Urheberechtsreform: Uploadfilter

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Urheberechtsreform: Uploadfilter
Quelle: PC Games Hardware

Die Urheberrechtsreform ist von den Vertretern der EU-Staaten bereits abgesegnet, obgleich die Mehrheit hierfür nicht groß war. Das EU-Parlament muss die neuen Gesetze noch verabschieden - werden sie so durchgewinkt, wie sie derzeit sind, drohen Uploadfilter. Wir erklären, was Uploadfilter sind, und versuchen, das Wichtigste rund um das Thema verständlich zusammenzufassen.

Uploadfilter

Rein technisch gesehen ist die Sache eigentlich recht einfach: Ein Nutzer lädt zum Beispiel bei YouTube ein Video hoch. Algorithmen untersuchen die Daten des Videos und werten es aus, ob Hinweise darauf gibt, dass sich in dem Video irgendein Inhalt befindet, der urheberrechtlich geschützt ist. Dies wird anhand eines Abgleichs mit Datenbanken bewerkstelligt. Sicherlich kennt ihr Smartphone-Apps wie Shazaam oder SoundHound, die selbst bei Discothekenlautstärke in den meisten Fällen ein Lied innerhalb von wenigen Sekunden korrekt identifizieren können - denn es gibt in dem Soundfile, das bei der Aufnahme über das Handy-Mikrofon entsteht und dann zu den Servern der Musikapps hochgeladen wird, genügend eindeutige Eckpunkte, an denen man per Datenbankabgleich Songs erkennen kann. So ähnlich würde auch ein Uploadfilter arbeiten, nur dass der Filter nicht nur Audio, sondern auch Videos, Bilder oder Texte untersucht.

Der Knackpunkt bei der Sache ist aber, dass es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Uploadfilter geben wird, den alle nutzen können und mit dem man als Firma Rechtssicherheit hat. Es wird im Gesetz noch nicht einmal ein solcher Filter erwähnt - allerdings ist das Gesetz so formuliert, dass Internetportale, die auch Nutzerinhalte zulassen, gar keine andere Wahl haben, als einen Uploadfilter zu nutzen. Die beiden einzigen Alternativen würden eine Internetseite in den Ruin treiben - wir haben ja schon zuvor darüber gesprochen: Entweder man stellt genügend Personal für eine Kontrolle per Menschenverstand ein oder man kauft alle Rechte dieser Welt oder aber man verzichtet auf eine Kontrolle und kassiert Strafen. Alle drei Optionen sind nicht bezahlbar, wenn eine Internetseite sich noch finanzieren soll. Es bleibt also nur ein Uploadfilter als einzige Option, um die Gesetze kostendeckend zu beachten. Für kleinere Firmen ist dies ein teures Unterfangen, da sie einen Filter selbst programmieren oder einkaufen müssen.

Eine große Problematik ist dabei auch, dass eben niemand regelt, wie ein solcher Filter auszusehen hat - es gibt ja wie gesagt rein formal gesehen auch gar keine Anweisung, einen Uploadfilter zu nutzen. Daher liegt es am jeweiligen Website-Betreiber, wie er einen solchen Filter umsetzt und wie streng dieser Filter ist. Im Zweifel wird ein Websitebetreiber den Filter also sehr streng einstellen, auch um in einem Streifall zu zeigen, dass man bei einem vom Filter nicht verhinderten Verstoßes als Betreiber eines Internetportals zumindest sein Bestes versucht hat. Ein Filter ist allerdings relativ dumm. Er erkennt nicht, ob in einem Video nun ein legaler Remix eines Liedes zu hören ist oder ob es eine geschützte Version ist. Er erkennt auch nicht, ob beispielsweise ein paar Zitate aus einem Zeitungsartikel legal als Zitate verwendet werden, zum Beispiel in einer Diskussion, oder ob sie unzulässigerweise auf einer Website auftauchen, die den kompletten Text veröffentlicht und so tut, als habe sie die Rechte an dem Text. Die beiden Punkte, die Strenge des Filters und seine "Dummheit", führt uns zum nächsten Themenbereich: Sorge vor Zensur.

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  1. Seite 1 Urheberechtsreform: Beschluss und Kritik
  2. Seite 2 Urheberechtsreform: Kritik an den Vorgaben
  3. Seite 3 Urheberechtsreform: Uploadfilter
  4. Seite 4 Urheberechtsreform: Sorge vor Zensur
  5. Seite 5 Urheberechtsreform: Nicht allles ist negativ und Alternativen
    • Kommentare (41)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von Xanbor
        Die Gema ist so oder so ein Witz. Ich wollte mir einst auf Youtube auf dem Kanal von "Queen" Videos von "Queen" anschauen, an denen sie ja wohl die Rechte haben. Aber die Gema meinte dann, dass sie mehr Rechte als der Urheber (Text/Kompositon/Musik und Gesang auch noch vom Urheber) haben und haben die für Deutschland gesperrt. Klingt doch logisch.
        Ja, das war vor der Zeit wo sich Gema und YT geeinigt hatten. Und wieso bezeichnest du gerade das jetzt als Witz? Das ist doch genau was du fordest, die Rechte der Urheber zu schützen...
        Als deutscher hättest du damals nämlich umsonst geguckt und die Urheber hätten entsprechend nichts dran verdient.

        Zitat
        Das Urheberrecht, das die Rechte eines Künstlers schützt ist nicht dafür da, dass der Künstler etwas davon hat? Also jetzt wird es lächerlich. "Tarifverträge sind nicht dazu da, dass Arbeitnehmer etwas davon haben". Also spätestens nach diesem "Käse" bin ich hier raus.
        Natürlich ist das Urheberrecht gerade dazu da, allerdings muss dir klar sein, dass gerade in den vergangenen Jahrzehnten die Urheber wenig von haben und es auch immer schlimmer wird, weil die nämlich ihre Rechte an die Verlage abtreten (müssen). Wenn ein Urheber große Verbreitung finden will, dann benötigte er in der Vergangenheit einen großen Verlag.

        Heute, durch das Internet, werden diese Verlage immer unwichtiger, weil es immer einfacher wird sich auch selbst zu verlegen. Die Verlage wissen das und deswegen kämpfen sie mit allen Mitteln gegen an. Ein Kampf gegen Windmühlen, denn sie machen sich immer weiter selbst unwichtiger.

        Irgend so eine amerikanische Autorin von Frauenromanen (Name ist mir leider entfallen) suchte etwa einen Verlag, fand keinen und verlegte sich im Internet selbst. Heute ist sie Millionärin. Wäre sie bei einem Verlag gelandet hätte sie maximal ein paar 100.000 verdient, wenn überhaupt.

        Eine der erfolgreichsten aktuellen Boygroups der Welt ist BTS, die sind von einer Winzfirma, Big Hit Entertainment, und sie sind der einzige Künstler dort (noch, die gründen gerade noch eine weitere Gruppe), und die sind auch dank des Internets und der einfachen Verbreitung so berühmt geworden. Und ja, auch wenn man fast alles von denen legal(!) kostenlos im Netz bekommen kann, so verdienen die ohne Ende Kohle, weil die Fans eben trotzdem CDs und Merchandise kaufen oder die Konzerte besuchen.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Zitat von Xanbor
        Die Gema ist so oder so ein Witz. Ich wollte mir einst auf Youtube auf dem Kanal von "Queen" Videos von "Queen" anschauen, an denen sie ja wohl die Rechte haben. Aber die Gema meinte dann, dass sie mehr Rechte als der Urheber (Text/Kompositon/Musik und Gesang auch noch vom Urheber) haben und haben die für Deutschland gesperrt. Klingt doch logisch.
        Ja, das war vor der Zeit wo sich Gema und YT geeinigt hatten. Und wieso bezeichnest du gerade das jetzt als Witz? Das ist doch genau was du fordest, die Rechte der Urheber zu schützen...
        Als deutscher hättest du damals nämlich umsonst geguckt und die Urheber hätten entsprechend nichts dran verdient.

        Zitat
        Das Urheberrecht, das die Rechte eines Künstlers schützt ist nicht dafür da, dass der Künstler etwas davon hat? Also jetzt wird es lächerlich. "Tarifverträge sind nicht dazu da, dass Arbeitnehmer etwas davon haben". Also spätestens nach diesem "Käse" bin ich hier raus.
        Natürlich ist das Urheberrecht gerade dazu da, allerdings muss dir klar sein, dass gerade in den vergangenen Jahrzehnten die Urheber wenig von haben und es auch immer schlimmer wird, weil die nämlich ihre Rechte an die Verlage abtreten (müssen). Wenn ein Urheber große Verbreitung finden will, dann benötigte er in der Vergangenheit einen großen Verlag.

        Heute, durch das Internet, werden diese Verlage immer unwichtiger, weil es immer einfacher wird sich auch selbst zu verlegen. Die Verlage wissen das und deswegen kämpfen sie mit allen Mitteln gegen an. Ein Kampf gegen Windmühlen, denn sie machen sich immer weiter selbst unwichtiger.

        Irgend so eine amerikanische Autorin von Frauenromanen (Name ist mir leider entfallen) suchte etwa einen Verlag, fand keinen und verlegte sich im Internet selbst. Heute ist sie Millionärin. Wäre sie bei einem Verlag gelandet hätte sie maximal ein paar 100.000 verdient, wenn überhaupt.

        Eine der erfolgreichsten aktuellen Boygroups der Welt ist BTS, die sind von einer Winzfirma, Big Hit Entertainment, und sie sind der einzige Künstler dort (noch, die gründen gerade noch eine weitere Gruppe), und die sind auch dank des Internets und der einfachen Verbreitung so berühmt geworden. Und ja, auch wenn man fast alles von denen legal(!) kostenlos im Netz bekommen kann, so verdienen die ohne Ende Kohle, weil die Fans eben trotzdem CDs und Merchandise kaufen oder die Konzerte besuchen.
      • Von Frullo Mitglied
        Zitat von Xanbor
        Das Urheberrecht, das die Rechte eines Künstlers schützt ist nicht dafür da, dass der Künstler etwas davon hat? Also jetzt wird es lächerlich. "Tarifverträge sind nicht dazu da, dass Arbeitnehmer etwas davon haben". Also spätestens nach diesem "Käse" bin ich hier raus.
        Ich gehe mal davon aus, dass Du Wut-Gamers Aussage falsch verstanden hast. Vermutlich hat er sich auf die US-Verfassung bezogen, welche folgende Copyright-Clause beinhaltet:

        To promote the Progress of Science and useful Arts, by securing for limited Times to Authors and Inventors the exclusive Right to their respective Writings and Discoveries

        Es geht um eine Win-Win-Situation: Es soll sowohl der Künstler als auch die Allgemeinheit etwas davon haben. Darum erlischt das Urheberrecht ja auch irgendwann (70 Jahre nach dem Tode des Urhebers), sonst könnten überhaupt keine neuen Werke entstehen, da die grosse Mehrheit nicht in einem Vakuum entsteht, sondern auf Vorangegangenem basiert: Disney beispielsweise wäre heute nirgendwo, wenn sie sich nicht an den Werken der Gebrüder Grimm bedient hätten: Aschenputtel, Rapunzel, der Froschkönig, Dornröschen, ...
      • Von Xanbor Mitglied
        Die Gema ist so oder so ein Witz. Ich wollte mir einst auf Youtube auf dem Kanal von "Queen" Videos von "Queen" anschauen, an denen sie ja wohl die Rechte haben. Aber die Gema meinte dann, dass sie mehr Rechte als der Urheber (Text/Kompositon/Musik und Gesang auch noch vom Urheber) haben und haben die für Deutschland gesperrt. Klingt doch logisch.

        Das Urheberrecht, das die Rechte eines Künstlers schützt ist nicht dafür da, dass der Künstler etwas davon hat? Also jetzt wird es lächerlich. "Tarifverträge sind nicht dazu da, dass Arbeitnehmer etwas davon haben". Also spätestens nach diesem "Käse" bin ich hier raus.
      • Von Wut-Gamer Spiele-Kenner/in
        Zitat von Xanbor
        Welchem Zweck sollte das Urheberrecht sonst haben? Das Urheberrecht soll das geistige Eigentum schützen, damit der Rechteinhaber damit nach seinem Belieben verfahren kann, auch um damit Geld zu verdienen. Man kann aber auch, nach deiner Definition, einem Autor, einem Musiker zumuten, dass er von Luft und Liebe lebt und sich Dinge des täglichen Lebens auf der Straße zusammenbettelt. Denn er ist ja nicht würdig, dass sein Geschäftsmodell geschützt wird.

        Und doch: Wenn ich z.B. ein Musikvideo illegal hochlade, fehlt den entsprechenden Künstlern/Produzenten ihr Gut, denn ich biete das Gut an, verdiene ggf. Geld damit und habe dem Urheber/Künstler damit seine Einnahmen "gestohlen", die diesen dann natürlich fehlen.
        Der tiefere Sinn davon ist aber gerade nicht, dass der Künstler etwas davon hat, sondern, einen Rahmen zu schaffen, in dem die Gesellschaft weiterhin Künstler hervorbringt. Frei nach Adam Smith soll die individuelle Gier zum Vorteil aller gereichen. Man könnte neben diesem marktwirtschaftlichen Ansatz aber auch ganz andere Strategien verfolgen, darum ist der Einwand berechtigt. Geistiges Eigentum ist nichts "natürliches", auf das man einen gottgegebenen Anspruch hätte. Es ist ein Mittel zum Zweck, dass großzügig gewährt wird.

        Und nein, einem Künstler wird durch illegale Verwertung nichts gestohlen, schon gar nicht geraubt, es werden höchstens Leistungen erschlichen für die man ggf. hätte bezahlen müssen (was auch nicht ok ist, aber eben noch mal eine Stufe niedriger. Der passendere Vergleich wäre hier z.B. das Schwarzfahren).
      • Von Spiritogre Mitglied
        Und deswegen zahlt You Tube (nach jahrelangen Verhandlungen) in Deutschland heutzutage Gema ...

        Theoretisch ist es heute mit dem Internet leichter sich Kopien für Privat zu besorgen, früher musste man halt aus dem Haus gehen und sich das ausleihen. Aber jeder Mensch kann ohnehin nur Summe X konsumieren.

        Wer sich z.B. 100 Musikalben mal eben so aus dem Netz zieht, hört er die wirklich oder liegt der Großteil nicht ohnehin ungenutzt auf seiner Platte und wird nie angerührt? Soll er doch, warum sich groß darüber aufregen?
      Direkt zum Diskussionsende
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