Kritik zu Folgen 1 und 2 von Monarch: Legacy of Monsters - Seite 2
Heute startet Monarch: Legacy of Monsters auf AppleTV+. Hauptattraktionen: Godzilla und Kurt Russell. Und zumindest einer von beiden lässt in den ersten beiden Episoden nicht lange auf sich warten.
Häufige Zeitsprünge und wechselnde Plotlinien machen den Auftakt aber auch zu einem etwas zerfahrenen Erlebnis, da die Zusammenhänge nicht immer gleich klar erkennbar sind. Für den Flow der Narrative wäre es wahrscheinlich angenehmer gewesen, die Szenen mit Shaw, Randa und Mira komplett ans Ende der Folge zu packen, statt zwischen den Flashbacks und der Hauptstory hin und her zu schneiden. Die Kameradschaft der drei Helden in den 50ern steht auch im starken Kontrast zu dem Misstrauen, dass sich die Charaktere im Jahr 2015 entgegenbringen. Cate, May und Kentaro verhalten sich alle antagonistisch zueinander und lassen so auch nicht wirklich zu, dass sich das Publikum leicht mit einem von ihnen identifizieren kann. Ironischerweise fühlen sich die Flashbacks, in denen die Figuren sich kabbeln und Sprüche klopfen wie in einem Abenteuerfilm menschlicher an als die vergleichsweise "normalen" Menschen in der jüngeren Vergangenheit.
Science-Shit
Außerdem leidet die Serie unter einigen vermeidbaren Klischees. Ich meine dabei nicht einmal, dass Hackerin May stylish aussieht wie in einem Musikvideo und sich mit Militärtechnologien sämtlicher Jahrzehnte auskennt. Wir sind immerhin in einer Monsterserie, nicht in einer David-Simon-Show. Ich meine einfach nervige Kleinigkeiten, die ständig in Hollywoodfilmen auftauchen und immer lächerlich sind.
So erraten Cate und Kentaro den Nummern-Code zum Safe ihres Vaters anhand von persönlichen Informationen. Als wären Passwörter ein Spiegel zur Seele dieses Mannes und nicht nur zufällig gewählte Nummernkombinationen. "Hacking" besteht aus dem scheinbar wahllosen Drücken von Knöpfen auf der Tastatur, während auf dem Bildschirm Zahlen von oben nach unten laufen. Und "coole" Sprüche wie "let's do some science shit" hätten durchaus noch ein bisschen Feinschliff vertragen können.
Das große Setpiece der Episode ist dann ein Flashback zur Katastrophe von 2014, in der Godzilla etwas rücksichtslos einen Schulbus voller Kinder ins Verderben stürzt und Cate als Lehrerin und beinahe ebenfalls Opfer nachhaltig verstört. Die Monsteraction ist wie bereits im Film bewusst aus der Perspektive der kauernden Massen eingefangen und wirkt dementsprechend gefährlich und bombastisch. Und Godzillas schier perfektes Design kommt vor allem in den Nahaufnahmen richtig schön zur Geltung.
Schelmische Russellbande
Folge zwei befasst sich dann mit der Figur Lee Shaw und seinen späteren besten Freunden sowie den Anfängen der Monarch-Operation. Mit der Eskorte von Dr. Keiko Mira beauftragt, leistet sich Shaw 1952 bei der ersten Begegnung auf den Philippinen gleich einen dicken Fauxpas.
Quelle: Apple TV+
Wyatt Russell
Geprägt vom Weltbild seiner Zeit geht Shaw davon aus, dass es sich bei Mira um einen Mann handeln muss. Als ihn Keiko anspricht, hält er das für einen Versuch, sich an ihn heranzuschmeißen und ist verdutzt, als sich die Japanerin als hochdekorierte Wissenschaftlerin zu erkennen gibt.
Doch auch Keiko hat ihre Vorurteile gegenüber dem Soldaten, und mit Humor und Einsicht kommen sich die beiden näher und etablieren rasch ein warmherziges Verhältnis zueinander. Auf ihrem Weg zum Zielort, an dem Mira den Ursprung einer verdächtigen Strahlung vermutet, treffen sie dann auf den nerdigen Bill, der als Kryptozoologe glaubt, es handle sich bei der Quelle um einen Drachen. Eine Vermutung, die sich wenig später bestätigt. Die Begegnung mit dem Biest schweißt die Drei ein für alle Mal zusammen und bezeichnet den Beginn ihres gemeinsamen Abenteuers.
Quelle: Apple TV+
Anders Holm und Mari Yamamoto
In der Gegenwart von 2015 werden Cate, May und Kentaro von dem Monarch-Agenten Tim (Joe Tippet) und seiner Helferin Duvall (Elisa Lasowski) heimgesucht, entwischen dem inkompetenten Sesselfurzer aber ohne größere Probleme. Dennoch ist ihnen die mächtige Organisation auf den Fersen und sie beschließen, den Spuren in der Datenkassette zu folgen.
Diese führen sie zu einem gealterten Lee Shaw (Kurt Russell), der in einem Premium-Altersheim seinen Ruhestand genießt, für seine rund 90 Jahre aber immer noch erstaunlich fit aussieht. Die Halbgeschwister stellen sich dem Colonel als Cate und Kentaro Randa vor, was bei Shaw Erinnerungen an ihren Vater Hiroshi weckt und ein wenig Licht in die Familienhistorie bringt.
Die Folge endet mit der Erkenntnis, dass es sich bei dem Altenheim um eine von Monarch überwachte Einrichtung handelt, die Shaw mit einer elektronischen Fußfessel tracken. Vom Ruf des Abenteuers gepackt, entfernt der Veteran das Teil allerdings mit Leichtigkeit und schlägt vor, sich gemeinsam auf die Suche nach dem verschwundenen Vater zu machen.
Bis zur Enthüllung von Kurt Russell vergehen fast zwei komplette Episoden, allein in der kurzen Zeit, in der er in der zweiten Folge zu sehen ist, bereichert er die Serie jedoch gleich mit Spielfreude und sympathischer Ausstrahlung. Seine Figur steht in den voranstehenden knapp 50 Minuten bereits im Vordergrund und da Wyatt Russell seinem Vater hinsichtlich Spitzbuben-Charme durchaus das Wasser reichen kann, wirkt die Begegnung mit Shaw wie ein wichtiges Wiedersehen und nicht wie der Auftritt einer neuen Figur.
Überhaupt funktionieren die Flashbacks in Episode 2 deutlich besser, allerdings wird mir auch hier noch zu häufig hin und her geschnitten. Die gesamte Episode erst einmal in der Vergangenheit anzusiedeln und dann nur in der Schlussviertelstunde zu den anderen Hauptfiguren zurückzukehren, hätte ebenso gut funktioniert. Wie und wann wichtige Informationen in den verschiedenen Zeitlinien präsentiert werden, baut nicht zwingend aufeinander auf und reißt einen des Öfteren eher aus der Handlung heraus, statt sich organisch zu einem abgeschlossenen Kapitel zusammenzufügen.
Grundsätzlich gelingt Monarch: Legacy of Monsters der Einstieg in das serielle Monsterverse aber gut und die ersten beiden Folgen werfen genug Fragen auf, die auf eine Antwort neugierig machen. Wie hat sich Monarch in den Jahren von 1952 bis heute so stark verändert? Wieso sieht Lee Shaw immer noch so jung aus? Sind alle Figuren tatsächlich, wer sie vorgeben zu sein? Was ist in der Vergangenheit zwischen 1959 und den 70er-Jahren mit Randa passiert? War Cates und Kentaros Vater wirklich ein Verbündeter von Monarch und ist er noch am Leben?
Wir werden sehen, ob die Macher diese Neugier befriedigen und die Geheimnisse der Serie gleich zehn fast einstündige Episoden rechtfertigen. Monarch: Legacy of Monsters startet am heutigen 17. November 2023 auf Apple TV Plus mit zwei Folgen. Weitere Episoden erscheinen wöchentlich im Einzeltakt. Weiter geht es mit Folge 3 am 24. November.

Ruhig Erzählung hat mir sehr gefallen und der Aufbau eines Spannungsbogens scheint die Prämisse zu sein.
Ansonsten bin ich mal auf weitere Meinungen gespannt. Dass es langweilig ist, finde ich eigentlich gut. Zumeist wenn Zuschauer was langweilig finden, ist es etwas ruhiger und lässt einen das Geschehen.. uh "atmen" in Ermangelung besserer Worte und kein Transformers, was ich gemeinhin bevorzuge.