Marvel hatte absurde Regel für beliebten Bösewicht - "Er würde einfach reinfallen"
In den 90er-Jahren hatte Marvel eine ziemlich absurde Regel für einen der beliebtesten Bösewichte.
Die Partnerschaft zwischen Marvel und Capcom reicht mittlerweile einige Jahrzehnte zurück und brachte in dieser Zeit zahlreiche Klassiker wie Marvel vs. Capcom hervor. Mittlerweile vertraut Marvel dem japanischen Entwickler so sehr mit den IPs, dass sie im Endeffekt völlige Narrenfreiheit bei der Umsetzung der verschiedenen Marvel-Charaktere haben.
Das war jedoch nicht immer der Fall, wie wir durch ein Interview von Time Extension mit dem ehemaligen Localization Lead von Capcom, Takuya Shiraiwa, erfahren haben. Als sich die beiden Firmen in den 90ern noch in der Kennenlernphase befanden, war es Marvel nämlich ziemlich wichtig, wie ihre Charaktere dargestellt werden.
"Zu schwer zum Springen": Die absurdeste Marvel-Regel der 90er
Laut Shiraiwa war etwa die Entwicklung von X-Men: Children of the Atom ziemlich herausfordernd, da Marvel einige äußerst spezifische Regeln für die Charaktere, ihr Verhalten und ihre Persönlichkeiten hatte - und die wohl absurdeste gab es hier bei Juggernaut:
"Als wir mit der Arbeit an den Figuren begannen, reichten wir normalerweise alle Charakteranimationen auf Videokassette ein, um die Freigabe zu erhalten. Und als wir Juggernaut vorlegten, sagten sie: Nein, Juggernaut kann nicht springen. Er ist zu schwer."
Juggernaut ist der Stiefbruder von Professor X und ein ziemlich wichtiger X-Men-Schurke, der seine Kräfte durch einen dämonischen Edelstein erhielt und dadurch unaufhaltbar wurde. Mir fällt spontan kein Comic ein, in dem man Juggernaut tatsächlich springen sieht, aber eben auch keiner, in dem es explizit heißt, dass er aufgrund seines Gewichts gar nicht springen kann.
Wieso dieser Aspekt für Marvel so wichtig war, ist leider nicht bekannt, doch bei dem X-Men-Spiel handelt es sich um ein recht klassisches Fighting-Game, weswegen Juggernaut quasi springen können musste.
"Ich war damals so etwas wie ein Vermittler. Ich erinnere mich, dass ich ihnen Folgendes vorbrachte: Okay, aber was macht er, wenn er ein großes Loch vor sich sieht? Eine riesige Lücke? Wird er dann springen können? Aber sie sagten: Nein, in dem Fall fällt er einfach in das Loch und rennt weiter, sobald er landet."
Quelle: Capcom
Marvel vs Capcom - Juggernaut vs Hulk
Letztendlich hat Capcom die Diskussion doch gewonnen, und nachdem die Marvel-Spiele dann auch noch ziemlich erfolgreich waren, hat ihnen Marvel einen Freifahrtschein für zukünftige Titel gegeben. Wenn man sich die heutige Lage mit Spielen wie Marvel Rivals anschaut, ist es wohl ein wenig lustig, wie streng Marvel damals war.
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