They Shall Not Grow Old: Review zu Peter Jacksons Doku über den Ersten Weltkrieg

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Szenenbild aus "They Shall Not Grow Old"
Quelle: Warner

Peter Jackson hat sich als Genie hinter den "Herr der Ringe"-Filmen sowie "King Kong", "Braindead" etc. auf Spielfilm-Ebene längst schon einen Namen gemacht. Nun sehen wir die erste wirkliche Dokumentation von ihm. Für "They Shall Not Grow Old" wurden Originalaufnahmen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs digital restauriert und geben somit Einblicke in die Zeit, die es so noch nie gegeben hat.

Wer die Chance hat, Peter Jacksons neuen Dokumentarfilm They Shall Not Grow Old auf der Leinwand zu sehen, sollte dies unbedingt tun. Schon als Kind war Jackson vom Ersten Weltkrieg fasziniert, so wurde er zum hundertsten Jubiläum des Waffenstillstands von Historikern des Imperial War Museum in England angesprochen - man habe noch Hunderte von Stunden nie verwendeten Archivmaterials von der Westfront, ob Jackson etwas Interessantes damit machen könne? Und wie! Was Jackson und sein Team von Weta Digital und Park Road Studios damit gemacht haben, grenzt an ein technologisches Wunder. Zuerst haben sie das Filmmaterial auf 24 Bilder pro Sekunde neu gerendert, haben alle Kratzer und Filmrisse retuschiert und die Aufnahmen dann ins IMAX-Format aufgeblasen. Jackson ist an die Schlachtfelder gereist, um digitale Fotos zu machen, anhand der Farbwerte wurden dann die Bilder im Computer authentisch nachkoloriert. Forensische Lippenleser haben schließlich mittels des Materials ablesen können, was von den Personen damals gesagt wurde, so konnte man den Film mit Schauspielern nachsynchronisieren. Um das Rattern und Wummern der Kanonen glaubwürdig zu gestalten, hat das Team echte Kriegsgeräte aus dem Ersten Weltkrieg abgefeuert und deren Geräusche für den Film aufgenommen. Zum Schluss hat Jackson dem Material im Schnitt eine narrative Struktur verliehen und dabei einen Film gestaltet, der unter die Haut geht wie ein Horrorfilm. Man erlebt mit, wie britische Soldaten - viele von ihnen gerade mal 15, 16 Jahre alt - in einen gnadenlosen Grabenkrieg geschickt werden und sich in eine tödliche Großoffensive stürzen müssen. Man ist unmittelbar dabei, man lernt sie kennen, man begreift den Ersten Weltkrieg und seine unfassbare Brutalität neu. Viele der Aufnahmen sind herzzerreißend, denn die Angst in den Gesichtern dieser Jungen ist echt. Am Ende der Vorführung gab es Tränen und Schweigen. Und dann tosenden Applaus. Er war wohlverdient. They Shall Not Grow Old ist ein Meilenstein in der Filmgeschichte und neben der Tolkien-Trilogie Jacksons vielleicht größte Leistung.

Diese Filme laufen außerdem am Donnerstag an: Kinostarts dieser Woche

Fazit: Auf keinen Fall verpassen! Jacksons Dokumentarfilm ist nicht nur von historischer Bedeutung, sondern auch absolut fesselnd und bewegend.

Wertung zu They Shall Not Grow Old (Film)

Wertung:

10 /10
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