Jean Seberg: Kritik zum dramatischen Biopic mit Kristen Stewart
Die Jean-D'arc Darstellerin Jean Seberg wollte ihr Image ändern und gleichzeitig etwas gutes tun. Hierfür versuchte sie sich in Bürgerrechtsbewegungen gegen die Apartheit zu engagieren. Die Folgen dessen werden in diesem Biopic aufgegriffen. Der Film startet am 26. März in die deutschen Kinos.
Sie war Ende der 50er-Jahre DIE große Entdeckung von Regisseur Otto Preminger als Jeanne d'Arc. Mit den folgenden Skandalfilmen Bonjour Tristesse (1958) und Jean-Luc Godards Außer Atem (1959) etablierte sich Jean Sebergs als Star der Nouvelle Vague, in Frankreich noch mehr verehrt als in ihrer Heimat, den USA. Rund zehn Jahre später war ihr Stern bereits wieder am sinken und Seberg fiel vielmehr durch ihr Engagement für die US-Bürgerrechtsbewegung auf - und hier setzt auch das Biopic an.
Nachdem Seberg bei einem Flug von Frankreich in ihre US-Heimat den Afroamerikaner Hakim Jamal kennen lernt, welcher der Black-Panther-Bewegung nahesteht, beginnt das FBI sie zu observieren. Als die mit dem französischen Schriftsteller Romain Gary verheiratete Seberg und der ebenfalls gebundene Jamal eine Affäre miteinander beginnen, hören die Agenten Jack Solomon und sein Partner Carl alle pikanten Details mit. Nachdem die Anweisung von ganz oben erfolgt, Seberg bloßzustellen, zieht Carl alle schmutzigen Register, während Jack Zweifel an ihrem Tun kommen. Doch da ist der Prozess, der die psychisch labile Aktrice zerstören wird, bereits ins Rollen gebracht.
So interessant der Blick hinter die Welt der Glitzerwelt des Films ist, so enttäuscht der fiktive Nebenzweig des mit sich hadernden FBI-Agenten, der wie am Reißbrett entworfen scheint und in einer völlig unglaubwürdigen Begegnung mündet. Leider reicht das überzeugende Spiel von Kristen Stewart da nicht aus, dem Film genügend Ambivalenz zu verleihen. Übrigens: Sebergs Mann Romain Gary erhielt erst 2017 mit dem (letztes Jahr um diese Zeit in unseren Kinos gelaufenen) Drama "Frühes Versprechen" sein eigenes Leinwand-Biopic. Während er sich 1980 eine Kugel in den Kopf jagte, wurde der Selbstmord seiner Frau ein Jahr zuvor seither immer wieder angezweifelt. Manch einer glaubt bis heute das FBI hinter ihrem Tod.
Fazit: Während die Titelrolle in all ihren Facetten würdig gespielt wird, kommt der Rest dieses Biopics nicht über Klischees hinaus.
