Marvel's Midnight Suns im Test
Im Test von Marvel's Midnight Sun gehen wir der Frage nach, ob die Entwickler von Firaxis Games neben der Taktik auch Rollenspiele können.
Wenn wir am Zug sind, dann immer mit der gesamten Gruppe. Uns stehen im Normalfall drei Kartenzüge, zwei Nachzieh-Möglichkeiten, ein Bewegungszug sowie eventuell ausgerüstete Kampfgegenstände zur Verfügung. Jeder Held hat ein Deck aus acht Karten, die sich in Angriffe, Unterstützungsskills und Heldenfähigkeiten unterteilen. Mit drei Helden greifen wir pro Kampf also auf einen Kartenpool von 24 Skills zu, von denen pro Runden ein halbes Dutzend zufällig gezogen werden. Die Ziele eines Kampfeinsatzes reichen vom Besiegen aller Gegner über das Befreien von Zivilisten bis zum Einfangen feindlicher Agenten. Eine gewisse Abwechslung ist geboten, auch wenn sich viele Missionsziele schnell wiederholen. Immerhin baut das Spiel über die gesamte Kampagne verstreut immer mal wieder neue Mechaniken in die Kämpfe ein. Selbst beim Endkampf wurden wir mit einem einzigartigen Missionstyp überrascht.
Drei Kartenzüge wirken bei den meist zahlreichen Gegnern auf den engen Schlachtfeldern nicht gerade üppig. Doch hier kommt das hervorragende Taktik-Gameplay ins Spiel. Wer sich die richtige Strategie zurechtlegt, kann in einer einzigen Runde viel mehr anstellen, als nur drei Karten auszuspielen.
So gibt es Karten mit der Eigenschaft Schnell, die keine Kartenaktion verbrauchen, wenn durch sie ein Gegner ausgeschaltet wird. Dann gibt es Fähigkeiten, die den betroffenen Feind zurückwerfen. Schleudern wir ihn in einen anderen Gegner, nehmen beide Schaden. Noch besser: Wir schleudern ihn in ein Umgebungsobjekt, das explodieren kann.
So nehmen wir gleich eine ganze Reihe von Zielen im Einzugsbereich mit. Es gibt weitere Umgebungsinteraktionen, wir können Dinge auf Gegner schleudern oder Objekte als Plattform für einen Sprungangriff nutzen. Alles, ohne Kartenzüge zu verbrauchen. Legt man sich also eine gute Taktik zurecht, wird man mit dem befriedigenden Gefühl belohnt, in einer Runde ordentlich was geschafft zu haben.
Quelle: 2K Games
Marvel's Midnight Suns im Test. (5)
Bösewicht Wiederverwertung
Neben diversem Kleinvieh bekommen wir es auch immer wieder mit Bösewicht-Gegnern zu tun. Feinde wie Sabertooth und Crossbone halten mehr aus und verfügen über spezielle Mechaniken. So kann Sabertooth auch während der Runde des Spielers angreifen. Außerdem haben diese Gegner in der Regel mehrere Lebensbalken. Es ist also immer eine besondere Herausforderung, solchen Bossen auf dem Schlachtfeld zu begegnen.
Schade nur, dass es davon nur eine Handvoll gibt, die im Spielverlauf immer wieder verwendet werden. Auch bei den normalen Gegnern lässt die Vielfalt besonders im ersten Akt zu wünschen übrig. In diesem Spielabschnitt tauchen nur Handlanger von Hydra auf. Ab dem zweiten Akt wird das mit der Einführung einer weiteren Gegnergruppe etwas besser, aber insgesamt hätten wir mehr Abwechslung begrüßt.
Auch die Handhabung der taktisch hervorragend gemachten Kämpfe ist nicht frei von Kritik. Am meisten hat uns gestört, dass man auf dem Schlachtfeld nicht zoomen kann. Die Kamera hängt nah am Geschehen, was der Übersicht nicht zuträglich ist. Besonders, wenn man versucht, einen Skill auszuspielen und die Auswirkungen nicht auf einen Blick erfassen kann. Es gibt zwar eine sogenannte taktische Ansicht, die man kurzzeitig nutzen kann. Die ist aber nur unwesentlich weiter rausgezoomt.
Als Belohnung für erfolgreiche Missionen winken Credits, Artefakte zur Forschung, Fähigkeiten und immer auch ein wenig von der sogenannten Gloss-Währung. Das ist neben Gold eine zweite Ingame-Währung, die primär dazu dient, kosmetische Gegenstände freizuschalten. Vor alle geht es dabei um die Alltagskleidung, die die Charaktere während ihres Aufenthalts in der Abtei tragen.
Die Klamotten können wir jedoch nicht einfach kaufen, sondern müssen sie zunächst auf verschiedenen Wegen freischalten, wie etwa durch das Aufstöbern von Schatzkisten auf dem Abteigelände. Warum man da eine doppelte Hürde - also freischalten und dann noch kaufen - eingebaut hat, leuchtet uns nicht so richtig ein.

Die Skills und Kämpfe sind jede Runde das gleiche. Das "Spielfeld" ist immer ein Quadrat ohne Ebenen mit ein paar platzierten Kisten. Die Hintergründe sind langweilig, lieblos und starr.
Die Animationen im Kampf sind nett, aber ziehen den Kampf nur in die Länge. Jeder Kampf spielt sich gefühlt gleich (Gegner irgendwo rein oder gegenschubsen und Kisten schmeißen) . Neue Gegnerwellen werden einfach so auf die Karte geworfen.
Die Abtei ist grafisch von vor 10 Jahren (ich spiele auf den höchsten Einstellungen!) und auch hier alles total lieblos platziert. Es stehen nur irgendwelche Maschinen rum wo die Helden mit den Händen drüber rumfuchteln und dann passiert was. Langweilig :( Außerdem ist die Abtei Progression total einfallslos. Man muss Skills lernen um Türen in der Abtei zu öffnen und seine Hauptbasis zu erweitern? Wer denkt sich denn sowas aus. Und es liegen einfach so irgendwelche Essenzen und ähnliches verteilt in den Ecken die man finden und aufheben soll.
Ich habe es jetzt 4x gestartet und immer wieder nach 1-2 Stunden aufgehört. Nix für mich...
Teuerster Fehlkauf 2022 bisher :(
Mal abgesehen von den Superhelden und Skillkarten musste ich beim Video immer wieder unwillkürlich an BaldursGate3 denken. Das ist auch ein taktisches RPG geworden und das Camp nutzt man aktiv um mit seinen Kameraden zu quatschen, Entscheidungen zu treffen, Beziehungen auszubauen und dadurch evtl Vorteile zu bekommen.
Wenn ich BG3 irgendwann mal in der Vollversion besitze (ja, Winter2666), dann werde ich es sicher auch mehrmals durchspielen, auch mit anderen Kameraden und mal schauen, vielleicht findet mich ShadowHeart in irgendeinem Durchlauf mal nicht komplett kacke...
Und das ist für mich halt auch Wiederspielwert. Mal schauen, ob "Midnight Suns" mich dahingehend glücklich machen kann.
Wenn man hier ein Strategiespiel erwartet, mit allem was damit zusammenhängt, ist das ein Fehler in der eigenen Erwartung und nicht ein Fehler des Spiels.
Ob man das bei M.S. jetzt als.. was ist ein "Solo-Spiel"? Lassen wir halt das Genre und nennen wir es eher wie die von dir genannten dann eher richtung Story-driven.. ist, oder doch ein Strategie-Spiel sein will, lassen wir hier mal stehen.
Aber falls ich neben einem normalen Storyfaden jetzt wirklich 10x Blades Buchclub & co. beiwohnen "muss", weil das Spiel verlangt mich mit allen anzufreunden um dadurch Vorteile zu bekommen, verfehlt es irgendwie sein Ziel oder sein eigentlichen Genre -- vielleicht auch wirklich nur für mich -- und ist wohl wirklich zuviel eine Mischung aus RPG und The Sims. Es sei denn hier ändert sich nach Entscheidung wirklich die Story, zuindest gibt es hier und da ja Entscheidungen. Da ich es noch nicht spielte sondern nur zig Reviews/Videos sah bleib ich vorerst skeptisch. Das soll aber auch niemanden den Spaß am Spiel nehmen. ;)
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Danke fürs Feedback. Bin eben noch etwas zwiegespalten, werde sicher aber später ins Game noch reinsehen. Aber etwas bin ich ebenfalls noch stutzig das man kaum Infos zu den Konsolenfassungen findet da wohl niemand einen Key dafür bekam. Mh.
Hoffe die Jungs & Mädels von Firaxis setzen sich danach wieder an XCom - man darf ja noch hoffen. :)
Der Wiederspielwert ist vermutlich nicht ganz so hoch, wie bei einem XCOM, da Story und Dialoge hier ja doch eine deutlich größere Rolle einnehmen und die verändern sich nun mal nicht.
Trotzdem bietet das Spiel meiner Meinung nach genug Experimentierspielraum, dass man in einem zweiten Durchgang bzw. im NG+ noch neue Dinge ausprobieren kann.
Ich jedenfalls freue mich schon sehr auf einen neuen Durchgang, sobald wir endlich auch Konsolenversionen bekommen. Vor allem freue ich mich dabei darauf, aus meinen Fehlern des ersten Mals zu lernen und alles noch ein wenig besser zu machen. Und dann wären da ja noch die hohen Schwierigkeitsgrade, die es zu Meistern gilt.