Nintendo gegen Palworld: Patentamt wirkt zunehmend genervt
Selbst das japanische Patentamt hat mittlerweile wohl die Nase voll vom anhaltenden Rechtsstreit zwischen Nintendo und Palworld-Entwickler Pocketpair.
Nintendo versucht im Endeffekt seit der ursprünglichen Veröffentlichung von Palworld, irgendwie eine Klage wegen Patentverletzung durchzudrücken. Zu diesem Zweck reicht der Mario-Konzern kontinuierlich neue Patente ein, von denen überraschend viele abgelehnt werden - und so langsam scheint sogar das japanische Patentamt die Nase voll von Nintendo zu haben.
Wie Automaton berichtet, beschreibt das Patent Nr. 2026-077713 Pokémons System zum Fangen von Monstern im Spiel, und hier scheint es einige Streitpunkte zu geben. Das Patentamt war nämlich ziemlich unbeeindruckt davon, dass "die Auswahl eines unten rechts auf dem Bildschirm angezeigten Pokeballs dazu führt, dass Ash ihn wirft".
Palworld: Japans Patentamt erklärt Nintendo höflich, warum das alles Quatsch ist
Um das zu verdeutlichen, berief sich das Amt auf ein Gameplay-Video aus dem Jahre 2013 über das Fan-Game Pokémon: Generations. Das Video selbst hat mittlerweile eine Vielzahl an Kommentaren von Usern, die den Entwicklern dafür danken, Palworld gerettet zu haben.
Das wäre wohl bereits lustig genug, doch Nintendo wollte sich natürlich nicht so einfach geschlagen geben. Die Anwälte argumentierten daher, dass das Patentamt "äußerst unangemessen gehandelt habe", indem es bei der Ablehnung des Patents ein "urheberrechtsverletztendes Spiel" angeführt hat.
Laut des Patentamts habe Nintendos Argument hier "keinerlei Einfluss auf die Beurteilung", doch wenn Nintendo wirklich über eine Urheberrechtsverletzung sprechen wollte, "sollte die Genauigkeit Vorrang haben."
"In diesem Fall müsste die Beschreibung umständliche Formulierungen enthalten, wie 'ein Objekt in Form eines kleinen Tieres' anstelle von Pokémon, 'ein Objekt in Form eines Jungen mit roter Mütze' statt 'Ash', 'ein Objekt in Form eines kleinen gelben Tieres' statt 'Pikachu', 'ein Objekt in Form eines kleinen grünen Tieres' statt Bisasam und 'ein kugelförmiges Objekt mit einer roten oberen Hälfte und einer weißen unteren Hälfte' statt 'Pokeball'."
"Allerdings", heißt es weiter, "bleibt die logische Struktur der Ablehnungsgründe auch bei einer solchen Umformulierung unverändert."
Das Ganze ist zwar ziemlich amüsant, da das Patentamt wohl schlicht keine Lust mehr hat, mit Nintendo zu diskutieren, doch der Mario-Konzern hat es scheinbar doch geschafft, Einspruch gegen die Ablehnung einzulegen. Auf der Website des Patentamts liest man derzeit, dass die "Ablehnungsentscheidung in Überprüfung" steht.
Es könnte also durchaus sein, dass Nintendo hier doch noch Erfolg hat. Palworld-Entwickler Pocketpair dürfte das zwar nicht sonderlich freuen, allzu wichtig ist dieses spezifische Patent für den Rechtsstreit zwischen den beiden Firmen jedoch nicht.
Es wird daher spannend zu sehen, wer hier letztendlich als Sieger hervorgehen wird. Sollte Nintendo den Rechtsstreit gewinnen, könnte die Firma als Nächstes die ganzen anderen Pokémon-ähnlichen Spiele verfolgen, die in letzter Zeit veröffentlicht oder angekündigt wurden. Palworld agiert momentan also als eine Art Champion sämtlicher Creature-Collectors, weswegen viele Spieler wohl eher auf der Seite der Pals stehen.
Was haltet ihr davon? Nutzt gern die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.
