesamtpaket ab. Seit über 10 Jahren die erste Nicht-Standart-Version eines Spiels, welches ich gekauft habe und bin sehr froh darüber. Obwohl ich vorher noch locker 100 Std. reinstecken werde (bisher ca 35) freue ich mich schon sehr auf die DLCs. Unbedingten Tip für alle Shooter- und/oder Dark -Souls-Freunde!!
      • Von Lycaos Spiele-Novize/Novizin
        Sieht doch ganz ordentlich aus, ich werd mir das Teil sicher irgendwann auch noch ziehen...

        By the way [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] : Der Titel "Soulsiger Koop-Shooter für eiserne Nerven" ist meiner Meinung nach eher schlechte Wortwahl - im Ernst: 'soulsig'? Das liesse sich doch so viel besser formulieren...
      • Von mikeiminternet Anfänger/in
        Das Spiel ist mMn eine Klasse besser als der Vorgänger, macht richtig Laune.
        Vorher sind sie noch mit drei DLC's für Remnant 2 beschäftigt.
      • Von Dodo1995 Gelegenheitsspieler/in
        Bin mega gehypt, Remant 2 wurde genau das was ich erhofft habe ein Sequel das einfach bei allem noch ne Scheibe drauflegt ohne die spaßige Grundformel zu verändern,

        Jetzt nur noch warten bis die Early Access Version freischaltet,´
      • Von HandsomeLoris Hobby-Spieler/in
        Das erste Remnant wollte ich wirklich mögen, da mich das Setting komplett abgeholt hat, mit dem Gameplay konnte ich mich aber gar nicht anfreunden und so werde ich denn auch die Fortsetzung links liegen lassen.
        Und da Remnant II jetzt aus dem Weg ist, könnten sich Gunfire Games endlich mal an Darksiders 4 machen...
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk