Der Fall Collini: Review zum Justiz-Drama mit Elyas M'Barek
Elyas M'Barek spielt den Anwalt Caspar Leinen, der sich in seiner jungen Karriere als Pflichtverteidiger schon einem schwierigen Fall stellen muss. Bei dem Fall handelt es sich um die scheinbar grundlose Ermordung des Großvaters seiner Jugendliebe und gleichzeitig den Mann, der wie ein Vater für ihn war. Ihm gegenüber steht ein ehemaliger Professor.
Berlin 2001: Der unerfahrene Anwalt Caspar Leinen wird als Pflichtverteidiger des Gastarbeiters Fabrizio Collini bestellt. Dieser hat den Industriellen Hans Meyer ermordet und sich danach gestellt, schweigt aber eisern zum Motiv. Verkompliziert wird der Fall, weil es sich beim Opfer um Leinens Ziehvater handelt, dessen Enkelin seine Jugendliebe war. Vor Gericht schweigt Collini weiter, während Leinen auf der Suche nach dem Motiv eine bittere Wahrheit aufdeckt.
Thematisch ist Der Fall Collini nach dem Roman von Ferdinand von Schirach zweifelsohne interessant, immerhin hängt der Prozess mit einem bedenkenswerten Justizskandal zusammen. Die Regie von Marco Kreuzpaintner (Beat) bleibt derweil hinter der inhaltlichen Relevanz zurück. Einerseits inszeniert Kreuzpaintner dröge-schematisch, andererseits lässt er reichlich Pathos einfließen - eine merkwürdige Mischung. Der Score diktiert dabei mit einiger Penetranz die angepeilten Reaktionen. Am Ende steht ein solider Film mit einem insgesamt guten Cast um Elyas M'Barek, der die Gerechtigkeit des Justizsystems hinterfragt.
Fazit: Hochglanz-Justizdrama mit sehr lohnenswerter Thematik, aber durchwachsener Umsetzung.
