Britt-Marie war hier: Rezension zur Feelgood-Dramödie
Britt-Marie ist 63 und kommt aus einer 40 Jahre bestehenden Ehe. Ihr Leben als Hausfrau lässt sie hinter sich zurück, als sie erfahren muss, dass ihr Mann eine Affäre hat. Also bezieht sie eine neue Wohnung und bekommt drei Jobangebote: In einer Pizzeria, in einem Blumenladen und als Fußballtrainerin für Kinder. Sie entscheidet sich für letzteres und muss über ihr Hausfrauendasein hinauswachsen.
Weil sie nach 40 Jahren Ehe erfahren muss, dass ihr Mann fremdgeht, macht sich die nicht mehr ganz taufrische Britt-Marie auf Arbeitssuche - und landet als Jugendbetreuerin in einem Kaff im Nirgendwo. Ohne Ahnung von Sport zu haben, soll die Reinlichkeitsfanatikerin dort eine bunte Gruppe Kinder, die auf ein Spiel gegen einen übermächtigen Verein hinarbeitet, in Fußball trainieren.
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Lakonischer Humor und eine ältere und in Sozialkontakten nicht gerade geübte Hauptfigur lassen unweigerlich Vergleiche zu Der Hundertjährige ... oder Ein Mann namens Ove aufkommen. Hier zieht Britt-Marie aber den Kürzeren. Im Kern bleibt die Lebenskrise einer Dame - die mit ihrer Nüchternheit nicht unbedingt Sympathien weckt, aber langsam (und das auf vorhersehbare Weise) auftaut und von ihrem Umfeld mehr lernt als dieses von ihr - recht oberflächlich. Der Inszenierung fehlt es an Stimmung und an Timing. Immerhin: Ein harmloser, tragikomischer Spaß mit sympathisch-naiven Figuren.
Fazit: Man erkennt, wo die Geschichte hinwollte. Leider fehlt Regisseurin Novotny das leichte Händchen für ihre Feelgood-Dramödie.
