Mafia 3 Gamescom-Vorschau: Release, Held und Schauplatz
Ein neuer, dunkelhäutiger Held, New Orleans als lebendige Spielwelt mit vielen Nebenmissionen und ein ungewohntes KI-Helfer-System: Das ist Mafia 3! Wir haben erstmals Gameplay aus dem Actionspiel gesehen und verraten euch in unserer Vorschau, wie gespannt Mafia-Fans auf den Release im Jahr 2016 sein dürfen.
Am Anfang unserer gamescom-Vorschau zu Mafia 3 steht die Frage: Was ist eigentlich aus Joe geworden?
Wissenswertes zur Gamescom 2016:
Am Ende von Mafia 2, diesem heiß erwarteten, letzlich aber milde enttäuschenden Actionspiel von 2010, verschwand unser beleibter NPC-Gefährte spurlos. Die abrupte Schlusssequenz, die so viele Fragen offen ließ, sorgte für viele enttäuschte Gesichter bei den Fans der story-lastigen Mafiosi-Reihe. Sechs Jahre später könnten die Spieler zumindest eine Antwort bekommen: Joes Schicksal wird in Mafia 3 aufgeklärt. Und noch ein alter Bekannter taucht im für 2016 angekündigten Nachfolger auf:
Vito Scaletta, Protagonist von Mafia 2.
Mafia 3: Viererteam ohne Koop-Modus
Der Held von Mafia 3 ist jedoch ein anderer. Lincoln Clay heißt er, der Sohn eines gemischt-rassigen Pärchens. Dunkle Haut, bewegte Vergangenheit: Lincoln ist Vollwaise, diente als US-Soldat in Vietnam, kehrt nach dem Krieg nach New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana zurück. Wo er natürlich unweigerlich dem organisierten Verbrechen beitritt, dem sogenannten Black Mob. 1968 ist das, der Startschuss für Mafia 3. Von da an soll eine gewohnt filmisch erzählte Geschichte Lincolns Aufstieg und seinen plötzlichen Fall erzählen: Die italienische Mafia macht mit dem Black Mob kurzen Prozess und Lincoln sinnt auf Rache gegen die Gentlemen-Gangster. Dabei stehen ihm drei Verbündete zur Seite. Einer davon: ein sichtlich gealterter Vito Scaletta.
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Schusswechsel erinnern stark an Mafia 2, wurden aber um die Exekutionen aus Tomb Raider ergänzt.
Quelle: 2K Games
Zusammen mit der afro-amerikanischen Cassandra (inklusive historisch korrekter Afro-Frisur) und dem Schnauzbartträger Burke stellt Vito wenn benötigt Hilfe zur Verfügung. Kontaktieren lassen sich die KI-Kameraden (die übrigens nicht als Schablonen für einen Koop-Modus gedacht sind) per Telefonzelle, etwa wenn Lincoln die Polente auf den Fersen ist. Dann können wir Gefallen einfordern und etwa Vito die Polizei bestechen lassen. Alternativ rufen wir ein Scharfschützenteam oder ein paar Schläger, die sich uns für kurze Zeit anschließen. Selbst ein Drive-by-Shooting lässt sich ordern. Abseits spezieller Missionen bekommen wir unsere drei Verbündeten aber wohl nicht zu Gesicht, sie begleiten uns nicht selbst im Kampf oder lassen sich gar herumordern. Mafia 3 wird kein Team-Shooter, ihr seid alleine unterwegs. Damit erteilt 2K Games auch eine Absage an ein Charakter-Wechsel-Feature wie in Grand Theft Auto 5.
Noch nicht ganz klar ist, wie oft wir solche Hilfsaktionen abrufen dürfen und welche Ressource dabei verbraucht wird. Momentan stehen wir der ganzen Sache so noch skeptisch gegenüber. Dieses jederzeit verfügbare, sehr Videospiel-artige "Hilf mir aus der Patsche"-Ass in Lincolns Ärmel will mit seinem Aufruf per Menü nicht so recht in die ansonsten äußerst glaubwürdig gestaltete, mit vielen Details ausgestattete Welt von New Orleans passen.
Mafia 3 Video-Preview
Mafia 3: New Orleans als Schauplatz
Die Atmosphäre der späten 60er und frühen 70er spiegelt sich wunderbar in der hübschen Stadt am Mississippi wieder. Abstecher in den nahen Sumpf, das sogenannte Bayou, sind fest eingeplant, etwa zur Leichenbeseitigung wie im Ankündigungstrailer. Alle bekannten Landmarken sind vorhanden, so etwas das legendäre French Quarter mit seiner wunderschönen, französisch beeinflussten Architektur. Hierhin transportiert uns auch die Gameplay-Demo, für die wir gut 20 Minuten lang Lincolns Weg durch New Orleans verfolgen. Es ist Abend und auf den Straßen und Gehwegen tummeln sich immer noch etliche Passanten. Lincoln läuft an Jazz-Bars vorbei, aus denen Saxophon-Musik dringt, woanders spielen die Rolling Stones. Schon jetzt ist klar: Der Soundtrack von Mafia 3 wird wieder ganz große Klasse, vielen Original-Songs aus der Epoche sei Dank.
Entsprechend der Zeitepoche kommt es immer wieder zu unschönen Szenen, wenn etwa weiße Polizisten schwarze Anwohner schikanieren.
Quelle: 2K Games
Grafisch wirkt Mafia 3 dagegen noch nicht so umwerfend, wie es die Screenshots suggerieren und wir das auch erwartet hätten. Abseits der sehr hübschen Lichteffekte sieht Mafia 3 "nur" gut aus, eben wie eine konsequente Weiterentwicklung der Mafia 2-Engine. Besonders manche Umgebungstexturen könnten ein paar zusätzliche Details vertragen. Das schreiben wir momentan aber noch dem frühen Stadium der (spielbaren) Version zu, genauso wie die plastikartigen Gesichter mancher Charaktere und die fehlende Reaktion von Passanten auf wild durch die Straßen bretternde Autos während einer spektakulären Verfolgungsjagd zwischen zwei Gangsterbanden. Zumindest der ein oder andere entsetzte Schrei wird doch wohl drin sein?!
Die gelassenen NPCs sollten sich ein Beispiel nehmen an einer Dame, die im Untergrund-Club "The Cistern" schreit wie am Spieß. Sie hat auch allen Grund dazu, immerhin hat Lincoln gerade den dortigen Gangster-Boss umgelegt und damit einen epischen Shootout mit zahllosen Mafiosi provoziert. Das Ganze ist keine Story-Mission (obwohl es die freilich auch geben wird), sondern lediglich einer von vielen Nebenaufträgen, denen das neue Entwicklerstudio Hangar 13 in Zusammenarbeit mit den Mafia 2-Entwicklern von 2K Czech dieses Mal besondere Aufmerksamkeit widmen will.

Also war mir das im Endeffekt zu wenig Max Payne und zuviel Call of Duty. Das war irgendwie wie die Steigerung der Rambo Filme: 1. Teil 1 Toter 2. Teil 30 etc, you catch the drift?
Für mich hat sich beispielsweise Max Payne definiert über eine nächtliche Großstadt im Regen, über Graphic-Novel-Zwischensequenzen, über Düsternis, Schmutz und einen atmosphärischen Soundtrack. MP3 hat sich davon derart weit entfernt, dass es für mich einfach kein MP mehr war. Mafia 3 beschreitet hoffentlich nicht denselben Weg.