Junge deutsche Regisseure sind in Hollywood derzeit gefragt - vor allem, wenn‘s um die Inszenierung von Thrillern bis hin zu martialischen Splatterfilmen geht: Nach Uwe Boll (House of the Dead, Alone in the Dark, Postal), Robert Schwentke (Tattoo, Flight Plan), Martin Weisz (Rohtenburg, The Hills Have Eyes 2) und Marcus Nispel (Texas Chainsaw Massacre, Pathfinder) durfte sich nun auch Marc Schölermann an einem bluttriefenden Schauderstreifen versuchen und macht seine Sache dabei recht ordentlich. Ihm zur Verfügung gestellt wurde ein bemerkenswerter B-Cast der US-TV-Prominenz: Milo Ventimiglia (Gilmore Girls, Heroes), Alyssa Milano (Charmed), John De Lancie (Q aus Star Trek) und die ihre optischen Reize voll zur Geltung bringende Lauren Lee Smith (The L Word).
Als Bester seines Abschlussjahrgangs zu einem besonderen Pathologieprogramm eingeladen, eckt Jungmediziner Ted (Ventimiglia) mit seinem reichhaltigen Wissen und seinem Hang zur Arroganz rasch bei seinen Kollegen an. Dennoch weiht ihn Jake, offensichtlich der Anführer einer etwas eigenwilligen Gruppe angehender Gerichtsmediziner, in deren Geheimnis ein: Das selbstverliebte Team hat eine Wette laufen, wer den perfektesten Mord hinbekommt, der bei keiner Autopsie nachweisbar ist.
Der erste Schock für Ted folgt prompt, als am nächsten Tag tatsächlich die Leiche eines Menschen auf dem Seziertisch liegt, den er und Jake am Vorabend noch lebendig gesehen haben. Wenig später lässt Ted sich dazu verleiten, einen an lebenserhaltenden Apparaten angehängten Patienten, der "den Tod verdient hat", persönlich das Lebenslicht auszupusten - und befindet sich damit mittendrin im perversen Tun seiner "Partner". Als zudem Drogen ins Spiel kommen und sich die scharfe Kollegin Juliette (Smith) seiner auch noch körperlich annimmt, beginnt Teds Abhängigkeit von dem krankhaften Schaffen immer größer zu werden. Doch nicht nur, dass der einst so vorbildliche Jungforensiker ja eine Verlobte (Milano) daheim hat; Jake passt es auch gar nicht, dass Juliette nun lieber mit Ted "spielt" ...
Klischee, ick hör dir trapsen! In einer wilden Mischung aus Medizinerlatein und aufgeschnittenen Leibern, Psychospielchen und nackter Haut zelebriert Marc Schölermann eine reichlich unrealistische, aber nicht unspannend erzählte Story um eine Gruppe Halbgötter in Weiß, die ihre Macht über andere auf bestialische Weise auskostet. Ein Schocker, den man nicht auf seine Logik hin sezieren sollte, sondern dessen operativer Eingriff sich ganz auf die gekonnte Mischung aus Ekel- und Sexszenen konzentriert.