MMO-Februar 2026: WoW Midnight, Drama um Ashes of Creation und mehr
Im kürzesten Monat des Jahres schien es fast so, als ob die MMO-Konkurrenz lieber einen großen Bogen um den Genre-König WoW (im Westen) machen wollte. Entsprechend gab es diverse kleinere Neuerungen; aber auch Drama bei einer großen Hoffnung.
Das Jahr der MMORPGs schreitet mit gefühlter Lichtgeschwindigkeit voran - wo ist nur die Zeit geblieben? Eben noch hat man in verschneiten Landschaften Winterfeierlichkeiten genossen, Geschenke verteilt und an saisonalen Events teilgenommen, und schon wurde mit großem Tamtam das neue Mondneujahr eingeläutet. Natürlich ließen sich viele Online-Rollenspiele diese Gelegenheit nicht entgehen und feierten mit thematisch passenden Events.
Was hat sich im Genre darüber hinaus getan? Wir haben uns erneut durch Patchnotes, Entwicklerstatements und Community-Diskussionen gearbeitet, um die großen Highlights wie die kleineren, aber nicht minder interessanten Details der MMO-Welt für euch zusammenzutragen und einzuordnen.
Auf den ersten Blick könnte man durchaus den Eindruck gewinnen, dass das Genre in den vergangenen Wochen ein wenig den Atem angehalten hat. Wirklich große Content-Patches oder überraschende Ankündigungen waren eher selten. Dieser Eindruck kommt aber nicht von ungefähr: Ende Februar richteten sich die Augen auf WoW. Wir und viele andere Fans konnten so einen echten Berg an neuen Inhalten, frischen Herausforderungen und coolen Neuerungen genießen.
World of Warcraft: Midnight
Das Jahr ist noch kaum angelaufen, da gibt es für die MMO-Welt ganz klar eines der großen Highlights. Denn für den Platzhirsch WoW ist die neue Erweiterung Midnight gestartet. Während der vollständige Launch für alle Spieler natürlich der 3. März war, konnten Käufer der Epic Edition bereits in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar loslegen.
Der Frühstart ist für die absoluten WoW-Begeisterten, die sich von Launch-Problemen nicht abschrecken lassen - und wer kann es ihnen verübeln? Schließlich können sie so schon drei Tage früher etwa in der überarbeiteten Blutelfen-Metropole Silbermond flanieren, brandneue Tiefen erforschen, schicke Ausrüstung freischalten und die spannende Geschichte der Erweiterung erleben.
Quelle: Blizzard
MMO-Februar 2026: WoW Midnight, Drama um Ashes of Creation und mehr
Aber keine Sorge, den krassen Vorsprung fürs Endgame haben sie trotzdem nicht, weil die erste Saison mit Mythisch Plus sowie Raids und härteren Tiefen eh erst später kommt. Erst ab dem 18. März öffnen etwa die Raids Leerensturm und Traumspirale ihre Pforten, aber nur mit den Schwierigkeitsgraden Normal und Heroisch.
Ab diesem Tag könnt ihr auch die Großzügigen Tiefen und alle Dungeons von Saison 1 auf Heroisch und Mythisch in Angriff nehmen. Zum Beispiel kehrt dann Himmelsnadel zurück. Erst am 25. März folgen dann Mythisch-Plus-Dungeons und die Mythic Raids für Leerenspitze und Traumriss.
Dass Blizzard mal wieder gleichzeitig Schlachtzüge veröffentlicht, ist eine der großen Besonderheiten der Erweiterung, aber längst nicht die einzige. Obendrein könnt ihr zum Beispiel für die Klasse Dämonenjäger auf eine neue Spezialisierung in Form des Verschlingers zurückgreifen, der euch auf Distanz kämpfen lässt. Aber ihr dürft auch fürs Volk der Leerenelfen über eine Quest in K'aresh Zugang zu den Dämonenjägern freischalten - eine krasse Neuerung, denn seit dem Release der Klasse vor knapp zehn Jahren konnten eigentlich nur Blutelfen und Nachtelfen zu Dämonenjägern werden.
Quelle: Blizzard
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Perfekt dazu passt das neue Transmog-Feature, mit dem ihr nicht mehr ständig bestimmte Items mit neuen Looks versehen müsst, sondern ganz einfach entscheidet, wie bestimmte Klamotten aussehen, egal, wie oft ihr ein neues Item in diesem Slot ausrüstet. So zahlt ihr zum Beispiel nur einmal, um eure Handschuhe, Helme, Stiefel & Co. optisch festzulegen.
Das große Aushängeschild von Midnight ist aber das Housing, mit dem Vorbesteller schon seit Längerem ihren Spaß hatten. Wir dürfen uns in den nächsten Updates und auch in kommenden Erweiterungen über weitere Inhalte wie Deko-Items für unser virtuelles Eigenheim freuen!
Ashes of Creation: Asche zu Asche
Ein Schock für die einen, für andere leider keine große Überraschung: Ashes of Creation - eines der ambitioniertesten MMO-Projekte der letzten zehn Jahre - steht offenbar vor dem Aus.
Quelle: Intrepid Studios
MMO-Februar 2026: WoW Midnight, Drama um Ashes of Creation und mehr
Über Jahre hinweg wurde das Spiel als mögliche "Rettung" des Genres gehandelt. Viele Fans hatten riesige Hoffnungen. Manche investierten sogar mehrere Hundert Dollar, um die Entwicklung zu unterstützen und Teil von etwas Großem zu sein - einem MMO, das alles besser machen sollte.
Doch kurz nach dem Early-Access-Start im Dezember kam der Bruch. Studiogründer und Creative Director Steven Sharif trat zurück. In einer kryptischen Nachricht im offiziellen Discord nannte er interne Streitigkeiten und "ethischen Protest" als Grund.
Kurz darauf folgten allerdings schwere Vorwürfe: Es geht um mögliche Veruntreuung von Millionenbeträgen. Außerdem steht im Raum, dass Sharif - anders als jahrelang betont - wohl doch nicht sein eigenes Geld in die Entwicklung gesteckt haben soll.
Für die Entwickler des Spiels selbst ist die Geschichte so oder so tragisch ausgegangen: Ihr Studio wurde geschlossen, sie alle haben ihren Job verloren. Und auf Steam ist Ashes of Creation inzwischen nicht mehr verfügbar - ob es je zurückkehrt, ist fraglich.
Rund 120 Millionen Dollar sollen insgesamt in das gescheiterte Projekt geflossen sein. Und statt als große Hoffnung für MMO-Fans in Erinnerung zu bleiben, droht Ashes of Creation vor allem ein Beispiel dafür zu werden, wie schnell jahrelanger Hype in sich zusammenfallen kann.
Guild Wars 2: Feature-Frust statt Fashion-Freude
Der Februar hat den Fans von Guild Wars 2 das erste große Update seit dem Release der neuen Erweiterung gebracht. Doch statt eines neuen Gebiets oder zusätzlicher Story standen diesmal die Gameplay-Systeme im Fokus.
Mit dabei: ein neuer Schlachtzug-Boss und die Einführung der Quickplay-Raids. Außerdem wurde das Transmutations-Feature überarbeitet und um eine Speicherfunktion für verschiedene Looks erweitert.
Quelle: Arenanet
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Doch genau dieses Feature kam schlecht an. Was eigentlich als heiß erwartetes Upgrade gedacht war, sorgte für Frust. Viele Spieler empfinden die neue Funktionsweise für Transmutation als klobig, kritisieren die unübersichtliche Menüführung - und bemängeln, dass kleine Änderungen am Look jetzt deutlich länger dauern.
Immerhin: Die Entwickler haben das Feedback aufgenommen. Denn in den kommenden Monaten sollen Verbesserungen folgen, um das System schlanker und zugänglicher zu machen. Dass diese Anpassungen allerdings mehrere Monate brauchen, sorgt in der Community für Verunsicherung. Hat das Studio schlicht zu wenig Ressourcen für scheinbar einfache Lösungen? Das wissen wohl nur die Verantwortlichen bei ArenaNet.
Diablo: Große Content-Welle, neue Klasse nach 25 Jahren
Die Entwickler von Blizzard konnten im Februar nicht nur für Warcraft-Hype sorgen, sondern auch mit News zum Quasi-MMO Diablo 4. Denn endlich wurde die neue Klasse enthüllt, die neben dem Paladin Teil der kommenden Erweiterung Lord of Hatred ist.
Hexenmeister sind das finstere Gegenstück zu den Lichtrittern und können je nach Spielweise selbst zu dämonischen Kämpfern oder mächtigen Minion-Meistern mit einer kleinen Armee aus Monstern werden.
Quelle: Blizzard
Nicht nur in Diablo 4 und Diablo 2 Resurrected - Hexenmeister sind auch Teil von Diablo Immortal.
Damit aber noch nicht genug: Blizzard hat den Hexenmeister einfach mal für Diablo 4, Diablo Immortal und sogar Diablo 2 Resurrected enthüllt! In letzterem ist er inzwischen schon eine Weile spielbar und sorgt für viel Spaß. Das Ganze ging Hand in Hand mit einem Steam-Release von Resurrected.
Der Fokus von Blizzards Enthüllungen lag aber auf Diablo 4, das mit der neuen Erweiterung noch andere coole Features bekommt. So auch den lang gewünschten Lootfilter, eine Überarbeitung des Skillbaums, aber auch sogenannte Kriegspläne. Diese lassen euch quasi Playlists an Endgame-Herausforderungen basteln, die wiederum eigene Talentbäume aufweisen.
All diese Neuerungen erinnern angenehm an Last Epoch und Path of Exile, die ebenfalls zu den beliebtesten Vertretern des Genres zählen. Blizzard macht wohl wieder das, was es am besten kann: spannende Features kopieren und dann fantastisch umsetzen.
BitCraft: Wipe und Preissenkung
BitCraft, das knuffige MMO im Early Access, ist Ende Februar in die Phase 2 vom Early Access übergegangen. Dabei gab es erst einmal ordentlich Verwirrung in der Community, weil die Entwickler sich etwas unklar ausgedrückt hatten, wie genau der "Wipe", also das Zurücksetzen des Spielerfortschritts, ablaufen würde.
Aber nach einer Umfrage, in der die Community das letzte Wort hatte, gab es dann endlich Klarheit: Early Access 2 bringt eine frische Spielwelt, in der noch nichts erbaut und erobert ist, Spieler dürfen im selben Zug ihre Erfahrungspunkte mitbringen, wenn sie wollen. Auch Premium-Cosmetics, Währungen, Titel und Items bleiben erhalten.
Quelle: Blizzard
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Wer seinen Namen ebenfalls behalten will, muss ihn bis zum 27. März reservieren. Wer bislang noch nicht in BitCraft geschaut hat, bekommt neuerdings mehr Anreiz: Der Kauf des Spiels auf Steam bringt euch zwar keine Ingame-Währung mehr ein, dafür kostet die Basis-Edition von BitCraft jetzt 14 statt zuvor 26 Euro.
Project Gorgon trumpft mit Retro Vibes und Indie-Charme
Zwar ist Project Gorgon schon im Januar offiziell erschienen, doch der überraschende Indie-Hit gewinnt weiterhin neue Spieler - mit ständig steigenden Spitzenwerten bei den Nutzerzahlen im Februar.
Kein Wunder: Nach fast einem Jahrzehnt Early Access ist das Herzensprojekt des kleinen Entwicklerteams Elder Game endlich in Version 1.0 angekommen. In klassischer Third-Person-Ansicht erkundet ihr eine offene Fantasy-Welt, die stark an Online-Rollenspiele der frühen 2000er erinnert - inklusive sperriger Benutzeroberfläche und bewusst altmodischer Präsentation. Der Fokus liegt klar auf spielerischer Tiefe statt Grafikpracht.
Statt fester Klassen setzt Project Gorgon auf ein extrem freies Skillsystem mit Dutzenden kombinierbaren Fähigkeiten - von Schwertkampf und Nekromantie bis hin zu Kochen, Psychologie oder sogar einem Dasein als Kuh. Viele Skills beeinflussen sich gegenseitig, Quests lassen sich oft auf ungewöhnliche Weise lösen, und selbst der Tod ist Teil der Progression.
Dazu kommen komplexe NPC-Beziehungen, Fraktionen und eine Welt, die neugieriges Erkunden belohnt. Wer entschleunigtes, forderndes Oldschool-MMO-Design mit Ecken und Kanten sucht, findet hier einen echten Geheimtipp.
Destiny 2 in der Krise
Eigentlich sollte im März das nächste große Update für Destiny 2 erscheinen. Doch jetzt hat Bungie angekündigt: Shadow and Order verschiebt sich um ganze drei Monate und kommt erst am 9. Juni 2026. Der Grund? Laut Entwickler befindet sich das Update in einer umfassenden Überarbeitung, die sie um noch mehr Neuerungen erweitert.
Quelle: Bungie
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Geplant sind die angekündigten Waffen-Tier-Upgrades, aber auch neue Gear-Stufen für sämtliche Raids und Dungeons sowie Pantheon 2.0. Auch exotische Rüstungen sollen mit Tier-5-Werten deutlich interessanter werden. Klingt erst mal nach einem ordentlichen Paket - vor allem für Endgame-Fans von Destiny 2.
Bis Juni müssen sich Hüter aber mit Routine-Updates begnügen: Bugfixes, Performance-Tweaks, Hüter-Spiele im März und häufigere Eisenbanner im April stehen auf dem Plan. Große neue Inhalte? Fehlanzeige.
In der Community sorgt die Verschiebung für gemischte Gefühle. Einige freuen sich über mehr Feinschliff, andere befürchten, dass die Spielerzahlen bis zum Release weiter einbrechen. Die Steam-Zahlen fallen seit Monaten konstant. Gleichzeitig steht Bungie unter Druck, denn Sony enthüllte finanzielle Einbußen durch die schwächelnde Performance. Ob Shadow and Order die Wende bringt, wird sich im Juni zeigen.
