Omerta: City of Gangsters im Test - Das hat uns nicht gefallen + Wertung
Vom Straßendieb zum Mafiaboss in Omerta - City of Gangsters: In Kalypsos Mix aus Aufbaustrategie und Rundentaktik müsst ihr euch als waschechter Gangster der 1920er-Jahre beweisen. Das Spielprinzip erschließt sich einem schnell - zu schnell und auf Dauer gerät Omerta doch nur zur zweitklassig unterhaltenden Strategie-Routine - schade, das Spielkonzept hätte durchaus mehr hergegeben.
Das hat uns nicht gefallen
Quelle: Kalypso Media
Omerta: City of Gangsters im Test - Viele gute Ideen, die teils schlecht umgesetzt sind. (8)
Gangsterpool ohne großen spielerischen Sinn
Im Verlauf der Kampagne schaltet ihr 16 weitere Gangster frei, alle mit unterschiedlichen Eigenschaften und Gehaltskosten versehen. Auch hier stand ganz klar Jagged Alliance Pate. Im Vergleich dazu ist es bei Omerta allerdings nur selten nötig, die im Unterhalt teuren Schergen anzuheuern. Erst bei den letzten, schwereren Missionen ist es sinnvoll, solche Gangster zu engagieren. Schade, hier hätte man deutlich mehr daraus machen können.
Trotz abwechslungsreicher Aufgaben monotoner Missionsverlauf
Der Ablauf der einzelnen Spielabschnitte ist meist nach dem gleichen Muster gestrickt und verliert sich zu schnell in gewohnter Routine: Zunächst gilt es, im jeweiligen Viertel Fuß zu fassen und mithilfe seiner Gauner die Gegend auszuspionieren, um Geschäfte aufzubauen: Brauereien, Schnapsbrennereien, Bordelle, Kasinos, Box-Arenen, Buchmacherläden – so unterhaltsam die Sache anfangs ist, auf Dauer fehlt es an Überraschungen und unvorhergesehenen Ereignissen. Denn die einzige Schwierigkeit im Spiel besteht darin, dass im Zuge Ihrer Geschäftemacherei der Fahndungswert der Polizei steigt. Wenn dieser das Maximum von fünf Sternen erreicht, müsst ihr mit Ermittlungen rechnen. Sobald diese starten, habt ihr die Möglichkeit, die Beamten direkt zu bestechen, einen Gefallen eines zuvor gekauften Deputys einzufordern oder in Form einer Kampfmission die Beweise der Polente zu vernichten. Danach ist der Fahndungslevel wieder auf null und das Ganze beginnt von vorn. So richtig herausfordernd oder gar anspruchsvoll ist das allerdings nicht. So lange man ein finanzielles Polster hat, was wahrlich nicht schwer ist, braucht man sich absolut keine Sorgen um die Polizei machen.
Keine Gegenwehr im Revier
In jedem Viertel sind zahlreiche gegnerische oder unabhängige Gebäude verfügbar, die ihr mit verschiedensten Mitteln übernehmen oder nutzen könnt. Stellt euch beispielsweise mit dem örtlichen Brauereibesitzer gut, indem ihr eine Flüsterkneipe in der Nähe errichtet, schickt einen eurer harten Jungs los, um Geld einzutreiben, oder vertreibt einen Geschäftsinhaber, indem ihr einen Brandsatz legt oder ein Drive-By veranstaltet – egal, was ihr tut, mit einer Gegenaktion ist nicht zu rechnen. Sobald ihr einmal einen Laden übernommen habt, bleibt er in eurem Besitz, kein noch so gefährlicher Gangstergegner im Viertel wird auch nur ansatzweise versuchen, seinerseits Aktionen gegen euch in die Wege zu leiten.
Taktik mit Tücke
Kämpfe in Omerta bestreitet ihr auf speziellen Karten, auf denen ihr eure Figuren aus der Iso-Ansicht steuert. Die Maps sind hübsch designt, wiederholen sich aber zu oft. So sehen etwa alle Banken oder Gefängnisse innen identisch aus. Vor einem Kampf sucht ihr zunächst die Teilnehmer dafür aus. Oft dürft ihr einen Charakter zur Unterstützung einsetzen, der beispielsweise dafür sorgt, dass bei einem Banküberfall Polizeikräfte erst einige Runden später auftauchen. Je nachdem, welchen Charakter ihr für diese Aktion bestimmt, fällt die Wahrscheinlichkeit, dass die Unterstützung eintrifft, unterschiedlich hoch aus. Ausschlaggebend dafür ist der jeweilige List-Wert der ausgewählten Figur, was im Spiel leider nicht erklärt wird. Maximal vier Gangster nehmt ihr direkt ins Kampfgeschehen mit, sofern ihr auch zuvor genügend Gangster angeheuert haben. In den Gefechten seid ihr leider oft zu sehr vom Glück abhängig, da die Gegner im Durchschnitt viel besser treffen als eure Jungs. Trotz einer angezeigten Trefferchance von 95 % und der Ausstattung mit besten Waffen, gehen zu viele Schüsse oder Schläge eurer Gangster daneben, was auf Dauer nervt. Zum Ausgleich dafür leistet sich die KI hin und wieder Patzer – so stellt sich ein Polizist schon mal in den Detonationsradius einer Granate, die sein Kollege in der Runde zuvor geworfen hat. Im späteren Spiel drückt man oft den Schalter für "automatischen Kampf", denn es fehlt der rechte Ansporn, die Gefechte in zähem Ringen selbst auszutragen. Das grundsätzliche Spielprinzip ist o. k. und macht auch eine Zeit lang Spaß – was Omerta fehlt, sind markante Highlights.
Das Versteck
In jeder Mission habt ihr die Möglichkeit, euer Gangsterversteck von der Bruchbude zur Prunkvilla auszubauen. Die Dekorationsmöglichkeiten sind rein optional. Schade, hier hätten die Entwickler deutlich mehr Anreize schaffen können, den Spieler zu motivieren, die Villa stets zu verbessern, zumal das Versteck in jeder Mission absolut identisch aussieht. So verliert man zu schnell die Lust am Haus-Ausbau.
Schwache Technik
Omerta gewinnt in Sachen Grafik keinen Preis - die Texturen und Details sind eher schlicht und Feinheiten, wie etwa die menschenleeren Strände oder Promenaden sorgen nicht gerade dafür, dass man das Gefühl bekommt, sich einer belebten Urlaubsmetropole zu befinden. Viele Gebäude und Innenlevels der Kampfkarten sind schlichte 1:1-Klone.

Wurde leider brutal enttäuscht.
Das "alte" Gangsters bot 100fach mehr Spieltiefe und Abwechslung und es ist über 10 Jahre älter.
Bin mächtig enttäuscht von Omerta, habe nähmlich geglaubt das sie an Gangsters anknüpfen und es in die Neuzeit katapultieren, aber leider Fehlanzeige!
Schade eigentlich, da ist viel mehr rauszuholen.
Bei den Kampfmissionen wechselt es hingegen oft von "kinderleicht" bis "bockschwer", was eben doch sehr vom Zufallsfaktor abhängt, wie die Figuren treffen und ob eine zuvor gewählte Unterstützung (zB dass Polizeikräfte erst später eintreffen) klappt oder nicht.
viele Grüße,
Stefan W.
Wie sieht es mit dem Schwierigkeitsgrad aus? Im Test steht, dass es eher "leicht" sei. Gleichzeitig habe ich irgendwo anders gelesen, dass ein Redakteur die ein oder andere Mission unnötig schwer empfand...
Was stimmt denn nun? ;-) Was ich nicht mag, sind Spiele, die von lvl 1-8 sehr leicht sind, dann kommt lvl 9 und das ist zum Haare ausreißen - dann folgen wieder 3 lvls die einfach sind und dann kommt wieder eines mit Schwierigkeitsgrad von einer anderen Welt... etc.