Can You Ever Forgive Me?: Filmrezension zum Oscar-nominierten Biopic
Lee Israel war zu ihrer Zeit eine erfolgreiche Autorin von Biographien über Stars wie Katharine Hepburn, Tallulah Bankhead und Estee Lauder, doch das Geschäft läuft nicht mehr gut und dann verliert Lee auch noch ihren Job. Sie kann ihre Miete nicht mehr bezahlen, ihre Katze ist schwer krank und ihr Kühlschrank leer. Da entdeckt sie, welche Summen die Menschen bereit sind für Briefe von berühmten Persönlichkeiten zu bezahlen und beginnt diese zu fälschen. Melissa McCarthy schlüpft in die Rolle der mürrischen Autorin und erhielt für ihre Arbeit eine Nominierung bei den diesjährigen Oscars als "Beste Hauptdarstellerin". An ihrer Seite spielt Richard E. Grant ihren Trinkkumpan Jack und wurde dafür als "Bester Nebendarsteller" nominiert. Außerdem ist "Can You Ever Forgive Me?" im Rennen für das "Beste adaptierte Drehbuch".
New York, 1991: Lee Israel, Verfasserin von Biografien von Berühmtheiten, kann wegen anhaltender Erfolglosigkeit ihre Miete nicht mehr bezahlen. Um sich über Wasser zu halten, verkauft sie ein handschriftliches Dankesschreiben von Katharine Hepburn. Und kommt dadurch auf die Idee, Briefe von toten Prominenten zu fälschen, um endlich wieder Geld zu verdienen ...
Bei diesem berührenden Biopic, das auf Israels Memoiren beruht, stimmt einfach alles: die vielschichtige Geschichte, die pointierten Dialoge und die brillante Besetzung. Wie Melissa McCarthy die 2014 verstorbene Israel spielt, ist ganz großes Kino. Mit schonungsloser Direktheit und beißendem Humor hält sie ihr Umfeld auf Abstand, um nicht verletzt zu werden - was bei ihrem Trinkkumpan Jack (auch Richard E. Grant liefert eine Ausnahmeperformance ab) allerdings nur bedingt klappt.
Vielleicht bekommt die als Komikerin bekannte McCarthy für diese Charakterrolle ihren ersten Oscar. Verdient hätte sie ihn.
FAZIT: Schauspielkino vom Feinsten, mit einer Geschichte, die nicht die Welt bewegte, aber trotzdem sehr erzählenswert ist
