Vorhang auf für Cyrano: Filmrezension zum französischen Biopic
1897 in Paris: Die bisherigen Theaterstücke des jungen Edmond Rostand erwiesen sich als Misserfolge. Das nagt nicht nur am Selbstbewusstsein des Bühnenautors, sondern auch an der Fähigkeit, seine Familie zu unterhalten. Eine Freundin stellt ihm den berühmten Komödianten Constant Coquelin, gespielt von Olivier Gourmet, vor, der nicht davon ablässt, in seinem nächsten Stück zu spielen. Das Problem: "Cyrano de Bergerac" soll bereits in drei Wochen aufgeführt werden und bislang steht nur der Titel fest. Das Biopic mit Regie von Alexis Michalik.
Paris um die Jahrhundertwende: Der junge Bühnenautor Edmond Rostand ist am Tiefpunkt. Sein letztes Versdrama wurde trotz Besetzung mit der berühmten Sarah Bernhardt zerrissen. Als ihm der Kontakt zu einem renommierten Komödianten hergestellt wird, ist Edmond plötzlich im Zugzwang, innerhalb von drei Wochen ein historisches Lustspiel zu verfassen. Spontan beginnt er, sich mehr und mehr von Ereignissen aus seiner direkten Umgebung inspirieren zu lassen, darunter auch der (bis dahin) unerwiderten Liebe eines Freundes. Das Ergebnis: das Stück Cyrano de Bergerac.
Alexis Michaliks Langfilmdebüt zeigt sich als leichtgängiges Biopic in Form einer Liebeserklärung an das Theater. Allerdings stimmt das Timing nicht immer, werden manche Szenen zu sehr ausgewalzt und hätte der Film etwas gestrafft werden dürfen. Doch der humorvolle Ensemblereigen verströmt auch die magische Atmosphäre eines Midnight in Paris. Für alle, die einmal etwas über den Mann hinter dem berühmten Versdrama wissen wollten.
FAZIT: Keine Komödie zum Schlapplachen, sondern ein sanfthumoriges, fantasievolles Verweben von realer Figur und dessen Kreation
