Review: Monuments Men - Ungewöhnliche Helden

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Review: Monuments Men - Ungewöhnliche Helden

Nicht nur wegen des Starcasts sehenswert: Clooney verknüpft Fakten und Fiktion zu bester Kinounterhaltung mit Tiefgang.

Eine Sondereinheit der Alliierten verfolgte in der Endphase des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit eine außergewöhnliche Mission: Um zu verhindern, dass von den Nazis in ganz Europa erbeutete Kunstschätze spurlos verschwinden – weil Hitler und seine Helfershelfer sie zerstören oder in ihren Privatbesitz bringen – machte sich eine kleine Gruppe von Kunstexperten aus verschiedenen Nationen daran, die Meisterwerke aufzuspüren und in Sicherheit zu bringen.

Damit es soweit kommen konnte, mussten amerikanische Wissenschaftler US-Präsident Franklin D. Roosevelt von der Notwendigkeit dieser Aktion überzeugen. Erst dann wurde unter dem Namen "Monuments, Fine Arts & Archives Section" ein Trupp sogenannter Kunstschutzoffiziere rekrutiert, die in der Army nur "Monuments Men" genannt und im Schnellverfahren militärisch ausgebildet wurden.

Kein Tarantino

Sieben Männer dieser Spezialeinheit stehen nun im Mittelpunkt von George Clooneys fünfter Kinoregiearbeit, in der er, wie er es gerne tut, historische und politische Fakten über persönliche Geschichten erzählt. Clooney trifft dabei durchgehend den richtigen Ton, findet im Absurden das Ergreifende und im Tragischen das Komische. Manches ist ihm aber auch zu ernst, um Witze darüber zu machen. So lässt er zum Beispiel, als die Monuments Men in einem stillgelegten Bergwerk neben Gemälden und Skulpturen auch große Mengen Zahngold ermordeter Juden finden, die Bilder fast kommentarlos stehen.

Ein bisschen erinnert diese Melange aus Kriegsgrauen und schwarzem Humor an Inglourious Basterds. Aber im Gegensatz zu Quentin Tarantino verzichtet Clooney auf explizite Gewaltdarstellungen und setzt dafür auf fein gezeichnete Charaktere.

Allesmacher

Damit auch alles so wird, wie er sich das vorgestellt hat, hielt Clooney, wie schon bei The Ides of March, alle Fäden selbst in der Hand: Als Produzent entschied er sich für authentische Drehorte, vor allem in Deutschland. So verschlug es das Filmteam unter anderem in den Harz, wo Clooney ganz nebenbei seinen 52. Geburtstag feierte. Und neben der Regie übernahm er auch eine der Hauptrollen und schrieb außerdem am Skript mit.

Vorlage dafür war das Sachbuch von Robert M. Edsel, in dem nachzulesen ist, dass mehr als fünf Millionen Artefakte von den Nazis aus den besetzten Gebieten geraubt wurden, auch um Hitlers Führermuseum mit den Meisterwerken europäischer Kunst auszustatten. Dass davon zwar viele, aber längst nicht alle wieder da gelandet sind, wo sie eigentlich hingehören, zeigt der spektakuläre Gemäldefund in der Münchner Wohnung von Cornelius Gurlitt. Aber das ist eine andere Geschichte. (Autorin: Elke Eckert)

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