Metro: Last Light - Faction Pack im Test - Guter Missionsnachschub als DLC - Video-Update
Ist der erste DLC zum sehr guten U-Bahn-Shooter Metro: Last Light eine Rückkehr in die russische Post-Apokalypse wert? Unser Test zum Faction Pack stellt euch die drei im DLC enthaltenen Missionen vor und hilft euch bei der Kaufentscheidung.
Der atmosphärische U-Bahn-Shooter Metro: Last Light (Test-Ergebnis: 84 Punkte) bekommt in den nächsten Monaten gleich vier kostenpflichtige DLC-Pakete spendiert. Jedes dieser Download-Add-ons schlägt mit fünf Euro zu Buche; Besitzer des Season Pass erhalten für 15 Euro das Komplettpaket. Den Anfang macht das Faction Pack, das seit dem 16. Juli auf Steam, auf dem Xbox Live Marktplatz und im PSN Store verfügbar ist.
Die Erweiterung enthält drei neue Missionen, die nichts mit der Handlung des Hauptspiels zu tun haben. Statt dem bekannten Metro-Helden Artyom steuert ihr in beliebiger Reihenfolge einen Wehrpflichtigen des nationalistischen Reiches, einen Ranger der Polis-Station und einen Soldaten der kommunistischen Roten Linie. Die Einsätze haben nichts miteinander zu tun und glänzen auch nicht eben durch eine mitreißende Geschichte: Das Faction Pack ist bedingungslos darauf ausgerichtet, den Käufern von Last Light Missionsnachschub zu liefern, mehr nicht. Die wenigen Charaktere sind lediglich Statisten und die deutsche Sprachausgabe ist mit ihren haarsträubenden Russen-Akzenten sogar noch schlechter als im Hauptspiel.
Der Reichs-Einsatz ist der spielerisch schwächste des Trios: Hier werden euch lediglich 15 Minuten dröges Dauerfeuer in einer stark an das Finale von Last Light erinnernden Ballersequenz geboten. Das spielt sich fast wie eine Schießbude auf dem Dorffest: Ihr steht an Ort und Stelle und mäht mit dem Maschinengewehr, der aus Metro 2033 bekannten Railgun und einem neuen Granatwerfer Dutzende Feinde nieder. Weil bergeweise Munition und Medipacks bereitstehen, ist hier praktisch null eigene Denkleistung vom Spieler gefordert. Öde! Leisetreter freuen sich dagegen über den gut dreimal so langen Auftrag als sowjetischer Scharfschütze, bei dem ihr möglichst unentdeckt durch ein feindliches Lager schleicht. Läuten die KI-Wächter die Alarmglocken, heißt es umgehend zurück zum letzten Speicherpunkt.
Quelle: PC Games
Metro: Last Light - Faction Pack im Test: Der DLC enthält einige neue Waffen. Die Railgun aus Metro 2033 zählt auch dazu.
Am besten, weil ausgefallensten, kommt aber die Ranger-Mission daher: Hier erkundet ihr die aus dem ersten Teil bekannte Bibliothek samt der dort hausenden Riesenmonster und sammelt 30 Artefakte ein, vom verrosteten Fahrrad bis zum kaputten Fernseher. Eure Funde tauscht ihr in einem zentralen Lager gegen Munition und bessere Ausrüstung. Nach und nach schaltet ihr weitere Abschnitte der Bibliothek und des umliegenden Gebiets frei, indem ihr etwa einen Strahlenschutzanzug erwerbt, der euch vor der verseuchten Luft an einigen Stellen schützt. Ähnlich wie im Rollenspiel Dark Souls stoßt ihr bei euren Erkundungstouren zudem immer wieder auf neue Abkürzungen, mit denen ihr ruck, zuck zurück ins Lager mit seinen vier NPCs reist.
Da Speichern nur im Lager erlaubt ist und ihr maximal fünf Artefakte gleichzeitig tragen dürft, sind die Ausflüge in die verstrahlte Bibliothek ungemein spannend. Die Platzierung von Artefakten und feindlichen Mutanten ist zudem zufällig, was den Wiederspielwert erhöht. Allerdings habt ihr dennoch spätestens nach zwei Durchgängen alles gesehen, da sich die Levelarchitektur und einige geskriptete Szenen nicht ändern. Als Abwechslung zum linearen Missionsverlauf der Hauptspielkampagne ist die Jagd nach den Artefakten aber eine großartige Idee.
Mit einer Spielzeit zwischen drei und vier Stunden bietet das Faction Pack einen ordentlichen Gegenwert für den Kaufpreis von fünf Euro. Allein die Ranger-Mission ist den Eintritt für jeden Fan von Metro: Last Light locker wert.

Für 5 Euro wirklich kein Grund zu meckern. Bin gespannt, wie die restlichen DLCs werden.
Schade, dass 4A Games kein weiteres Metro-Spiel machen wird. :(