Octopath Traveler 2 im Test: Total charmant und wunderschön

4
Test Benjamin Kegel - Autor Lukas Schmid - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Octopath Traveler 2 im Test: Total charmant und wunderschön
Quelle: Square Enix

Octopath Traveler hat es geschafft, sich aus dem Stand eine eigene Identität zu schaffen. Nun geht die Geschichte weiter; unser test zu Octopath Traveler 2!

Ein dickes Lob gibt es auch für die Partikel- und Beleuchtungseffekte. Erstere werdet ihr nicht nur in Kämpfen bestaunen, sondern zum Beispiel auch an Bächen und Seen: Beim Anblick dieses Wassers möchte man glatt das Schlauchboot rausholen - oder halt das Kanu, so wie es die Figuren im Spiel machen, um gut versteckte Schatztruhen in geheimen Ecken der Flussläufe auszukundschaften. Leider sind auch viele der Sidequests ähnlich gestrickte Such-und-Finde-Aufgaben, die Belohnungen insbesondere in Form von allerlei Nüssen mit permanentem Status-Verbesserungsgeschmack aber sehr wertvoll!

Treffen sich acht um fünf

Ein weiteres echtes Highlight ist der neu dazugekommene Tag- und Nachtwechsel. Der sorgt nicht nur für stimmungsvolle Farbbilder je nach Uhrzeit und Beleuchtungsquelle, sondern auch für Unterschiede bei den Quests. Einige Gegner oder Verbündete sind zum Beispiel nur zu bestimmten Tageszeiten greifbar. Der wichtigste Aspekt hierbei sind aber die Wege-Fähigkeiten der acht Spielercharaktere. Hatten deren Pendants in Octopath Traveler 1 nämlich jeweils nur eine bestimmte Fähigkeit im Umgang mit Dörflern und ähnlichen NPCs, verfügen in Octopath Traveler 2 alle eure Recken über gleich zwei dieser Talente - jeweils eines zur Tages- und Nachtzeit.

Hikari kann beispielsweise tagsüber andere Personen zum Duell herausfordern und dadurch neue Kampffähigkeiten erlernen und nachts dieselben Personen bestechen, um bestimmte Effekte zu bewirken. Unterm Strich verdoppeln sich dadurch also schlicht die Wege-Fähigkeiten der Charaktere, wobei einige dieser Talente sich, wie schon im ersten Teil, leider sehr ähneln.

Octopath Traveler 2 im Test: Total charmant und wunderschön (18) Quelle: Square Enix Octopath Traveler 2 im Test: Total charmant und wunderschön (18)

Falls ihr dringend mal Sonnenschein statt Mondlicht braucht, kein Problem: Erfreulicherweise könnt ihr an den meisten Stellen im Spiel die Tageszeit einfach per Knopfdruck durchwechseln. Sowieso liefert Octopath Traveler 2 jede Menge Quality-of-Life-Systeme ab, von denen sich mancher Genrekollege mal eine dicke Scheibe abschneiden könnte.

Die verständlich erklärten Mini-Tutorials zu erlernten Fähigkeiten sind ein gutes Beispiel. Am meisten schätze ich aber die "Neueste"-Sortierfunktion im Inventar-Menü, die mir alle unlängst aufgesammelten Items anzeigt - egal zu welcher Kategorie sie gehören. Das spart enorm viel Sucherei in den Untermenüs.

Setzt euch mit dazu

Und so stehe ich nach einer sehr kurzweiligen Abenteuer-Runde von meinem Rollenspiel-Tisch auf, winke zum Abschied den acht Kollegen und dem bemühten Dungeon Master ein fröhliches "Tschüss, und bis bald!" zu und gehe raus zu meinem Auto. Ich hocke mich in den Sitz und komme dann erst mal ins Grübeln. Wie hat mir denn der Abend gefallen?

Wenn ich ihn, sagen wir mal, in ein numerisches Korsett zwingen müsste auf einer Skala von 1 bis 10, um ihm einen Wert zuzumessen, würde ich besagtem Abend eine 9 geben? So wie beim letzten Abend mit den alten Kumpels in der alten Runde? Nein. Nicht ganz.

Octopath Traveler 2 im Test: Total charmant und wunderschön (78) Quelle: Square Enix Octopath Traveler 2 im Test: Total charmant und wunderschön (78)

Diese neue Spielrunde hat viele kleine frische Ideen realisiert und viele Gameplay-Grobheiten des ersten Abenteuers feingeschliffen. Und meine Herren, in diese wunderschönen Diorama-Spielwelten könnte ich mich hineinlegen! Ernsthaft, Ährenthal im Laubland dürfte das heimeligste RPG-Dörfchen sein, das ich jemals aus Pixeln und Polygonen zusammengebaut gesehen habe.

Ich würde glatt hinziehen, aber ich passe leider nicht auf den Speicherchip meiner Konsole. Die Musik ist auch wieder zum auralen Wegschmelzen und ich gebe mich der Hoffnung hin, dass ich nach über vier Jahren jetzt dann doch mal aufhöre, hin und wieder spontan Olberics Thema aus Teil 1 zu summen, weil Hikaris Thema aus Teil 2 diesen Posten in meinem Hirn überschrieben hat.

Und dennoch: Die zu oft stattfindende Flucht in Stereotypen oder Logikabgründe kann ich einfach nicht übersehen. Das war in Octopath Traveler 1 bisweilen schon hart an der Grenze und in Octopath Traveler 2 ist es jetzt einfach drüber. Ich ziehe mehr aus dem hervorragenden Kampfsystem als aus vielen Kapiteln der Geschichte, die aber bis hin zum Finale gut anziehen.

Und neben dem Finale gibt es noch einiges zu tun. Wer Octopath Traveler 1 gespielt hat, weiß, dass das gute Stück am Ende noch einmal richtig weit aufgeht. Ohne spoilern zu wollen: Hier ist es ähnlich.

Was ebenfalls ähnlich ist zu Teil 1? Ich werde Octopath Traveler 2 auch nach meinem Test und dem Abspann weiterspielen, was erneut die höchste Ehre ist, die ich einem Videospiel zuteilwerden lassen kann. Diese Rollenspiel-Runde, von der ich hier die ganze Zeit spreche? Mein Rat an euch lautet: Setzt euch mit dazu.

Wertung zu Octopath Traveler 2 (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Herrlich heimeliges Rollenspiel im modernen 16-Bit-Look mit starkem Kampf- und Job-System, aber etwas tapsigen Storys

Octopath Traveler 2 ist ab dem 24. Februar 2023 erhältlich und erscheint für den PC, die Playstation 5, die Playstation 4 und die Nintendo Switch, Besitzer von Xbox Series X/S und/oder Xbox One bleiben vorerst leider außen vor. Derzeit arbeiten wir übrigens an einem Special zur genialen HD-2D-Grafik - freut euch schon einmal drauf!

4
    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Kellykiller Mitglied
        Wie siehts mit dem Grindfaktor aus? Der War in Teil 1 ja ab nem gewissen Punkt recht stark.
      • Von Kellykiller Mitglied
        Wie siehts mit dem Grindfaktor aus? Der War in Teil 1 ja ab nem gewissen Punkt recht stark.
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Zitat von Garfield1980
        Schade, fand die Story und Charaktere in Teil 1 ziemlich schwach, weshalb ich es auch irgendwann abgebrochen habe, weil, die Story einfach belanglose 08/15 Standard Kost mit vielen Klischees und langweiligen stereotypen Charaktere waren. Das scheint laut dem Test in Teil 2 nicht viel anders zu sein, plus diverse Logiklöcher.
        Ich habe es 27 Stunden lang gespielt und nur die Story von Cyrus beendet. Ja, die Charaktere und Story waren wirklich etwas schwach, vor allem im Vergleich zu anderen RPGs. Selbst wenn sie sich mal untereinander unterhalten haben (was selten genug vorkam) waren die Gespräche nicht wirklich interessant.
        Mich hat vor allem die Optik des Spiels angezogen. Weiß nicht ob ich einen zweiten Teil brauche, zumal ich im ersten ja noch einiges zu erledigen hätte. Man spielt ja diesmal auch wieder komplett neue Figuren - hätte dann lieber erfahren was aus den alten wird.
      • Von DieserDa Anwärter/in
        Klingt etwas schade. Ich hab das erste Octopath ausgelassen, weil es nicht so doll gewesen sein soll, aber nach Triangle Strategy dachte ich Squeenix kriegt das wieder hin eine ordentliche Geschichte zu erzählen. Naja, dann weiß ich wenigstens, worauf ich mich einstellen kann, wenn ich es mal im Angebot kaufe.

        Und danke für die Warnung davor, dass man mit diesem Spiel nicht glücklich wird, wenn man die Geschehnisse auf dem Bildschirm mal richtig durchdenkt. Das hätte ich mir hier schon mal an anderer Stelle gewünscht.
      • Von Garfield1980 Mitglied
        Schade, fand die Story und Charaktere in Teil 1 ziemlich schwach, weshalb ich es auch irgendwann abgebrochen habe, weil, die Story einfach belanglose 08/15 Standard Kost mit vielen Klischees und langweiligen stereotypen Charaktere waren. Das scheint laut dem Test in Teil 2 nicht viel anders zu sein, plus diverse Logiklöcher.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk