Vice - Der zweite Mann: Filmrezension zum politischen Biopic

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Szenenbild aus "Vice - Der zweite Mann"
Quelle: Universum

Dick Cheney ist ein unscheinbarer Mann, der nur durch seinen übermäßigen Alkoholkonsum und die dadurch entstehenden Prügeleien auffällt. Diese haben ihm schon seine Ausbildung an der Yale Universität gekostet und nun steht auch seine Beziehung auf dem Spiel. Seine Freundin Lynne droht ihn zu verlassen, wenn er sich nicht aufrappelt und es in seinem Leben zu etwas bringt. Nach einem Praktikum im Weißen Haus beginnt Cheney die Karriereleiter aufzusteigen und landet schließlich als Vizepräsident an der Seite von George W. Bush. Adam McKays Biopic ist bei den diesjährigen Oscars insgesamt acht Mal nominiert. Unter anderem konnte der Filmemacher eine Nominierung als "Bester Regisseur" und Christian Bale (Cheney) als "Bester Hauptdarsteller" erhalten.

Wer in der Ära Trump noch mal zwei Stunden lang Dick Cheney sehen will, darf sich "Vice: Der zweite Mann" vermutlich nicht entgehen lassen. Wir erinnern uns: Cheney war der kontroverse Vizepräsident George W. Bushs (wunderbar gespielt von Sam Rockwell), der maßgeblich für die US-Invasion im Irak 2003 verantwortlich war. Doch nur, weil jemand kontrovers ist, heißt das noch lange nicht, dass er auch interessant ist. Glaubt man der brillanten Performance von Christian Bale, dann ist Cheney ein unscheinbarer Bürokrat, ein Mann ohne Eigenschaften.

Das macht einen Film über ihn nur bedingt fesselnd, und das obwohl Regisseur Adam McKay ("The Big Short") so ziemlich jeden inszenatorischen und erzählerischen Kracher zündet (und das teils durchaus gekonnt), den er nur finden kann. Der Film schwankt jedoch recht unentschlossen zwischen Biopic und bitterböser Polit-Satire hin und her. Und trotz hervorragender Darsteller, satirischer Momente und einem ungeheuren filmischen Einfallsreichtum bleibt Dick Cheney - ganz unabhängig von der eigenen politischen Gesinnung - schlichtweg eine farblose Hauptfigur.

FAZIT: Trotz toller Performances und einfallsreicher Regieführung eignet sich ein Dick Cheney einfach nicht für einen mehr als zweistündigen Film.

Wertung zu Vice - Der zweite Mann (Film)

Wertung:

6.0 /10
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