Urheberechtsreform: Sorge vor Zensur
Die Urheberrechtsreform ist von den Vertretern der EU-Staaten bereits abgesegnet, obgleich die Mehrheit hierfür nicht groß war. Das EU-Parlament muss die neuen Gesetze noch verabschieden - werden sie so durchgewinkt, wie sie derzeit sind, drohen Uploadfilter. Wir erklären, was Uploadfilter sind, und versuchen, das Wichtigste rund um das Thema verständlich zusammenzufassen.
Sorge vor Zensur
Das Wort "Zensur" ist freilich nicht zu 100 Prozent korrekt, da die Websitebetreiber und schon gar nicht die EU aktiv jemandem seine Meinung untersagen oder kreative Werke absichtlich der Öffentlichkeit vorenthalten möchten, nur weil sie den Verantwortlichen nicht in den Kram passen. Aber da die zuvor beschriebenen Filter unter Umständen auch viel mehr filtern als das, was wirklich vom Urheberrecht geschützt werden soll, wären die Uploadfilter für viele private Nutzer wie eine Art gefühlte Zensur. In jedem Falle wird die Meinungsfreiheit eingeschränkt - nicht dass Meinungen quasi verboten werden, aber die Steine, die einem dabei in den Weg gelegt werden, behindern zumindest die freie Meinungsäußerung, sodass die Freiheiten zwar nicht abgeschafft, aber eben eingeschränkt sind.
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Je politischer ein Inhalt ist, zum Beispiel auch im Bereich der Satire, desto mehr wird es den Betroffenen allerdings wie eine echte Zensur vorkommen, zumal sie nicht ganz sicher sein können, ob beim Blocken oder Löschen eines Inhalte nur ein schlechter Filter schuld war oder mehr dahintersteckt. Lädt ein Familienvater ein Video vom Skifahren mit seinen Kindern hoch, welches ein Filter blockt, weil von der Après-Ski-Party im Hintergrund leise ein österreichischer Volksrocker zu hören ist, dann ist dies eher kurios bis ärgerlich. Wird aber ein Video, in dem ein YouTuber gewisse Missstände bei einer großen Firma anprangert, wegen eines kurz eingeblendeten bekannten Markenlogos geblockt, wird schnell der Verdacht einer bewussten Zensur aufkommen.
Natürlich wäre es keine Zensur, sondern einfach nur eine korrekte Beachtung des Urheberrechts, wenn beispielsweise ein vom Rechteinhaber nicht erlaubter Upload eines kompletten Spielfilms nicht freigeschaltet wird, oder wenn jemand einen kompletten Artikel aus einer Fachzeitschrift einfach öffentlich hochlädt. Wenn aber jemand für einen Satireclip auf Videomaterial zurückgreift, oder lediglich aus einem Artikel zitiert, um zu diskutieren, wäre dies eigentlich erlaubt - beides würde aber von Uploadfiltern vermutlich zunächst blockiert werden. Allerdings: Selbst ein menschlicher Mitarbeiter, der ein Video prüft, könnte fälschlicherweise die Freischaltung verweigern. Bei Algorithmen für Uploadfilter ist die Wahrscheinlichkeit abermals höher. Viele YouTuber machen sich daher große Sorgen darüber, dass viele ihrer Videos künftig nicht mehr hochgeladen werden können und sie mühsam eine Art Erlaubnis einfordern müssen, obwohl ihre Videos auch bei Beachtung der neuen Urheberrechte nicht zu beanstanden sind. Manch einer übertreibt sicherlich mit seinen Szenarien und schürt Panik, vielleicht auch um Aufmerksamkeit zu erhaschen, und auch manch einer, der am liebsten die Urheberrechte komplett abschaffen möchte, wird übertreiben, um gegen die Urheberrechtsreform mobil zu machen. Aber ganz so leicht wie bisher wird es nicht mehr sein, Inhalte hochzuladen, ohne dass sie beanstandet werden.

Als deutscher hättest du damals nämlich umsonst geguckt und die Urheber hätten entsprechend nichts dran verdient.
Heute, durch das Internet, werden diese Verlage immer unwichtiger, weil es immer einfacher wird sich auch selbst zu verlegen. Die Verlage wissen das und deswegen kämpfen sie mit allen Mitteln gegen an. Ein Kampf gegen Windmühlen, denn sie machen sich immer weiter selbst unwichtiger.
Irgend so eine amerikanische Autorin von Frauenromanen (Name ist mir leider entfallen) suchte etwa einen Verlag, fand keinen und verlegte sich im Internet selbst. Heute ist sie Millionärin. Wäre sie bei einem Verlag gelandet hätte sie maximal ein paar 100.000 verdient, wenn überhaupt.
Eine der erfolgreichsten aktuellen Boygroups der Welt ist BTS, die sind von einer Winzfirma, Big Hit Entertainment, und sie sind der einzige Künstler dort (noch, die gründen gerade noch eine weitere Gruppe), und die sind auch dank des Internets und der einfachen Verbreitung so berühmt geworden. Und ja, auch wenn man fast alles von denen legal(!) kostenlos im Netz bekommen kann, so verdienen die ohne Ende Kohle, weil die Fans eben trotzdem CDs und Merchandise kaufen oder die Konzerte besuchen.
To promote the Progress of Science and useful Arts, by securing for limited Times to Authors and Inventors the exclusive Right to their respective Writings and Discoveries
Es geht um eine Win-Win-Situation: Es soll sowohl der Künstler als auch die Allgemeinheit etwas davon haben. Darum erlischt das Urheberrecht ja auch irgendwann (70 Jahre nach dem Tode des Urhebers), sonst könnten überhaupt keine neuen Werke entstehen, da die grosse Mehrheit nicht in einem Vakuum entsteht, sondern auf Vorangegangenem basiert: Disney beispielsweise wäre heute nirgendwo, wenn sie sich nicht an den Werken der Gebrüder Grimm bedient hätten: Aschenputtel, Rapunzel, der Froschkönig, Dornröschen, ...
Das Urheberrecht, das die Rechte eines Künstlers schützt ist nicht dafür da, dass der Künstler etwas davon hat? Also jetzt wird es lächerlich. "Tarifverträge sind nicht dazu da, dass Arbeitnehmer etwas davon haben". Also spätestens nach diesem "Käse" bin ich hier raus.
Und doch: Wenn ich z.B. ein Musikvideo illegal hochlade, fehlt den entsprechenden Künstlern/Produzenten ihr Gut, denn ich biete das Gut an, verdiene ggf. Geld damit und habe dem Urheber/Künstler damit seine Einnahmen "gestohlen", die diesen dann natürlich fehlen.
Und nein, einem Künstler wird durch illegale Verwertung nichts gestohlen, schon gar nicht geraubt, es werden höchstens Leistungen erschlichen für die man ggf. hätte bezahlen müssen (was auch nicht ok ist, aber eben noch mal eine Stufe niedriger. Der passendere Vergleich wäre hier z.B. das Schwarzfahren).
Theoretisch ist es heute mit dem Internet leichter sich Kopien für Privat zu besorgen, früher musste man halt aus dem Haus gehen und sich das ausleihen. Aber jeder Mensch kann ohnehin nur Summe X konsumieren.
Wer sich z.B. 100 Musikalben mal eben so aus dem Netz zieht, hört er die wirklich oder liegt der Großteil nicht ohnehin ungenutzt auf seiner Platte und wird nie angerührt? Soll er doch, warum sich groß darüber aufregen?