Lomo - The Language of Many Others: Filmrezension zum Coming-of-Age-Drama
Julia Langhofs Coming-of-Age-Drama "Lomo - The Language of Many" ist sowohl ihr Abschlussfilm auf der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin gewesen als auch ihr Regiedebüt, welches 2017 unter anderem mit dem FIRST STEPS Award in den Kategorien "Michael-Ballhaus-Preis für KameraabsolventInnen" und "Götz-Georg-Nachwuchspreis" ausgezeichnet wurde. Langhofs Debütdrama behandelt den Realitätsverlust, den die Jugend heutzutage durch die permanente Mediennutzung erleidet.
Karl führt augenscheinlich ein perfektes Leben. Seine Eltern sind glücklich und seine Schwester arbeitet zielstrebig auf den Schulabschluss hin. Nur Karl selbst scheint ziellos durch das Leben zu driften. Seine einzige Leidenschaft ist sein Blog "The Language of Many Others", wo er Videos aus seinem Alltag postet. Als er sich in die rebellische neue Klassenkameradin Doro verliebt und die Liebe nicht erwidert wird, kommt es zu einem Eklat, der das behütete Leben der beiden und ihrer Familien aus der Bahn zu werfen droht.
Was wie eine typische Coming-of-Age-Story beginnt, nimmt schnell düsterere Züge an, welche die Stolperfallen und Bösartigkeiten des Social-Media-Zeitalters oftmals durchaus effektiv darstellt. Andererseits handelt der Film mit altbekannten Klischees des gutbügerlichen Gesellschaftsbildes, in dem Eltern ihre Kinder vernachlässigen und die Kinder sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen, ohne etwas Neues hinzuzufügen.
FAZIT:
Gut gespieltes Porträt der Social-Media-Generation, das aber häufig in altbekannte Klischees abdriftet.
