Urheberrechtsreform: Wir erklären Uploadfilter, Hintergründe, Konsequenzen und mehr

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Urheberrechtsreform: Wir erklären Uploadfilter, Hintergründe, Konsequenzen und mehr
Quelle: PC Games Hardware

Die Urheberrechtsreform ist von den Vertretern der EU-Staaten bereits abgesegnet, obgleich die Mehrheit hierfür nicht groß war. Das EU-Parlament muss die neuen Gesetze noch verabschieden - werden sie so durchgewinkt, wie sie derzeit sind, drohen Uploadfilter. Wir erklären, was Uploadfilter sind, und versuchen, das Wichtigste rund um das Thema verständlich zusammenzufassen.

Urheberrechtsreform

Die Urheberrechtsreform der Europäischen Union, die schon seit Jahren diskutiert wird, ist beschlossene Sache - nur noch das EU-Parlament muss die neuen Gesetze absegnen. Die Reform ist vor allem wegen fehlender Regelungen für den Bereich des Internets auch dringend nötig, und es wurde lange um die Details gerungen. Denn es gibt viele Interessengruppen sowie auch unterschiedliche Philosophien in den EU-Staaten, was den Umgang mit dem Urheberrecht auf der einen und einem freien Internet auf der anderen Seite betrifft. Wir werfen heute einen genaueren Blick auf die strittigen Punkte, im Kern vor allem den Upload-Filter, von dem vermutlich jeder schon gehört hat, der in den letzten zwei Jahren mehr als nur Promi-News im Internet gelesen hat.

Reform scheint beschlossen

Dass man eine Reform braucht, liegt auf der Hand. Denn die bestehenden Gesetze sind nicht mit dem Phänomen Internet kompatibel. Wenn man früher seinen Freunden Dinge zukommen ließ, die möglicherweise unter den Urheberschutz fallen, gab es eben nur die wenigen Freunde, die diese Inhalte sehen oder hören konnten. Dies ist im kleinen Maßstab in der Regel auch legal, zum Beispiel darf man an enge Freunde eine Kopie eines Musikalbums weitergeben, oder wegen des kaum messbaren Schadens dermaßen nichtig, dass es nicht verfolgt wird. Das Internet aber sorgt dafür, dass solche Inhalte theoretisch der ganzen Welt offen stehen, sofern man sie nicht nur als rein private Nachricht versendet. Wer bei YouTube ein Video hochlädt oder im öffentlich einsehbaren Bereich von Facebook Fotos postet, der macht diese Dinge der ganzen Welt zugänglich. Bei Inhalten, die (auch) urheberrechtlich geschütztes Material beinhalten, ist dies ein Problem. Und zwar noch nicht einmal einfach nur wegen der Tatsache, dass die Inhalte online verfügbar sind, sondern auch da die Websites, die solche Uploads oder Postings ermöglichen, gutes Geld damit verdienen - häufig auf Kosten der Rechteinhaber.

Die EU-Staaten haben der Reform nun zugestimmt, wie auch die Tagesschau berichtet - aber nur mit einer knappen Mehrheit, da auch viele Länder Mängel in der aktuell vorliegenden Form der Gesetze sehen. Endgültig verabschiedet ist das Gesetz noch nicht, hierfür ist das Europäische Parlament verantwortlich. Die meisten Artikel des Gesetzes werden von Rechteinhabern, Kreativen und Netzaktivisten akzeptiert, da sie sinnvolle Regelungen beinhalten, mit denen alle Seiten gut leben können. Aber vor allem die Artikel 11 und 13, die insbesondere große Websites wie Google oder YouTube als Ziel haben, stehen in der Kritik, und zwar nicht nur bei Netzaktivisten, sondern bei einer breiten Öffentlichkeit und sogar unter relativ vielen, die auf Seiten der Urheber stehen. Unsere Kollegen der PC Games Hardware haben zudem auch Unstimmigkeiten thematisiert, die selbst innerhalb von Parteien herrschen, die eigentlich für die aktuelle Version der neuen Gesetze gestimmt haben. Die Rede ist dabei von der CDU und CSU. Dass auch nicht alle Politiker wirklich verstehen, worüber sie entscheiden, zeigt auch der Artikel auf Golem über den CDU-Politiker Axel Voss, der in seiner Funktion als Berichterstatter des Europaparlamentes speziell zu dem Thema Urheberrechtsreform eigentlich ein absoluter Fachmann sein müsste, sich aber mit seinen Aussagen eher blamiert hat.

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  1. Seite 1 Urheberechtsreform: Beschluss und Kritik
  2. Seite 2 Urheberechtsreform: Kritik an den Vorgaben
  3. Seite 3 Urheberechtsreform: Uploadfilter
  4. Seite 4 Urheberechtsreform: Sorge vor Zensur
  5. Seite 5 Urheberechtsreform: Nicht allles ist negativ und Alternativen
    • Kommentare (41)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von Xanbor
        Die Gema ist so oder so ein Witz. Ich wollte mir einst auf Youtube auf dem Kanal von "Queen" Videos von "Queen" anschauen, an denen sie ja wohl die Rechte haben. Aber die Gema meinte dann, dass sie mehr Rechte als der Urheber (Text/Kompositon/Musik und Gesang auch noch vom Urheber) haben und haben die für Deutschland gesperrt. Klingt doch logisch.
        Ja, das war vor der Zeit wo sich Gema und YT geeinigt hatten. Und wieso bezeichnest du gerade das jetzt als Witz? Das ist doch genau was du fordest, die Rechte der Urheber zu schützen...
        Als deutscher hättest du damals nämlich umsonst geguckt und die Urheber hätten entsprechend nichts dran verdient.

        Zitat
        Das Urheberrecht, das die Rechte eines Künstlers schützt ist nicht dafür da, dass der Künstler etwas davon hat? Also jetzt wird es lächerlich. "Tarifverträge sind nicht dazu da, dass Arbeitnehmer etwas davon haben". Also spätestens nach diesem "Käse" bin ich hier raus.
        Natürlich ist das Urheberrecht gerade dazu da, allerdings muss dir klar sein, dass gerade in den vergangenen Jahrzehnten die Urheber wenig von haben und es auch immer schlimmer wird, weil die nämlich ihre Rechte an die Verlage abtreten (müssen). Wenn ein Urheber große Verbreitung finden will, dann benötigte er in der Vergangenheit einen großen Verlag.

        Heute, durch das Internet, werden diese Verlage immer unwichtiger, weil es immer einfacher wird sich auch selbst zu verlegen. Die Verlage wissen das und deswegen kämpfen sie mit allen Mitteln gegen an. Ein Kampf gegen Windmühlen, denn sie machen sich immer weiter selbst unwichtiger.

        Irgend so eine amerikanische Autorin von Frauenromanen (Name ist mir leider entfallen) suchte etwa einen Verlag, fand keinen und verlegte sich im Internet selbst. Heute ist sie Millionärin. Wäre sie bei einem Verlag gelandet hätte sie maximal ein paar 100.000 verdient, wenn überhaupt.

        Eine der erfolgreichsten aktuellen Boygroups der Welt ist BTS, die sind von einer Winzfirma, Big Hit Entertainment, und sie sind der einzige Künstler dort (noch, die gründen gerade noch eine weitere Gruppe), und die sind auch dank des Internets und der einfachen Verbreitung so berühmt geworden. Und ja, auch wenn man fast alles von denen legal(!) kostenlos im Netz bekommen kann, so verdienen die ohne Ende Kohle, weil die Fans eben trotzdem CDs und Merchandise kaufen oder die Konzerte besuchen.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von Xanbor
        Die Gema ist so oder so ein Witz. Ich wollte mir einst auf Youtube auf dem Kanal von "Queen" Videos von "Queen" anschauen, an denen sie ja wohl die Rechte haben. Aber die Gema meinte dann, dass sie mehr Rechte als der Urheber (Text/Kompositon/Musik und Gesang auch noch vom Urheber) haben und haben die für Deutschland gesperrt. Klingt doch logisch.
        Ja, das war vor der Zeit wo sich Gema und YT geeinigt hatten. Und wieso bezeichnest du gerade das jetzt als Witz? Das ist doch genau was du fordest, die Rechte der Urheber zu schützen...
        Als deutscher hättest du damals nämlich umsonst geguckt und die Urheber hätten entsprechend nichts dran verdient.

        Zitat
        Das Urheberrecht, das die Rechte eines Künstlers schützt ist nicht dafür da, dass der Künstler etwas davon hat? Also jetzt wird es lächerlich. "Tarifverträge sind nicht dazu da, dass Arbeitnehmer etwas davon haben". Also spätestens nach diesem "Käse" bin ich hier raus.
        Natürlich ist das Urheberrecht gerade dazu da, allerdings muss dir klar sein, dass gerade in den vergangenen Jahrzehnten die Urheber wenig von haben und es auch immer schlimmer wird, weil die nämlich ihre Rechte an die Verlage abtreten (müssen). Wenn ein Urheber große Verbreitung finden will, dann benötigte er in der Vergangenheit einen großen Verlag.

        Heute, durch das Internet, werden diese Verlage immer unwichtiger, weil es immer einfacher wird sich auch selbst zu verlegen. Die Verlage wissen das und deswegen kämpfen sie mit allen Mitteln gegen an. Ein Kampf gegen Windmühlen, denn sie machen sich immer weiter selbst unwichtiger.

        Irgend so eine amerikanische Autorin von Frauenromanen (Name ist mir leider entfallen) suchte etwa einen Verlag, fand keinen und verlegte sich im Internet selbst. Heute ist sie Millionärin. Wäre sie bei einem Verlag gelandet hätte sie maximal ein paar 100.000 verdient, wenn überhaupt.

        Eine der erfolgreichsten aktuellen Boygroups der Welt ist BTS, die sind von einer Winzfirma, Big Hit Entertainment, und sie sind der einzige Künstler dort (noch, die gründen gerade noch eine weitere Gruppe), und die sind auch dank des Internets und der einfachen Verbreitung so berühmt geworden. Und ja, auch wenn man fast alles von denen legal(!) kostenlos im Netz bekommen kann, so verdienen die ohne Ende Kohle, weil die Fans eben trotzdem CDs und Merchandise kaufen oder die Konzerte besuchen.
      • Von Frullo Mitglied
        Zitat von Xanbor
        Das Urheberrecht, das die Rechte eines Künstlers schützt ist nicht dafür da, dass der Künstler etwas davon hat? Also jetzt wird es lächerlich. "Tarifverträge sind nicht dazu da, dass Arbeitnehmer etwas davon haben". Also spätestens nach diesem "Käse" bin ich hier raus.
        Ich gehe mal davon aus, dass Du Wut-Gamers Aussage falsch verstanden hast. Vermutlich hat er sich auf die US-Verfassung bezogen, welche folgende Copyright-Clause beinhaltet:

        To promote the Progress of Science and useful Arts, by securing for limited Times to Authors and Inventors the exclusive Right to their respective Writings and Discoveries

        Es geht um eine Win-Win-Situation: Es soll sowohl der Künstler als auch die Allgemeinheit etwas davon haben. Darum erlischt das Urheberrecht ja auch irgendwann (70 Jahre nach dem Tode des Urhebers), sonst könnten überhaupt keine neuen Werke entstehen, da die grosse Mehrheit nicht in einem Vakuum entsteht, sondern auf Vorangegangenem basiert: Disney beispielsweise wäre heute nirgendwo, wenn sie sich nicht an den Werken der Gebrüder Grimm bedient hätten: Aschenputtel, Rapunzel, der Froschkönig, Dornröschen, ...
      • Von Xanbor Mitglied
        Die Gema ist so oder so ein Witz. Ich wollte mir einst auf Youtube auf dem Kanal von "Queen" Videos von "Queen" anschauen, an denen sie ja wohl die Rechte haben. Aber die Gema meinte dann, dass sie mehr Rechte als der Urheber (Text/Kompositon/Musik und Gesang auch noch vom Urheber) haben und haben die für Deutschland gesperrt. Klingt doch logisch.

        Das Urheberrecht, das die Rechte eines Künstlers schützt ist nicht dafür da, dass der Künstler etwas davon hat? Also jetzt wird es lächerlich. "Tarifverträge sind nicht dazu da, dass Arbeitnehmer etwas davon haben". Also spätestens nach diesem "Käse" bin ich hier raus.
      • Von Wut-Gamer Spiele-Kenner/in
        Zitat von Xanbor
        Welchem Zweck sollte das Urheberrecht sonst haben? Das Urheberrecht soll das geistige Eigentum schützen, damit der Rechteinhaber damit nach seinem Belieben verfahren kann, auch um damit Geld zu verdienen. Man kann aber auch, nach deiner Definition, einem Autor, einem Musiker zumuten, dass er von Luft und Liebe lebt und sich Dinge des täglichen Lebens auf der Straße zusammenbettelt. Denn er ist ja nicht würdig, dass sein Geschäftsmodell geschützt wird.

        Und doch: Wenn ich z.B. ein Musikvideo illegal hochlade, fehlt den entsprechenden Künstlern/Produzenten ihr Gut, denn ich biete das Gut an, verdiene ggf. Geld damit und habe dem Urheber/Künstler damit seine Einnahmen "gestohlen", die diesen dann natürlich fehlen.
        Der tiefere Sinn davon ist aber gerade nicht, dass der Künstler etwas davon hat, sondern, einen Rahmen zu schaffen, in dem die Gesellschaft weiterhin Künstler hervorbringt. Frei nach Adam Smith soll die individuelle Gier zum Vorteil aller gereichen. Man könnte neben diesem marktwirtschaftlichen Ansatz aber auch ganz andere Strategien verfolgen, darum ist der Einwand berechtigt. Geistiges Eigentum ist nichts "natürliches", auf das man einen gottgegebenen Anspruch hätte. Es ist ein Mittel zum Zweck, dass großzügig gewährt wird.

        Und nein, einem Künstler wird durch illegale Verwertung nichts gestohlen, schon gar nicht geraubt, es werden höchstens Leistungen erschlichen für die man ggf. hätte bezahlen müssen (was auch nicht ok ist, aber eben noch mal eine Stufe niedriger. Der passendere Vergleich wäre hier z.B. das Schwarzfahren).
      • Von Spiritogre Mitglied
        Und deswegen zahlt You Tube (nach jahrelangen Verhandlungen) in Deutschland heutzutage Gema ...

        Theoretisch ist es heute mit dem Internet leichter sich Kopien für Privat zu besorgen, früher musste man halt aus dem Haus gehen und sich das ausleihen. Aber jeder Mensch kann ohnehin nur Summe X konsumieren.

        Wer sich z.B. 100 Musikalben mal eben so aus dem Netz zieht, hört er die wirklich oder liegt der Großteil nicht ohnehin ungenutzt auf seiner Platte und wird nie angerührt? Soll er doch, warum sich groß darüber aufregen?
      Direkt zum Diskussionsende
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