Live A Live im Test: Das JRPG für alle, die keine JRPGs mögen - Seite 4

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Test Nicolai Brülke - Autor Katharina Pache - Autorin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Live A Live im Test: Das JRPG für alle, die keine JRPGs mögen - Seite 4
Quelle: Square Enix

Als Remake des 1994 exklusiv in Japan erschienen JRPGs gibt es Live A Live seit dem 22. Juli auf Nintendo Switch und somit auch im Rest der Welt. Was die Neuauflage des so gut wie unbekannten SNES-Titels zu bieten hat, erfahrt ihr in unserem Test + Video.

Dass ein Spiel von 1993 ein Remake bekommt - noch dazu eins, das nur in Japan erschien -, ist nicht gerade gewöhnlich, im Fall von Live A Live aber auf jeden Fall eine Bereicherung. Denn sonst wären die meisten nie in den Genuss dieses einzigartigen JRPGs gekommen. Auch, wenn das Original damals mit seinen ungefähr 20 Stunden Spielzeit als "zu kurz" und "technisch schlecht umgesetzt" verurteilt wurde. Das Remake rückt das alles gerade. Die einzelnen Storys und Szenarios spielen sich komplett eigenständig und trotzdem vermitteln sie das gleiche Spielgefühl.

Die Charaktere sind toll geschrieben und die Geschichten und Plottwists sorgen immer wieder für Überraschungen. Außerdem merkt man die Liebe zum Detail, die in die Entwicklung geflossen ist. Ein Beispiel ist die primitive Sprache der Urzeit über die altertümlichen Redeweisen des Mittelalters bis hin zur Protokollsprache der Zukunft. Die Settings sind authentisch und voller Charme, aber auch realistisch und dramatisch. Die Vertonung ist gut gelungen und wird durch verschiedene Akzente passend übermittelt.

Unbekanntes Meisterwerk

Technisch ist der Titel über jeden Zweifel erhaben. Bugs oder Glitches gab es keine und die HD-2D-Grafik ist, wie man es von anderen Werken mit diesem Look bereits kennt, wunderschön. Gekrönt wird das alles vom grandiosen Soundtrack, der wie beim Original von niemand anderem als Yōko Shimomura komponiert wurde, die vorwiegend durch die Musik von Kingdom Hearts und Final Fantasy Bekanntheit erlangt hat.

Trotzdem gibt es natürlich keine perfekten Spiele. So hat auch Live A Live ein paar minimale Schwächen. Zum einen kommen die deutschen Textboxen nicht immer hinter der Sprachausgabe her. Wenn man die Dialoge einfach durchlaufen lässt, passiert es oft, dass sie schon vor dem Ende einer Sprechblase zur nächsten springen, ohne, dass man den Text darin vollständig lesen kann.
Eine weitere Macke zeigt Live A Live beim Levelsystem. Da die einzelnen Geschichten kurz sind, bleiben meistens wenige Möglichkeiten zum Aufsteigen. Levelunterschiede machen sich so gut wie gar nicht bemerkbar. Außer im Japan- und im Mittelalter-Kapitel sind die Stufen eurer Charaktere irrelevant und in der fernen Zukunft gibt es sogar überhaupt keine Erfahrungspunkte.

Bildergalerie

Dazu kommt, dass sich das Spiel im letzten Kapitel gestreckt anfühlt, da man viel herumläuft und ständig aus dem nichts Feinde angreifen. Zwar bringt das viele Erfahrungspunkte in der Vorbereitung auf den finalen Boss, nervig ist es trotzdem. Doch diese kleinen Schwächen können das große Gesamtkunstwerk, das die Entwickler mit Live A Live geschaffen haben, nicht zerstören. Für ein Spiel, das mittlerweile fast 30 Jahre alt ist, strotzt es vor Innovationen und Spielspaß.

Meinung

Wertung zu Live A Live (NSW)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Wunderhübsche GrafikTolle Story, sowohl einzeln als auch im GesamtenCharaktere mit WiedererkennungswertGute SynchroAbwechslungsreiches Gameplay, wirkt trotzdem wie aus einem GussGrandioser SoundtrackGroßer WiederspielwertGute Balance zwischen den einzelnen Gameplay-Elementen
Levelsystem oft unnötigBisweilen Probleme bei Einblendung der TextboxenGegen Ende ziemlich gestreckt

Für RPG-Fans und vor allem für Genießer von Octopath Traveler oder Triangle Strategy ist dieses Spiel ein must-play. Aber auch für Genre-Unerfahrene bietet Live A Live spaßige Stunden. Ihr solltet also auf jeden Fall einen Blick darauf werfen - dank einer kostenlosen Demo ist Reinspielen kein Problem. Ihr könnt sogar euren Fortschritt übernehmen, wenn ihr euch zum Kauf entscheiden solltet.

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    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Holyangel Hobby-Spieler/in
        Das Spiel gibt es jetzt übrigens auch für den PC
      • Von Holyangel Hobby-Spieler/in
        Das Spiel gibt es jetzt übrigens auch für den PC
      • Von FYoshi Anfänger/in
        Pixelart ist nun einmal ein Kunststyle, welcher nicht jeden gefällt. Jedoch wurde massiv an dr Grafik gearbeitet, siehe auch mal dieses Video [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von DarkSamus666 Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Katharina Pache
        Ja, englische Titel in japanischen Spielen sind teilweise etwas ... merkwürdig. :B

        Ich muss auch sagen, dass mich der Release hierzulande extrem gefreut hat, das Spiel erinnert mich ein wenig an Terranigma. Und dass es keine 100 Stunden geht, kommt mir ebenfalls entgegen.
        Naja, die deutschen Namen sind da viel ärger. Die Charakternamen Sieg Wahrheit oder Neinhart Sieg bringen mich immer noch zum Schmunzeln?
      • Von Vordack Spiele-Professor/in
        Zitat von Worrel
        Aaargh! - schreit mein innerer Englisch-Sprachen-Monk.

        Im Englischen gibt es:

        to live
        - das ist das Verb "leben"

        life
        - das Substantiv "Leben"

        live
        - die Bezeichnung für eine gerade stattfindende Aufführung

        live a live
        würde also heißen:
        "lebe ein -, leben"

        Das, was es heißen SOLL, würde allerdings folgendermaßen geschrieben:
        Live a life
        "mein innerer Englisch-Sprachen-Monk" ist da mittlerweile ganz gelassen. Die Phase die Du gerade durchmachst hatte ich auch ca. 20 Jahre lang. Irgendwann ab mitte 40 wurde "mein innerer Englisch-Sprachen-Monk" gelassener.

        Beim lesen des Spieletitels dachte ich kurz "Japaner" und mein "mein innerer Englisch-Sprachen-Monk" blieb still.

        :D
      • Von Katharina Pache Freie Autorin
        Ja, englische Titel in japanischen Spielen sind teilweise etwas ... merkwürdig. :B

        Ich muss auch sagen, dass mich der Release hierzulande extrem gefreut hat, das Spiel erinnert mich ein wenig an Terranigma. Und dass es keine 100 Stunden geht, kommt mir ebenfalls entgegen.
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