Konsequente Fortsetzung von "Volume 1", die eine noch größere Sogwirkung entwickelt, aber dessen Leichtigkeit abstreift.
(Bild: Concorde)
Vier Stunden reichen nicht. Auch mit dem zweiten Teil von Nymphomaniac ist nicht alles erfasst, was Lars von Triers überbordene Imagination und sexuelle Fantasien hergeben. Sein bevorzugter "Director's Cut" umfasst fünf Stunden. Und deshalb fehlen insbesondere im zweiten Teil der Kinofassung einige Partien. Doch selbst damit ist dieses Universum der Obsessionen reich genug. "Volume 2" erzählt von den erotischen Abgründen, in die die Protagonistin Joe abtaucht, die ihre verlorengegangene Libido mit drastischen Mitteln wiederzufinden sucht.
Damit wird er noch verstörender und zugleich hypnotisierender als der Vorgängerfilm. Zugleich zeigt sich in der Addition aller Teile, dass von Trier Nymphomaniac als Summe seines Schaffens begreift. So findet sich beispielsweise die stilisierte Theatralik von Dogville und Manderville ebenso wie die weibliche Passionsgeschichte eines Breaking the Waves, Antichrist wird einmal direkt zitiert. Für einen derartigen Bewusstseinsstrom kann es indes kein wirklich befriedigendes Ende geben, und das ist auch die einzige kleine Enttäuschung dieses Opus. (Autor: Rüdiger Sturm)
