Pferde stehlen: Kinokritik zur norwegischen Literaturverfilmung
Schauspielgröße Stellan Skarsgård gibt sich mal wieder in einer heimischen Produktion die Ehre: "Pferde stehlen" des norwegischen Regisseurs Hans Petter Moland ist ein Drama, das auf dem preisgekrönten Roman "Ut og stjæle hester" des Schriftstellers Per Petterson basiert. Kinostart des Films ist am 21. November.
In der Komödie "Ein Mann von Welt", dem Rache-Thriller "Einer nach dem anderen" sowie dessen US-Remake "Hard Powder" setzte der Norweger Hans Petter Moland viele originelle Regie-Spitzen. Bei "Pferde stehlen" nach dem 2013er Roman "Out Stealing Horses" erzählt er eine vergleichsweise ruhige Geschichte, die im Sommer 1948 und im Winter 1999 spielt. Der eine Strang zeigt den gealterten Trond (Skarsgård), der nach langer Abwesenheit in sein Heimatdorf zurückkehrt, im anderen verbirgt der junge Trond (Jon Ranes) einen prägenden Sommer in den Bergen, wo er mit seinem Vater Holz fällt.
Auf den ersten Blick schaltet Moland mit dem Drama einen Gang zurück, zumal er auf den für ihn typischen schwarzen Humor verzichtet. Zugleich setzt er aber nicht nur auf den literarisch aufgebauten Plot oder den ausgewählten Cast, sondern erneut auch auf die Mittel des Kinos. Das Sounddesign betont die omnipräsente Natur, und die Kamera rückt gern so nah heran, dass man das frische Holz fast riechen kann. Die Handlung entwickelt sich oft wortlos, wobei das Finale etwas langatmig ausfällt.
Fazit: Das Ende könnte früher auf den Punkt kommen, der Weg dahin gefällt aber mit eindrücklichem Spiel und atmosphärischen Naturbildern.
